Zukunftsperspektive Lebensmittelforschung

Lebensmittelchemie- und -forschung gelten als Schlüsseltechnologien.
SPEKTRUM Die Vielfalt heimischer Lebensmittel ist enorm. Sie zeichnen sich durch Qualität, Sicherheit und Genuss aus, auch dank des Einsatzes hervorragend ausgebildeter Fachkräfte. Die Ausbildung in der „Lebensmitteltechnik“ ist daher extrem vielseitig. Der Lehrplan ist so breit gefächert wie die Branche selbst. Das Besondere: Die Lehre wurde 2007 von den Betrieben selbst ins Leben gerufen und ist somit optimal auf den Bedarf der österreichischen Lebensmittelindustrie zugeschnitten. Die Lehre dauert dreieinhalb statt der üblichen drei Jahre. Zusätzlich zur praktischen Ausbildung gibt es bis zum dritten Lehrjahr zehn Wochen jährlich geblockten Unterricht und im vierten Lehrjahr fünf Wochen. Und eines gewiss: Wer mit Lebensmitteln zu tun hat, ist nicht nur in einem krisensicheren Bereich unterwegs, sondern auch in einer Branche, die viele Zukunftsperspektiven bietet. Nicht nur im Produktionsbereich, sondern in weiterer Folge auch in der Forschung.
Innovative Lösungen
Denn die Versorgung der Bevölkerung mit wohlschmeckenden, bekömmlichen, nahrhaften und gesunden Lebensmitteln, die erschwinglich sind und ökologisch wie ethisch höchste Ansprüche erfüllen, ist eine der zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Die Ernährungs- und Lebensmittelforschung sucht ständig nach innovativen Lösungen – „und ab sofort mischt auch Vorarlberg in diesem weiten und chancenreichen Zukunftsfeld aktiv mit“, freut sich Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink als Wissenschafts- und Forschungsreferentin. Ende Jänner unterzeichnete sie eine Vereinbarung mit der Universität Innsbruck über die gemeinsame Errichtung eines Forschungsbereichs „Lebensmittelchemie und -Lebensmitteltechnologie“ in Vorarlberg. Den Aufbau wird das Land mit 500.000 Euro bis Ende 2025 tatkräftig mitfinanzieren.
„Vorarlberg steigt in die Lebensmittelforschung ein“, freute sich die ressortzuständige Landesstatthalterin. Für sie hat der Forschungsbereich einen hohen gesellschaftlichen Wert: „Es geht ganz stark um Lebensmittelsicherheit, um die künftige Nahrungssicherung, um Ressourcenschonung sowie nachhaltige Produktionsprozesse, um neue Chancen für Standort und Lehre und letztlich um die Lebensqualität von uns allen, da unsere Ernährungsgewohnheiten direkten Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden haben.“
Die Vielzahl an Kooperationsmöglichkeiten mit Partnern in der Agrar-, Lebensmittel-, Getränke-, Gastro-, Kosmetik- und Maschinenbranche würden der Vorarlberger Wirtschaft „interessante Zukunfts- und auch Wachstumsperspektiven eröffnen“, zeigt sich Schöbi-Fink überzeugt.
Das allgemeine Bewusstsein für den Wert von regional erzeugten Lebensmitteln hat sich in der Corona-Pandemie weiter verstärkt. Lebensmittel würden nicht mehr nur als bloße Energielieferanten, sondern zunehmend als spezielle Genusserlebnisse gesehen, die ethisch wie ökologisch individuelle Vorstellungen erfüllen sollen. Mit Blick darauf könnten die Forschungsbereiche „Lebensmittelchemie und -Lebensmitteltechnologie“ durchaus als „Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet werden. Der neue Forschungsbereich für „Lebensmittelchemie und -Lebensmitteltechnologie“ soll am Institut für Textilchemie und Textilphysik der Universität Innsbruck in Dornbirn aufgebaut werden.
„Die Vielzahl an Kooperationsmöglichkeiten bietet interessante Zukunfts- und Wachstumsperspektiven.“
