Der richtige Wirkstoff für Expansion: Investitionen in Vorarlberger Werk

Markt / 19.04.2026 • 11:00 Uhr
Vetter Development Service Rankweil_Mitarbeiter innen.jpg
110 Mitarbeitende sind beim Pharmadienstleister in Rankweil tätig. Jetzt investiert die Firma weiter in den Produktionsstandort Vorarlberg. FA

Weltweit tätiger Pharmadienstleister investiert in die Erweiterung und Optimierung der Produktionsstätte in Rankweil.

Rankweil, Ravensburg Im Jahr 2016 träumten Vorarlberger Politiker davon, dass Vorarlberg einen ganz neuen Wirtschaftszweig zur Blüte bringen könnte: den Bereich Biopharmazeutik – “hundert Arbeitsplätze in einer Branche, die in Vorarlberg noch nicht aktiv ist”, betonte der damalige Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser. Der Baustart im Rankweiler Gewerbegebiet Rönergrund wurde denn auch groß gefeiert. Die Bürgermusik Rankweil spielte auf und über 100 Ehrengäste waren dabei, als der Grundstein gelegt wurde. Stolze 30 Millionen Euro investierte das Rentschler Fill Solutions. Und war am 28. November 2019 pleite: Die Mitarbeitenden wurden nach Hause geschickt, die Firma rasch umbenannt, die Insolvenzsumme belief sich auf über 28 Millionen Euro. Vorarlbergs erster Schritt in der Pharmabranche ging also richtig schief, das Unternehmen brachte Produktionsprobleme nicht unter Kontrolle.

Vetter Claus Feussner.jpeg
Claus Feußner, Senior Vice President Vetter Development Service: “Unsere fortlaufenden Investitionen spiegeln unseren ganzheitlichen Ansatz wider, Kunden in ihrer klinischen Entwicklung umfassend zu unterstützen”.FA

Umso erfreulicher gelang der zweite Anlauf. Im Jahr 2020 hat der Ravensburger Pharmadienstleister Vetter den Betrieb übernommen, Anfang 2022 wurde die Produktion in Rankweil nach einer umfassenden Inspektion durch die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) offiziell in Betrieb genommen, im Jahr zuvor startete das Unternehmen mit rund 30 Mitarbeitenden. Heute sind es 110 Mitarbeitende, die in Rankweil tätig sind. Das grundsolide Unternehmen aus dem nahen Oberschwaben wächst kontinuierlich und kontinuierlich investiert der weltweit tätige Pharmadienstleister im Bereich der aseptischen Produktion injizierbarer Arzneimittel in Rankweil. Nun gibt das Unternehmen den weiteren Ausbau seines globalen Netzwerks für die klinische Herstellung bekannt.

“Sehr positive Entwicklung”

Die europäische Produktionsstätte von Vetter in Rankweil entwickle sich sehr positiv bei der Herstellung und Qualitätskontrolle von Arzneimittelkandidaten für klinische Studien, informiert die Firma, die weltweit 7300 Mitarbeitende beschäftigt. Um dem stetig steigenden Projektumfang gerecht zu werden, führe Vetter mehrere infrastrukturelle Anpassungen am Standort Rankweil durch. “Die Maßnahmen betreffen unter anderem den Aufbau eines zusätzlichen Wiegeraums sowie eines weiteren Ansatzraums innerhalb des aseptischen Produktionsbereichs”, informiert das Unternehmen. Auch die Kapazitäten für die manuelle optische Kontrolle werden erhöht, darüber hinaus werde im Vorarlberger Werk in neue Kühlräume, spezielle Gefriereinheiten zur Lagerung von Wirkstoffen und eine weitere Inkubationskammer für mikrobiologische Tests investiert.

Vetter baut globales Netzwerk für die klinische Herstellung aus_Regional Vorarlberg.jpg
Die europäische Produktionsstätte von Vetter in Rankweil. FA

“Unsere fortlaufenden Investitionen spiegeln unseren ganzheitlichen Ansatz wider, Kunden in ihrer klinischen Entwicklung umfassend zu unterstützen”, informiert Claus Feußner, Senior Vice President Vetter Development Service. “Die enge Abstimmung der europäischen und US-amerikanischen Standorte gewährleistet dabei harmonisierte Prozesse, hohe Qualitätsstandards und die Flexibilität, die zur Erfüllung der sich wandelnden Anforderungen am Markt notwendig ist.”

In Rankweil investierte Vetter bereits 2025. Dazu gehört ein großer Dachausbau, durch den das Gebäude um ein drittes Stockwerk erweitert wurde. Zusätzlich wurde ein weiteres technisches Gebäude auf der Westseite des Areals errichtet. In dem Gebäude befindet sich eine technische Werkstatt und ein Abfallentsorgungszentrum. Von besonderer Bedeutung sei die unterbrechungsfreie Stromversorgung, die den Standort autark mache, so Feußner. Die nun in die Wege geleiteten Maßnahmen sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.