Identitätskrise – Wer sind wir?

Zett_Be / 17.09.2021 • 16:25 Uhr
Die Jugendlichen im Diskurs mit Jürgen Schlicher.
Die Jugendlichen im Diskurs mit Jürgen Schlicher.

Ein Projekt zur Radikalisierungsprävention der Offenen Jugendarbeit Frastanz und Rankweil.

Frastanz Das Projekt „Identitätskrise – Wenn das Selbstbild mit dem Fremdbild nicht übereinstimmt“ war eine Kooperation der Offenen Jugendarbeit Frastanz und der Offenen Jugendarbeit Rankweil und wurde vom Land Vorarlberg im Rahmen der Radikalisierungsprävention gefördert. Das Hauptaugenmerk lag darauf, den Jugendlichen mehr Akzeptanz und Toleranz für andere Kulturen und Religionen zu vermitteln und sich mit der eigenen Identität auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt stand die Identitätsfindung junger Menschen aller Kulturen. Hierfür beschäftigten sich die teilnehmenden Jugendlichen intensiv mit ihren eigenen Wertvorstellungen und deren Herkunft und lernten gleichzeitig fremde Kulturen und Religionen kennen.

Die beiden Vereine bildeten zu Beginn Jugendteams in den jeweiligen Jugendhäusern, die sich ein Jahr lang intensiv mit den Themen Identität, Radikalisierungsprozesse und Zugehörigkeit auseinandersetzten. Dazu wurden verschiedene Workshops und ein Hüttenwochenende umgesetzt. Themen, wie Selbst- und Fremdbild, die Definition der eigenen Identität sowie das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen wurden dabei behandelt und für die Jugendlichen erfahrbar gemacht.

Das Highlight des Projektes war der zweitägige „Blue Eyed Workshop“ unter der Leitung von Jürgen Schlicher von Diversity Works.

Blue Eyed Workshop

Der zweitägige Workshop ließ zwei Gruppen von Jugendlichen, die „Braunäugigen“ und die „Blauäugigen“ erfahren, wie Diskriminierung entsteht und was die Auswirkungen davon sind. Bei diesem Workshop lernten die Jugendlichen, wie wichtig es für eine Gesellschaft ist, unfaire Handlungen und Bedingungen zu erkennen und eine diskriminierungsfreie Atmosphäre zu schaffen. Die Methode basiert auf der Aufteilung einer Gruppe von Menschen aufgrund ihrer Augenfarbe in „Braunäugige“ und „Blauäugige“. Die Gruppe der „Blauäugigen“ wird im Laufe des Workshops unter der Leitung von den Mitarbeiter von Diversity Works, strukturell und persönlich von den „Braunäugigen“ diskriminiert.

Dabei wurden sämtliche negativen Stereotypen, die in unserer Gesellschaft bekannt sind auf die Gruppe der „Blauäugigen“ angewendet. Sie wurden als Unterlegene eingestuft und dementsprechend behandelt. Im Ergebnis begannen diese, sich unterlegen zu fühlen und bestätigten die bestehenden Vorurteile. Der Schwerpunkt bei dieser Methode liegt im anschließenden Erfahrungsaustausch. Daher war es besonders interessant, wie die Jugendlichen der beiden Gruppen den Workshop erlebt haben und anschließend von ihren Emotionen berichteten. Das Konzept wurde 1968 von der amerikanischen Grundschullehrerin Jane Elliott entwickelt.

Jürgen Schlicher wurde von Jane Elliott als Trainer für „Blue Eyed“ ausgebildet. Er beschäftigt sich beruflich und privat seit mehr als 20 Jahren mit den Themen Rassismus und Diskriminierung. Als Diplom-Politologe hat er das Dokumentations- und Informationszentrum für Rassismusforschung gegründet, ist Mitbegründer von ENAR (European Network Against Racism). Vor 16 Jahren hat er das Projekt „Schule Ohne Rassismus“ nach Deutschland geholt und 2005 Diversity Works gegründet, ein Unternehmen, das sich auf die Beratung zum Thema Diversity Management spezialisiert hat.

Jugendhaus K9

Die Offene Jugendarbeit Frastanz ist ein gemeinnütziger Verein, der die Aufgabe hat, Jugendliche zu fördern und zu unterstützen. Neben der Freizeitgestaltung der Jugendlichen ist die Jugendsozialarbeit die Hauptaufgabe des Teams.

Zu den inhaltlichen Schwerpunkten gehören Themen wie Gewalt- und Radikalisierungsprävention, Diversität, Toleranz und Umgang mit neuen Medien. Im Offenen Café-Betrieb treffen sich Jugendliche, um Musik zu hören, Tischfußball, Billard und Playstation zu spielen, im Internet zu surfen oder sich bei kleinen Snacks und einem Getränk zu unterhalten. Die Jugendarbeiter*innen sind während des Café-Betriebs als Ansprech- und Vertrauensperson da. Alle weiteren Aktionen wie Fahrten in den Europapark, erlebnispädagogische Aktivitäten oder auch Partys und Veranstaltungen werden partizipativ gemeinsam mit dem Jugendteam besprochen und durchgeführt. Damit Offene Jugendarbeit in Frastanz überhaupt möglich ist, gibt es einen Vorstand, der sich um die Rahmenbedingungen kümmert und das K9-Team tatkräftig unterstützt. Kontaktmöglichkeiten, die Öffnungszeiten sowie vieles mehr finden Sie auf unserer Homepage www.jugendhausk9.at.

Jugendzentrum Planet

Die Offene Jugendarbeit Rankweil ist eine Anlaufstelle für Mädchen und Jungen, Schüler und Lehrlinge, Sportler und Faulenzer, Leseratten und Internetfreaks, Mopedfahrer und Radler und alle jungen Leute in Rankweil. Die „OJAR“ bietet Treffpunkte und Freizeitaktivitäten, steht für kulturelle Vielfalt, fördert die Mitsprache und vertritt die Interessen der Jugendlichen.

Der Jugendtreff befindet sich bei der Gastra Rankweil, am Fuße der Basilika und begrüßt ihre Besucher jeden Mittwoch und Samstag von 17:00 bis 21:00 Uhr. Der Jugendtreff bietet eine Holz- und Nähwerkstatt, eine Disko, einen Billardtisch, einen Tischkicker und vieles mehr. Komm vorbei – jeder ist willkommen.

Herkunft, Hautfarbe, Religion oder die Klamotten die du trägst…all das nutzen Menschen auch in Vorarlberg um andere auszugrenzen, haben mir die Jugendlichen in dem Workshop erzählt. Ich glaube, diejenigen, die am Workshop teilgenommen haben, werden das in ihrem Umfeld jedoch nicht mehr zulassen. Ich denke, dass die neue Generation noch mehr darauf achten wird, dass Sexismus und Rassismus künftig keine Chance mehr haben und ich freue mich, dass dieses wichtige Thema von den Jugendzentren und dem Land Vorarlberg so ernst genommen wird. Jürgen Schlicher, Diversity Works, Trainer des „Blue Eyed Workshops“

Herkunft, Hautfarbe, Religion oder die Klamotten die du trägst…all das nutzen Menschen auch in Vorarlberg um andere auszugrenzen, haben mir die Jugendlichen in dem Workshop erzählt. Ich glaube, diejenigen, die am Workshop teilgenommen haben, werden das in ihrem Umfeld jedoch nicht mehr zulassen. Ich denke, dass die neue Generation noch mehr darauf achten wird, dass Sexismus und Rassismus künftig keine Chance mehr haben und ich freue mich, dass dieses wichtige Thema von den Jugendzentren und dem Land Vorarlberg so ernst genommen wird. Jürgen Schlicher, Diversity Works, Trainer des „Blue Eyed Workshops“

Es war ein sehr intensiver Workshop, bei dem alle Teilnehmenden stark gefordert wurden. Die gesammelten Erfahrungen werden in den kommenden Wochen noch für Gesprächsstoff im Jugendhaus sorgen. Fatih Kati, Leiter Offene Jugendarbeit Frastanz

Es war ein sehr intensiver Workshop, bei dem alle Teilnehmenden stark gefordert wurden. Die gesammelten Erfahrungen werden in den kommenden Wochen noch für Gesprächsstoff im Jugendhaus sorgen. Fatih Kati, Leiter Offene Jugendarbeit Frastanz

Ich war erstaunt und gleichzeitig schockiert, wie eine einzelne Person eine ganze Gruppe manipulieren kann. Marcel Matt, Geschäftsführer Offene Jugendarbeit Rankweil

Ich war erstaunt und gleichzeitig schockiert, wie eine einzelne Person eine ganze Gruppe manipulieren kann. Marcel Matt, Geschäftsführer Offene Jugendarbeit Rankweil

Entsorgung der diskriminierenden Plakate.
Entsorgung der diskriminierenden Plakate.
Im Diskurs mit Jugendlichen.
Im Diskurs mit Jugendlichen.

Kontakt

Offene Jugendarbeit Frastanz

Obere Lände 5a

6820 Frastanz

T: +43 660 / 100 93 22

office@jugendhausk9.at

www.jugendhausk9.at

Offene Jugendarbeit Rankweil

Am Marktplatz 1

6830 Rankweil

T: +43 699 / 104 481 75

oja@rankweil.at

www.ojar.at