Ein offenes Ohr

Pfarrer Dominik Toplek ist neuer Polizeiseelsorger.
Dornbirn Es war auch ein außergewöhnliches Jahr für Dominik Toplek. Seit 2016 ist der 49-jährige Pfarrer in Dornbirn und seit kurzem um eine Aufgabe reicher: Der gebürtige Bregenzer ist Vorarlbergs neuer Polizeiseelsorger. „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe“, erklärt der Pfarrer der Stadtbezirke Schoren, Rohrbach und Oberdorf. Bereits als Kind kam bei Dominik Toplek zum ersten Mal der Gedanke auf, dass Pfarrer sein ein schöner Beruf wäre. Nach der Matura an der HTL Rankweil wurde der Wunsch konkreter. „Ich hatte auch ein entsprechendes Umfeld, meinem Vater war der Glaube wichtig und ich habe viele gute Priester erlebt“, erinnert sich Toplek an die Anfänge. Es folgte ein Theologiestudium an der Universität Innsbruck und das Priesterseminar. „Das Studium habe ich geliebt.“ Trotzdem wollte er zunächst nicht Priester werden und arbeitete als Laie, also als Lehrer und Pastoralassistent.
Kriseninterventionsteam
„Es hat mir dann aber doch keine Ruhe gelassen und ich habe gespürt, dass ich eine Begabung für das Priesteramt habe. Der Bischof hatte auch nichts dagegen“, sagt Dominik Toplek mit einem Zwinkern. Es folgte 2006 zunächst die Weihe zum Diakon, im April 2007 die Priesterweihe. Als Kaplan blieb er zunächst in den Pfarren von Gaißau und Höchst, bis er im September 2009 zum Jugendseelsorger der Diözese Feldkirch ernannt wurde, wo er sieben Jahre lang ein offenes Ohr für junge Menschen hatte. 2016 wechselte er von der Jugend- zur Pfarrarbeit nach Dornbirn.
Nun übernimmt er die Agenden des bisherigen Polizeiseelsorgers und Militärdekans Otto Krepper. „Es gefällt mir, für eine konkrete Zielgruppe da zu sein.“ Erfahrung sammelte er in den vergangenen Jahren auch schon beim Kriseninterventionsteam. „Das Ziel ist, betroffene Polizistinnen und Polizisten gut zu unterstützen, ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass jemand da ist, wenn sie jemanden zum Reden brauchen. Glaube und Spiritualität kann eine zusätzliche Stütze sein.“ Neben der Unterstützung von Polizisten bei der Aufarbeitung von traumatischen Belastungen und der Begleitung in der Ausbildung, gehören auch repräsentative Aufgaben wie das Segnen von Einsatzfahrzeugen oder neuen Dienststellen. Dominik Toplek möchte aber auch neue Angebote, insbesondere für jüngere Beamte, schaffen.
Neue Angebote
Neue Angebote mussten auch in der katholischen Kirche in der Coronakrise her. Toplek hat zum Beispiel im Sommer sogenannte Garten-Eden-Gottesdienste angeboten: spirituelle Wanderungen, bei denen ein kleiner Gottesdienst im Freien abgehalten wurde. Im Lockdown im Frühjahr wurden Gottesdienste über Youtube, Zoom und Co. abgehalten. Die Kirche im Schoren hat er mit Beamer und Lautsprecher technisch aufgemotzt, sodass die Kirche ein offener Ort ist, in dem sich Menschen zum Beispiel beim Spaziergang Impulse holen können. „Corona war wie eine Lupe: es hat vieles deutlicher gemacht. Religion und Glaube können auch digital stattfinden“, sagt der Geistliche.
Weihnachten mit Fragezeichen
Wie wird Weihnachten heuer über die Bühne gehen? „Normalerweise ist die vorweihnachtliche Zeit stressig.“ Heuer könne er die Zeit eher besinnlich begehen. „Ich wünsche allen, dass sie trotz Beschränkungen ein schönes Weihnachtsfest haben, in dem auch das Vertraute vorkommt“, hofft der 49-Jährige. „Ich kann mir jedenfalls ein Weihnachten ohne Singen von ‚Stille Nacht‘ nicht vorstellen.“
Trotz Krise blickt Toplek zuversichtlich in das neue Jahr: „Wir dürfen nicht resignieren und müssen versuchen, neue Formen für das eigene Leben zu gestalten.“ VN-MIH
Zur Person
Dominik Toplek
ist Pfarrer in Dornbirn und neuer Polizeiseelsorger
Geboren 18. Oktober 1971 in Bregenz
Laufbahn Theologie-Studium in Innsbruck, Tätigkeit u.a. im Kriseninterventionsteam, sieben Jahre Erfahrung als Jugendseelsorger.
Wohnort Dornbirn