Es geht wieder aufwärts

Wetter / 07.08.2020 • 17:50 Uhr
Es ist vollbracht – und Roland Schallert stolz auf die neue Anlage. ame
Es ist vollbracht – und Roland Schallert stolz auf die neue Anlage. ame

Roland Schallert freut sich über Start der neuen Lünerseebahn.

brand Die vergangenen Tage war Roland Schallert nur schwer greifbar, weil sich Behördenvertreter bei ihm buchstäblich die Klinke in die Hand gaben. Es galt, letzte Abnahmen durchzuführen, um die neue Lünerseebahn betriebsbereit zu machen. Jetzt ist alles erledigt und der Betriebsleiter kann beruhigt der ersten offiziellen Fahrt entgegensehen. Es wird ein Start im Stillen. „Wegen Covid“, merkt Schallert an. Sie hätten gerne größer gefeiert, denn ein solches Ereignis gibt es in einem Seilbahnerleben meist nur einmal. Grund sind die langen Konzessionen, die eine neue Anlage bekommt. Jene der Lünerseebahn war nach 60 Jahren ausgelaufen. Die neue Pendelbahn darf die kommenden 45 Jahre ihren Dienst tun. Ab heute, Samstag, steht sie den vielen Bergfreunden, die das Gebiet oberhalb von Brand jeden Sommer stürmen, wieder zur Verfügung. Für Roland Schallert sind die strengsten Tage mit der gelungenen Inbetriebnahme jedenfalls vorbei.

Noch keinen Tag bereut

Roland Schallert entstammt einer Skispringerfamilie. Sein Bruder Richard war lange auf den Sprungschanzen dieser Welt zu Hause. Auch Roland drückte die Schulbank in der Skihandelsschule in Stams, landete danach aber durch Zufall, wie er sagt, bei der Lünerseebahn. Er hat seine Berufswahl noch keinen Tag bereut. „Ich gehe immer noch jeden Morgen gerne zur Arbeit“, sagt er. Nach bald 30-jähriger Betriebszugehörigkeit hängt Roland Schallert mehr denn je an seinem Job und spricht von einem Privileg, in diesem schönen Gebiet arbeiten zu dürfen.

Begonnen hat der Brandner 1992 bei der Lünerseebahn als Kassier. Dank ständiger Fortbildungen kletterte er die Karriereleiter Stufe für Stufe aufwärts. Zuerst Maschinist, dann stellvertretender Betriebsleiter und seit 2017 verantwortlicher Betriebsleiter: Roland Schallert ist Seilbahner mit Leib und Seele. Die Neuerrichtung der Lünerseebahn war aber selbst für ihn etwas ganz Besonderes. Von der Planung bis zur Inbetriebnahme dabei sein zu können, das habe schon etwas, schwärmt er. „Vor allem kennt man die Anlage in- und auswendig“, merkt er noch an. Eigentlich war die Eröffnung der Bahn für Juli geplant, doch die Coronakrise machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Das aus dem Südtirol stammende Bauteam musste eine Zwangspause einlegen. „Corona hat uns einen Monat gekostet“, sagt Schallert.

Bequem aufwärts

Das alles ist jetzt vergessen. Einziger Wermutstropfen: Statt 65 Personen, die die neue Gondel fassen würde, dürfen aufgrund von Sicherheitsvorschriften nur maximal 40 auf einmal auf den Berg transportiert werden, aber: „Hauptsache, wir fahren.“ Roland Schallert und seine Mitarbeiter stellen sich auf eine starke Saison ein. Das schließt er aus dem hohen Aufkommen an Wanderern, die schon vorher das Gebiet rund um den Lünersee frequentierten. Bislang noch auf Schusters Rappen, ab sofort geht es wieder bequemer aufwärts.

So etwas wie Freizeit gibt es für den Betriebsleiter aufgrund eines Jahresarbeitszeitmodells im Winter und Frühjahr. Die verbringt er als ausgewiesener Altach-Fan am liebsten auf dem Fußballplatz und selbstredend bei Skisprungbewerben in der Nähe. In Oberstdorf, Innsbruck und am Kulm ist Roland Schallert praktisch Stammgast. Außerdem zieht es ihn an freien Tagen nach Spielberg zu Moto-GP-Veranstaltungen. Politisch will er nach den kommenden Gemeinderatswahlen kürzertreten. Er möchte Platz für Jüngere machen. Bereits beschlossene Sache ist sein Rücktritt vom Vizebürgermeisteramt. Ob Roland Schallert in der Gemeindevertretung bleibt, der er seit 20 Jahren angehört, ist hingegen noch nicht entschieden. VN-MM

Zur Person

Roland Schallert

ist als Betriebsleiter für das Funktionieren auch der neuen Lünerseebahn verantwortlich

Geboren 1. Oktober 1969

Ausbildung Skihandelsschule Stams

Laufbahn Kassier, Maschinist, Betriebsleiter

Familie verheiratet, 1 Tochter, 1 Sohn

Wohnort Brand