Geburtshilfe für Bregenz dürfte fix sein

21.04.2026 • 16:50 Uhr
lkh bregenz schwangerschaftsabbruch
Das Landeskrankenhaus Bregenz bekommt wohl “Zuwachs” in Form einer weiteren Abteilung. VN/Steurer, Shourot, VLKH

Landesrätin Martina Rüscher geht von einer Umsetzung der Spitalspläne wie gehabt aus.

Feldkirch Künftig werden Geburten in Vorarlberg nur noch an zwei Spitalsstandorten möglich sein. Im Süden hat das Landeskrankenhaus Feldkirch nach der Schließung der Geburtshilfe in Bludenz bereits übernommen. Im Norden wird es nach derzeitigem Stand der Dinge das Landeskrankenhaus Bregenz. Das bestätigt auch Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher. Wie sie bei der Präsentation der neuen Geburtshilferäumlichkeiten in Feldkirch auf VN-Anfrage erklärte, seien für Bregenz alle fachlichen Grundlagen vorhanden und aufrecht: „Ich gehe davon aus, dass es so bleibt.“ Eine zentrale Geburtshilfe in Feldkirch war ebenfalls Thema der Planungen. Die Idee wurde allerdings wieder verworfen. Ein möglicher Ausfall der einzigen Station hätte laut Rüscher zu enormen Problemen geführt.

Komplexere Geburten

Die ersten gravierenden Umbrüche verzeichnete die Geburtshilfe Anfang der 2000er-Jahre. Es war 2001, als das Entbindungsheim in Lustenau seine Pforten schloss. Am 31. Dezember 2006 gingen in der Gynäkologie und Geburtshilfe im Landeskrankenhaus Hohenems die Lichter aus. Die Abteilung musste einem orthopädischen Fachschwerpunkt weichen. Jetzt steht dieser medizinische Bereich neuerlich vor großen Änderungen. Die Geburtshilfe in Bludenz ist seit Ende 2025 Geschichte, und jene des Stadtspitals Dornbirn soll in einigen Jahren mit der Geburtshilfe im Landeskrankenhaus Bregenz vereint werden. Dagegen läuft, wie berichtet ein Volksbegehren. Für Rüscher ist jedoch klar, dass die Frage nach der Qualität einer größeren Geburtshilfe eine fachlich-medizinische ist und daher von Fachleuten beantwortet werden muss, nicht von der Politik, aber auch nicht von der Bevölkerung. Sie betonte einmal mehr, dass eine Stärkung der Kräfte die Qualität der Versorgung steigere, zumal Geburten aufgrund des immer höheren Alters der Mütter komplexer würden. Die Zusammenlegung von Bludenz mit Feldkirch bezeichnet sie als „starkes Signal“ für das Gelingen der Bündelung. Auch KHBG-Direktor Gerald Fleisch sieht das Land mit zwei Geburtshilfeabteilungen zukunftsfit.

Maurice Shourot
Die Umsetzung des Spitalcampus beschert Landesrätin Martina Rüscher immer wieder Kritik.

100 Babys aus dem Oberland

Seit etwa 100 Tagen ist die Geburtshilfe Bludenz am LKH Feldkirch integriert. In dieser Zeit wurden laut Primar Burghard Abendstein rund 100 Geburten aus der Region verzeichnet. Übers Jahr rechnet er mit ca. 360 Geburten. Von den 14 Hebammen sind 13 mit nach Feldkirch übersiedelt, eine Kollegin blieb in Bludenz und betreut dort die Gynambulanz. Für Abendstein war die Zusammenführung ein Gebot der Stunde, auch, weil die Gynäkologie ein Mangelfach zu werden drohe. „Die Wichtigkeit dieser Maßnahme“, meinte er, „wird sich erst in 10 bis 20 Jahren beweisen.“

Frühstücks- und Familienzimmer

Die erweiterte Abteilung kann unter anderem mit einem einladenden Frühstückszimmer sowie einem Familienzimmer aufwarten. Außerdem gibt es neue Ambulanzräume zur Überwachung von kindlichen Herztönen und Wehentätigkeit. Das ermöglicht die Trennung von ambulanter Betreuung und Geburtsbegleitung, was Ruhe in den Kreißsaal bringt. Das Hebammenteam umfasst 36 Mitarbeitende. „Damit lassen sich personelle Ausfälle leichter kompensieren“, sagte die leitende Hebamme, Kristina Gamper. Alle Beteiligten sprachen von einem schon bestehenden starken „Wir-Gefühl“. Ein Gutachten hatte noch im Vorfeld die Zusammenführung als schlecht bewertet. „Gewachsene Unterschiede und Gewohnheiten in Deckung zu bringen ist ein langer Prozess, an dem wir arbeiten“, kommentierte Burghard Abendstein die damals geäußerte herbe Kritik.

Geburtshilfe für Bregenz dürfte fix sein
Primar Burghard Abendstein leitet die Gynäkologie und Geburtshilfe im LKH Feldkirch.

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