Federführend

Judith Zortea zeichnet für das Büchlein “Mein Sommer” verantwortlich.
lochau Besondere Umstände verlangen zuweilen besondere Ideen. Nichts hat das heuer deutlicher gemacht als die Coronakrise. Gleichzeitig förderte sie in fast allen Lebensbereichen ein enormes Potenzial an Kreativität zutage. So hob beispielsweise die katholische Kirche die „Sommerkirche“ aus der Taufe, die Menschen eine Vielzahl von Möglichkeiten bietet, Glauben und Spiritualität trotz Einschränkungen zu leben. Judith Zortea (42) war einer von vielen guten Geistern, die bei der Programmgestaltung mitgeholfen haben. Unter ihrer Leitung entstand ein kleines Büchlein, das den Titel „Mein Sommer“ trägt und das mit vielen inspirierenden Vorschlägen dafür sorgen will, dass in Familien keine Langeweile aufkommt. „Wir möchten Kindern und Erwachsenen damit einen freudvollen Sommer bereiten“, sagt Zortea. Im eigenen Haushalt wurden Anregungen aus dem Büchlein bereits umgesetzt. Tochter Johanna (9) führte den handyfreien Tag ein.
Berufliche Verknüpfung
Judith Zortea arbeitet seit 2015 hauptberuflich bei der Diözese Feldkirch. Glaube und Spiritualität waren der studierten Religionspädagogin immer wichtig. „In meinem privaten Alltag konnte ich das gut leben“, erzählt sie. Doch nach zehn Jahren in der Privatwirtschaft wollte sie diese für sie bedeutsamen Aspekte auch mit dem Beruf verknüpfen. In Judith Zortea reifte der Entschluss, sich einen Job im Schoß der Kirche zu suchen. Als eine Stelle in der Gemeindeberatung frei wurde, bewarb sie sich. Seitdem bringt sich die zweifache Mutter in der regionalen Pfarrbegleitung, bei der Abwicklung von Pfarrgemeinderatswahlen und Moderation von Veränderungsprozessen, etwa im Zusammenhang mit der Schaffung von neuen Seelsorgeräumen und Pfarrverbänden, ein. Eine neue Aufgabe war für sie die Erstellung des Sommerbüchleins. „Die wurde mir wohl wegen meiner Kinder übertragen“, merkt Judith Zortea mit einem herzhaften Lachen an.
Allein deswegen dürfte es aber wohl nicht gewesen sein. Sie hat vorher schon in der Pfarre Lochau immer wieder Kinderliturgien gestaltet und kann organisieren. Zudem ist es der jungen Frau ein Anliegen, anderen Menschen die Möglichkeit zu geben, die Spiritualität zu entdecken. „Gott ist in allen Dingen zu finden“, sagt Judith Zortea. Diese tiefe Überzeugung zieht sich auch durch das von ihr konzipierte Büchlein. Das Entdecken der Spiritualität geschieht jedoch auf feinsinnige, leise und unaufgeregte und doch berührende Art. Kindern ist Abwechslung gewiss, Erwachsenen Inspiration und Zuspruch.
Kinder als Tester
Selbstredend haben die Kinder von Judith Zortea alle Vorschläge vorher auf Herz und Nieren getestet. „Sie haben die Ideen quasi abgesegnet“, sagt die Mutter nicht ohne Stolz. Straßenmalkreide einmal selbst herstellen, sich in einen Blütentiger verwandeln, auf Entdeckungsreisen im Freien gehen und dabei Holzstücke, Steine oder Muster in Form eines Kreuzes suchen: Den Anregungen sind kaum Grenzen gesetzt. 25 sind es an der Zahl, und alle lassen sich ohne großen Aufwand umsetzen. Sie zeigen stets auch die Schönheit der Schöpfung und bieten einen kindgerechten Zugang, sie zu erforschen. Insgesamt 25.000 Stück des kostenlos erhältlichen Büchleins wurden aufgelegt, und: „Fast alles ist schon weg“, freut sich Judith Zortea zudem über viele positive Rückmeldungen. „Ein gutes Gefühl“, ergänzt sie hörbar frohgemut. VN-MM
Zur Person
Judith Zortea
arbeitet in der Diözese Feldkirch in der Gemeindeberatung
Alter 42
Ausbildung Studium der kombinierten Religionspädagogik
Laufbahn Privatwirtschaft, Lehrerin, in der Diözese für Organisation, regionale Pfarrbegleitung und Personalentwicklung zuständig
Familie verheiratet, 2 Töchter