Die Geschichte eines kleinen Elefanten

Kultur / 22.04.2026 • 14:06 Uhr
Die Geschichte eines kleinen Elefanten
Karl Markovics zählt zu den profiliertesten Schauspielern Österreichs und war unter anderem als Hauptdarsteller des Oscar-prämierten Films „Die Fälscher“ zu sehen.

“Babar“ als klangvolle Erzählung mit Karl Markovics und dem Collegium Instrumentale.

Dornbirn Ein musikalisches Märchen, das weit über die vertraute Welt eines Kinderbuchs hinausweist, steht am Sonntag, 26. April, um 17 Uhr im Kulturhaus Dornbirn auf dem Programm, wenn der österreichische Schauspieler Karl Markovics gemeinsam mit dem Collegium Instrumentale Dornbirn die Geschichte von „Babar, dem kleinen Elefanten“ auf die Bühne bringt und damit ein Werk lebendig werden lässt, das Generationen geprägt hat und zugleich Fragen stellt, die bis in die Gegenwart reichen.

Am Beginn dieser Erzählung steht ein Moment von beinahe verstörender Schlichtheit: ein Schuss, knapp gesetzt, ohne Pathos, und doch von nachhaltiger Wirkung, denn mit ihm verliert Babar seine Mutter und wird aus der vertrauten Ordnung seiner Welt herausgerissen. Jean de Brunhoffs 1931 erschienene Geschichte entfaltet aus diesem Bruch heraus eine Entwicklung, die weniger einer klassischen Rettungsgeschichte gleicht als einem Prozess der Formung. Babar gelangt in die Stadt, begegnet einer alten Dame, wird eingekleidet, erzogen und schließlich in eine Welt eingeführt, deren Werte er übernimmt und später selbst weiterträgt. Was sich hier scheinbar leicht und freundlich erzählt, offenbart bei genauerem Hinsehen eine bemerkenswerte Ambivalenz zwischen Anpassung und Selbstbehauptung, zwischen Herkunft und Neuerfindung.

Leise Nachdenklichkeit

Diese vielschichtige Vorlage fand in der Musik von Francis Poulenc eine ebenso eigenwillige wie feinsinnige Entsprechung. Entstanden ursprünglich aus improvisierten Klavierstücken, entwickelte sich daraus eine Folge von musikalischen Szenen, die den Weg Babars nachzeichnen, ohne sich je in bloßer Illustration zu erschöpfen. Poulencs Tonsprache bleibt beweglich, oft von tänzerischer Leichtigkeit geprägt, und trägt doch eine leise Nachdenklichkeit in sich, die den Wendungen der Geschichte entspricht. In der Orchesterfassung von Jean Françaix gewinnt dieses Werk zusätzliche Farbigkeit und Klarheit, ohne seinen charakteristischen Ton zu verlieren.

In Dornbirn wird diese Verbindung von Erzählung und Musik durch Karl Markovics als Sprecher geprägt, der mit seiner unverwechselbaren Präsenz der Geschichte Kontur und Spannung verleiht. Markovics zählt zu den bedeutendsten Schauspielern Österreichs und wurde einem internationalen Publikum unter anderem durch seine Rolle im Oscar-prämierten Film „Die Fälscher“ bekannt. Als Erzähler führt er durch die Episoden dieses musikalischen Märchens und eröffnet dabei unterschiedliche Perspektiven auf eine scheinbar vertraute Geschichte.

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Für die musikalische Umsetzung sorgt das Collegium Instrumentale Dornbirn unter der Leitung von Guntram Simma. Das Ensemble, das sich aus ehemaligen Mitgliedern des Jugendsinfonieorchesters sowie Musikerinnen und Musikern aus der Region zusammensetzt, hat sich in den vergangenen Jahren als verlässliche Größe im regionalen Konzertleben etabliert.