Clowneske Traditionen

Taiyo Marquez Suitner tritt mit seiner Mutter als Clown-Duo auf.
Feldkirch Taiyo Marquez Suitner ist mit knapp zwölf Jahren bereits ein Kosmopolit. Spanien, Marokko, Finnland und Österreich bilden nur einige geografische Eckpunkte in seinem bisherigen Leben. Geboren wurde er in Besalú, einem kleinen spanischen Ort. Seine Mutter Lisa Suitner, freischaffende Künstlerin, stammt aus Feldkirch, sein spanischer Vater Lebenskünstler. „Taiyo war immer schon ein aufgewecktes Kind. Während das Baby meiner Freundin ruhig auf der Krabbeldecke sitzen blieb, wollte Taiyo sogleich sein Umfeld erkunden“, erinnert sich Lisa Suitner.
Keine Spur von Nervosität
Die unzähligen Auftritte seiner Mutter in unterschiedlichsten Formationen haben den sympathischen Jungen geprägt: „Seit ich denken kann, habe ich meine Mama bei ihren Auftritten begleitet.“ Die Rolle des Clowns habe ihn dabei besonders fasziniert. „Meine Mama hat mich dann vor drei Jahren gefragt, ob ich mir vorstellen kann, bei einem Auftritt ihres Clown-Duos mit Idoya Lopez Klavier zu spielen. Es war für ein kleines Festival in Spanien. Ich habe sofort zugesagt und bin als Clown-Pianist aufgetreten. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.“ Diese Begeisterung für öffentliche Auftritte fand alsbald eine Fortsetzung: „Ich habe dann vor zwei Jahren zum ersten Mal bei einer professionellen Theaterproduktion des Ensembles für unpopuläre Freizeitgestaltung, nämlich ‚Der große Marsch‘, mitgemacht. Dort hatte ich den Prolog. Ich war also der Erste, der ganz alleine auf die Bühne ging und dort die Einleitung, das war eine ganze Seite Text, vortrug.“ Nervös sei er überhaupt nicht gewesen, ganz im Gegensatz zu seiner Mutter: „Alle Schauspieler und ich standen in Maske und Kostüm schon hinter der Bühne. Meine Mama war so aufgeregt, dass ich sie bitten musste, in den Zuschauerraum zu gehen. Sie hätte mich sonst noch ganz verrückt gemacht!“
Das zweite Theaterstück, bei dem der begeisterte Jungschauspieler mitwirkte, war eine Produktion des Theater Kosmos. Das Stück „Eine geschlossene Tür und davor und dahinter oder Gutenachtgeschichten“ wurde letztes Jahr im Rahmen des Kosmodroms zum Thema „Gewaltverbot in der Erziehung“ präsentiert: „Auch hier stand ich neben lauter Profis auf der Bühne. Ich hatte zwar kaum Text, dafür war ich aber fast die ganze Zeit auf der Bühne zu sehen. Bei beiden Produktionen hat Stephan Kasimir Regie geführt. Er war es auch, der mich beide Male gefragt hat, ob ich mitspielen möchte.“ Mit seiner Aufgeschlossenheit anderen Menschen und kulturellen Ereignissen gegenüber war Taiyo nicht nur auf den Brettern, die angeblich die Welt bedeuten, zu sehen. Es folgten auch weitere Auftritte als Clown. Seine Mutter konzipierte letztes Jahr erstmals das LisaClownfestival für das Theater am Saumarkt, wo beide auch als Clown-Duo zu sehen waren.
Nachts am kreativsten
Die Ideen für ihre Clown-Nummern entwickeln Mutter und Sohn gemeinsam: „Mir kommen die Ideen meistens sehr spät in der Nacht. Meine Mama und ich sitzen dann zusammen auf dem Sofa und beginnen eine Geschichte zu erfinden, also das Stück zu entwerfen. Dabei stehen wir auch auf und spielen einzelne Ideen gleich an. Das ist immer lustig. Wenn wir dann eine Geschichte gefunden haben, schreiben wir sie gleich auf. Ein paar Tage später beginnen wir zu proben. Beim Proben ändert sich aber oft noch einiges.“ Auch beim diesjährigen LisaClownfestival, das am 2. Juli beginnt, sind die beiden wiederum gemeinsam zu sehen und zwar in einem Stück, bei dem es um Fantasie und Freundschaft geht. Auch diese Nummer entstand mitten in der Nacht. BI
Zur Person
TAIYO MARQUEZ SUITNER
Geboren 6. Juli 2008
Wohnort Feldkirch, Barcelona, Besalú
Sprachen Spanisch, Katalanisch, Englisch, Deutsch, Vorarlberger Dialekt
Vorbilder Buster Keaton und seine Mutter Lisa Suitner
Hobbys u.a Ski fahren, Handball, schwimmen, Klippen springen, Klavier