“Man schafft nicht alles allein”: Gloria Mang über Gesundheit zwischen drei Kindern und Alltag

Lange war Gloria Mang überzeugt, dass Gesundheit vor allem Disziplin braucht. Mit drei Kindern, Klinik und Alltag kam sie zu einer anderen Erkenntnis.
Schwarzach Als ich noch studiert habe, hatte ich eine ziemlich klare Vorstellung davon, was “gesund leben” bedeutet: viel Gemüse, möglichst vegetarisch – zeitweise sogar vegan –, viel Zeit für die Zubereitung frischer, aufwendiger Mahlzeiten und dazu ein durchgeplantes Sportprogramm.
Das habe ich auch eine Zeit lang so gelebt. Und ja, vieles davon war konsequent – aber rückblickend auch zu streng.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Spätestens seit ich Mutter geworden bin, hat sich mein Blick darauf grundlegend verändert. Ein Alltag mit Kindern ist deutlich weniger planbar – und die Vorstellung, mit drei Kindern ein Zuhause dauerhaft perfekt aufgeräumt und makellos sauber zu halten, bleibt letztlich eine Illusion.
Es gibt Tage, an denen alles anders läuft als gedacht: ein krankes Kind, eine kurze Nacht – und schon verschieben sich die eigenen Pläne komplett.
Gleichzeitig habe ich gelernt, dass Selbstfürsorge im Alltag oft zu kurz kommt. Gerade wenn ich alleine mit meinen drei Kindern bin, merkt man schnell, dass jeder Aufmerksamkeit braucht – und man selbst dabei hinten ansteht.
Deshalb habe ich für mich eine wichtige Erkenntnis gewonnen: Man muss nicht alles alleine schaffen. Unterstützung anzunehmen ist kein Luxus, sondern eine Voraussetzung dafür, langfristig gesund und ausgeglichen zu bleiben.
Und vielleicht ist das auch der Punkt, den ich anderen Müttern am liebsten mitgeben würde: Man macht oft schon mehr, als man selbst glaubt.

Mutter zu sein ist ein unglaublich anspruchsvoller Job – ein 24-Stunden-Job, sieben Tage die Woche. Und aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen: Ein Arbeitstag im Beruf ist oft deutlich planbarer als ein Tag mit Kindern. Dort arbeitet man fokussiert, mit klaren Aufgaben. Zuhause hingegen spielen Emotionen eine große Rolle – und jeder Tag bringt neue, unerwartete Herausforderungen mit sich.
Umso wichtiger ist es, den eigenen Anspruch ein Stück weit loszulassen.
Auch beim Thema Bewegung habe ich meine Haltung verändert. Früher habe ich sehr strukturiert trainiert. Heute geht es für mich mehr um das, was sich realistisch in den Alltag integrieren lässt – und darum, überhaupt dranzubleiben, nicht darum, alles perfekt umzusetzen.

Was mir besonders guttut, sind bewusst eingeplante Auszeiten. Einmal pro Woche nehmen mein Mann Maximilian, ein Bregenzer, und ich uns ganz bewusst Zeit füreinander. Wir gehen essen – oft in Vorarlberg, wo einige unserer Lieblingsrestaurants sind, verbringen Zeit in der Natur oder drehen mit unseren Hunden eine Runde auf den Pfänder. Diese Momente schenken mir neue Energie – körperlich wie mental.

Was sich für mich aber am meisten verändert hat, ist meine innere Haltung.
Früher hätte ich mich geärgert, wenn ich meine Routinen nicht einhalten konnte. Heute versuche ich, milder mit mir zu sein. Natürlich gibt es Tage, an denen nicht alles klappt. Dann erinnere ich mich bewusst daran, was ich trotzdem geschafft habe.
Und genau das ist vielleicht meine wichtigste Erkenntnis:
Gesundheit und Beauty bedeuten für mich keinen Perfektionismus, sondern eine gute Basis für mich selbst zu schaffen und immer wieder dorthin zurückzufinden.
Dr. Gloria Mang ist Leiterin der Bodenseeklinik in Lindau und Gründerin der Kosmetiklinie ALL YOU NEED Cosmetic, +49/170/981 4444