„Wir möchten wieder ein Gasthaus haben“: Der besondere Einsatz eines ganzen Dorfes

VN / 18.04.2026 • 14:06 Uhr
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Bei der Entrümpelungsaktion packten rund 30 Übersaxner mit an. Bilder: VN/JUN

Das Gasthaus Krone wird wiederbelebt – doch dafür mussten die Dorfbewohner selbst mit anpacken.

Übersaxen Alle packten mit an: „Das ist nicht selbstverständlich“, sagte Bürgermeister Manfred Vogt am Samstagvormittag, als rund 30 Übersaxner bei der von der Gemeinde initiierten Entrümpelungsaktion des Gasthauses Krone mithalfen. Vogt bedankte sich bei den Freiwilligen, die sich für ihr Dorfgasthaus einsetzten. „Mir geht als Bürgermeister das Herz auf, dass so viele mithelfen.“ Daran sehe man auch, dass die Übersaxner unbedingt wieder ein Gasthaus wollen.

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Dominik und Zofia Karpiel sind die neuen Pächter.
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Sperrmüll wurde in einen Container geworfen.
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Im Gasthaus und in seinen Gästezimmern wurde gründlich ausgemistet.

Das Gasthaus Krone im Dorfzentrum steht seit gut einem Jahr leer, da der damalige Pächter Insolvenz anmeldete. Nun haben sich neue Pächter gefunden: Zofia und Dominik Karpiel wollen das Gasthaus Mitte Mai eröffnen und damit den sozialen Treffpunkt im Dorf wiederbeleben. Das polnische Paar lebt seit zehn Jahren in Rankweil. Sie wollten sich ursprünglich mit Catering selbstständig machen, wurden jedoch von einem Bekannten auf das Gasthaus aufmerksam. „Die Welt wollte, dass wir das Gasthaus übernehmen“, zeigte sich Zofia, die einen Master in Hotellerie hat, zuversichtlich.

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Felix Fritsch, Gerhard Müller und Reinold Vith (v. l.) zerlegten den Kleiderschrank.
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Matratzen und Möbel wurden vom Balkon einfach hinuntergeworfen.

Grundreinigung nötig

Viele Dorfbewohner versammelten sich um 8 Uhr auf dem Dorfplatz. Einige von ihnen hatten Eimer und Putzutensilien in der Hand. Sie wollten gemeinsam das Gasthaus wieder auf Vordermann bringen. Nach einem Jahr Leerstand gab es einiges zu tun, weshalb Gemeindekoordinatorin Karin Böhler und Bürgermeister Manfred Vogt die Helfer im Vorfeld einteilten. Eine komplett neue Einrichtung ist nicht vorgesehen, jedoch benötigt das Gasthaus mit seinen 13 Zimmern und vier Appartements eine Grundreinigung. Lediglich im zweiten Geschoss werden die Zimmer teilweise erneuert.

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Vor dem Gasthaus wurde der Müll dann getrennt.
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Bürgermeister Manfred Vogt war überwältigt vom Engagement der Dorfbewohner.
„Wir möchten wieder ein Gasthaus haben“: Der besondere Einsatz eines ganzen Dorfes
Die Entrümpelungsaktion veröffentlichte die Gemeinde auf ihrer Website.

Das Gasthaus wird als Familienbetrieb geführt, erzählten die beiden Pächter im Gespräch. Dominiks Mutter wird selbst Kuchen backen sowie österreichische und polnische Gerichte kochen. So wird es unter anderem Pierogi und Bigos geben. Schon in ihrer Heimat hat Dominiks Mutter bei Festen immer groß aufgekocht. Auch im Gasthaus Krone können Feiern abgehalten werden.

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Mitte Mai soll das Gasthaus Krone wieder öffnen.
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Emil Pfitscher sagt, dass das Dorfgasthaus gerade für ältere Menschen und Vereine ein wichtiger Treffpunkt sei.
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Wolfgang Rietzler kümmerte sich um den Sperrmüll.

Wieder Leben ins Dorf bringen

Dominik freute sich, bei der Entrümpelungsaktion „mit ganz Übersaxen zusammenzuarbeiten“. Wolfgang Rietzler stand im Anhänger, auf dem ein Schild mit „Sperrmüll“ angebracht war, und nahm die großen Möbelstücke entgegen. Mit dem Gasthaus könne man wieder Leben ins Dorf bringen, denn derzeit sei hier „tote Hose“. Hubert Pfitscher war Stammgast im Gasthaus Krone. Man habe sich nach der Arbeit hier getroffen und „über tagesaktuelle Themen diskutiert“, weshalb er sich freut, wenn das Gasthaus wieder öffnet.

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Hubert Pfitscher war ein Stammgast im Gasthaus Krone.
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Karin Böhler reinigte die Polster in der Gaststube.
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Gemeinderat Christian Lins findet die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Pächter, Gemeindepolitik und Dorfbewohner wichtig.

Um die Kommunikation zwischen Pächtern, Politik und Bevölkerung zu stärken, habe man diese Entrümpelungsaktion initiiert, erklärte Gemeinderat Christian Lins. „Das ist für die Zusammenarbeit sehr wichtig.“ Auch für die Pächter sei diese Aktion eine gute Gelegenheit, mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen.

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Der Container füllte sich recht schnell.
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Emma Fritsch und Fini Vith reinigten eines der Gästezimmer.
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Viele helfende Hände brauchte es auch, um das Gasthaus innerhalb eines Tages auf Vordermann zu bringen.

Fini Vith reinigte eines der Badezimmer. „Ich bin froh, wenn das Gasthaus wieder aufgeht und hoffe, dass es mit den neuen Pächtern gut funktioniert.“ Da konnte sich Emma Fritsch, die die Fenster putzte, nur anschließen: „Wir möchten wieder ein Gasthaus haben.“

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Gerade aus dem zweiten Geschoss musste vieles entsorgt werden.
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Bald schon sollen hier wieder Gäste bewirtet werden.
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Holz wird einfach vom Balkon geworfen.

Ein Stockwerk weiter oben zerlegten Felix Fritsch, Gerhard Müller und Reinold Vith einen Kleiderschrank und warfen die Bretter vom Balkon hinunter. Felix Fritsch lobte den Bürgermeister für diese Aktion und wünschte sich, dass man wieder zusammensitzen kann wie früher. Dass ein Gasthaus wichtig für die Dorfgemeinschaft ist, besonders für Vereine, weiß auch Vizebürgermeister Emil Pfitscher. „Nach der Musik- oder Feuerwehrprobe einzukehren, geht nicht mehr“, bedauerte er. Ab Mitte Mai wird sich das wieder ändern.

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Die Möbel werden erst auseinandergeschraubt, bevor sie in den Anhänger geschmissen werden.
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Die Einrichtung ist veraltet und muss erneuert werden.
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Alte Röhrenfernseher landen ebenfalls im Elektroschrott.
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Silvia (hinten rechts) putzt die Fenster in der Gaststube.