Kompromissloses Design

Wetter / 18.11.2012 • 18:45 Uhr
In ihrem neuen Geschäft verkauft Sonja Ladstätter-Fussenegger Kunst­erzeugnisse aus Vorarlberg. Foto: vn/Entner
In ihrem neuen Geschäft verkauft Sonja Ladstätter-Fussenegger Kunst­erzeugnisse aus Vorarlberg. Foto: vn/Entner

Textilprodukte müssen einzigartig sein, so Ladstätter. Nun expandiert sie nach Wien.

Wien. (VN-ebi) Eigentlich hat Sonja Ladstätter-Fussenegger eine Ausbildung zur medizinisch-technischen Labor­assistentin gemacht: „Doch es hat nicht lange gedauert, bis ich meinen Job wechselte.“ Wenn sie von ihrem nun über 20-jährigen Dasein als Designerin spricht, scheint es, als wäre sie einer Berufung gefolgt. Schließlich liege auch das Künstler-Gen in ihrer Familie. Ihre Mutter und ihr Bruder sind beide Kunstschaffende in der Malerei. Ladstätter ist heute in der Gestaltung von Textilien – Decken, Kissen, Bettüberwürfe, etc. – tätig: „Das Reizvollste ist die Möglichkeit, im Team eine Kollektion zu erschaffen und diese dann genau so zu präsentieren, wie wir es uns vorgestellt haben.“

Vor rund 20 Jahren ist sie in den Familienbetrieb David Fussenegger eingestiegen. Direkt in Dornbirn befindet sich der sogenannte „DF-Shop“, in dem die Ländle-Ware verkauft und liebevoll präsentiert wird. Alles „Handwerkliche“ stamme aus Österreich: „Die Decken zum Beispiel werden in Vorarlberg gestaltet, produziert und präsentiert. Einfach alles: Vom Faden bis hin zum Endprodukt.“ Was zur Kollektion dazu gekauft werde, sei durchwegs Fair Trade, darauf legt die 59-Jährige großen Wert.

„Heimweh“ in der Großstadt

Nun hat die sich selbst als multikulturell bezeichnende Vorarlbergerin einen neuen Schritt gewagt. „Ich wollte schon immer meine gestalterischen Möglichkeiten für Menschen ausprobieren, die großstädtisch sind.“ Deshalb ist sie mit einer neuen Marke namens „Heimweh“ nach Wien gegangen. Diese soll ihre Kunden an die Heimat erinnern und ihnen ein wohnliches Gefühl vermitteln. „Eine große Stadt ist der richtige Ort für ,Heimweh‘. Und alle Vorarlberger können gerne kommen, um hier ihr Heimweh abzustreifen.“ Die Intention, mit ihren Ländle-Produkten ausschließlich „die Ausgewanderten“ anzusprechen, bestehe nicht: „Das Geschäft ist für alle da, die sich daheim einkuscheln und ein bisschen Nostalgie erleben wollen“, so Ladstätter.

Plattform für die Kreativen

Besonders wichtig ist es der Designerin aber, den unterschiedlichsten Kreativen sowohl in Dornbirn als auch in der österreichischen Hauptstadt eine Plattform zu bieten: „Sie kommen finanziell viel zu kurz und brauchen daher einen Platz, wo sie ihre Sachen vorstellen können.“ Und auch da vernetzt sich Ladstätter immer wieder mit Vorarlberger Künstlern. So wird im November Josef Matt „Käsknöpfle-Kübel“ im Dornbirner „DF-Shop“ schnitzen. Die Vorarlberger Autorin Rita Bertolini hat Ladstätter zu einer Signierstunde nach Wien eingeladen. Ebenso verkauft sie Bücher weiterer Schriftsteller aus dem Ländle. Neben den „Heimweh“- und „DF“-Produkten sind zudem auch andere Produktionen aus Vorarlberg im Sortiment.

„Wir sind Arbeitsbestien“

„In der heutigen Zeit wird es immer wichtiger, etwas Besonderes zu bleiben, Einzigartiges auszusuchen und nicht ohne Form zu verweilen“, sagt Ladstätter. Die Mutter von drei Kindern – zwei davon sind übrigens Musiker – bezeichnet sich und ihr Team selbst als Arbeitsbestien. „Bei uns ist nichts unmöglich und wir gestalten unsere Produkte so lange, bis sie auch gut und so sind, wie wir es uns vorgestellt haben. Da sind wir kompromisslos.“

In Zukunft wird Ladstätter viel zwischen Vorarlberg und Wien pendeln und immer wieder die neuesten Produkte aus dem Westen in die Hauptstadt Österreichs bringen, um das „Heimweh“ der Großstädter etwas zu lindern.

Alle Vorarlberger können kommen und ihr Heimweh abstreifen.

Sonja Ladstätter

Zur Person

Sonja Ladstätter-Fussenegger
Die Gestalterin der Firma David Fussenegger eröffnete nun ein Geschäft namens „Heimweh“ in Wien.

Geboren: 14.12.1952, in Split (HR)

Familie: verheiratet, drei Kinder
Hobby: Mein Interesse am Design und der Kreation ist unersättlich.