Celina (20) ist eine Überlebende

Celina Wehinger litt an einer aggressiven Form von Knochenkrebs. Eine OP auf Leben und Tod rettete ihr Leben.
Nüziders Celina Wehinger ist erst 20, aber sie weiß bereits, dass das Leben nicht immer nur Party ist. „Es gibt auch Dinge, die nicht so gut sind. Trotzdem ist das Leben schön.“ Mit 16 erkrankte die Nüzigerin lebensbedrohlich. Ein Osteosarkom, ein bösartiger Knochentumor, wucherte in ihrer linken Hüfte. Er machte sich zunächst mit einem Ziehen im linken Bein bemerkbar. „Die Schmerzen wurden immer schlimmer. Zuletzt waren sie unerträglich.“ Dem Oberarzt auf der Kinderonkologie in der Innsbrucker Klinik stiegen Tränen in die Augen, als er Celina und ihrer Mutter die schreckliche Diagnose mitteilte und ihnen sagte, dass eine schwere Zeit auf sie zukommen wird. „Mama und ich nahmen uns weinend in die Arme. Ich dachte mir, dass mein Leben jetzt vorbei ist.“

Aufgrund der Chemotherapie musste Celina ein ganzes Jahr im Spital verbringen. „Wegen meines geschwächten Immunsystems durfte ich nicht nach Hause. Das war schlimm für mich. Ich fühlte mich sehr allein ohne meine Freunde.“ Viele Fragen quälten sie. Wieso geschieht mir das? Wie hat das passieren können? Wie lange ist das schon in mir? Halt gaben in ihr in dieser Zeit ihre Familie – die Mama war ihre größte Stütze – und ihr Glaube. „Ich betete viel zum lieben Gott. Ohne ihn hätte ich aufgegeben. Ich bat ihn, dass er mir die Kraft schenkt, das alles durchzustehen.“

Und es galt viel durchzustehen. Neben den Chemotherapien musste sich die junge Krebspatientin zwei schweren chirurgischen Eingriffen unterziehen. Vor allem die OP, bei der der Tumor entfernt wurde, hatte es in sich. „Vor dieser Operation sagten die Ärzte zu meiner Mutter: ,Sie müssen sich darauf einstellen, dass ihre Tochter nicht mehr zurückkommt.‘“ Celina aber wollte nicht sterben, auf keinen Fall. Mit ihren 16 Jahren hatte sie ja gerade erst begonnen zu leben. „Ich wehrte mich gegen diese Narkose. Denn ich hatte panische Angst davor, dass ich nicht mehr aufwache. Der Psychologe redete mir gut zu und hielt meine Hand. Bevor ich einschlief, sagte ich noch: ,Bitte passt auf mich auf.‘“

Die Operation auf Leben und Tod dauerte 17 Stunden. „Meine Mama hoffte und bangte. Als man ihr mitteilte, dass ich lebe und stabil bin, fiel ihr ein Stein vom Herzen.“ Es dauerte aber, bis Celina wieder zu Kräften und auf die Beine kam. Nach mehreren Monaten Intensivstation war sie zunächst auf den Rollstuhl angewiesen. „Ich konnte nicht mehr stehen und gehen. Ich musste alles wieder lernen.“ Aber die junge Nüzigerin war nun guten Mutes und schöpfte Kraft aus dem Befund. „Der Tumor war verkapselt. Er hatte noch nicht gestreut.“ Als man ihr im Jahr 2021 den Portkatheter entfernte, also das Gerät, das man ihr unter die Haut implantiert hatte, um einen sicheren und wiederholten Zugang zu den großen zentralen Venen im Körper zu ermöglichen, und der künstliche Darmausgang rückoperiert wurde, wusste sie: „Jetzt ist der Alptraum vorbei.“

Ende November allerdings steht noch eine Operation an. „Ich werde in Wien am Fuß operiert. Noch hinke ich, aber nach dem Eingriff dürfte ich wieder normal gehen können.“ Sobald sie sich von der Operation erholt hat, wird sie die Kinderonkologie in der Innsbrucker Klinik besuchen und den krebskranken Kindern kleine Geschenke überreichen. „Ich werde ihnen Mut machen und ihnen sagen, dass man es schaffen kann. Ich bin das beste Beispiel dafür.“
Nächstes Jahr beginnt die gelernte Arzthelferin eine Ausbildung zur Pflegehelferin. Denn: „Ich möchte einmal auf einer Onkologie-Abteilung arbeiten und für Krebspatienten da sein.“ Sie sei prädestiniert für eine solche Arbeit, meint sie. „Aufgrund meiner Geschichte kann ich für krebskranke Menschen ein Hoffnungsstrahl und eine Richtschnur sein.“ Für ihr nahes Umfeld ist sie das jetzt schon, weil sie so zufrieden und positiv ist und sie so schnell nichts aus der Bahn wirft. „Ich lebe im Jetzt, mache das Beste aus jedem Tag und bin happy mit mir selbst.“