Das Land verspricht: „Die Wälderhalle wird kommen“

Land fördert das Projekt mit 5,1 Millionen Euro. Baustart im Frühling 2024 geplant.
Bregenz, Andelsbuch Entscheidender Schritt auf dem langen Weg zur Wälderhalle: Am Dienstag hat die Landesregierung die Absichtserklärung für die Landesförderung festgemacht. „Die Wälderhalle wird kommen“, versicherte sowohl Landeshauptmann Markus Wallner als auch Landesrätin Martina Rüscher im anschließenden Pressefoyer. „Heute ist die Entscheidung gefallen. Wir brauchen noch einen Regierungsbeschluss, aber das ist dann eher eine formale Erledigung“, ergänzte der Landeshauptmann.


Die Wälderhalle fällt wegen den stark gestiegenen Baukosten nun kleiner bzw. anders aus als ursprünglich geplant. Zum einen wird sie eckig statt rund, zum anderen soll sie statt 1800 nur noch 1200 Besucher fassen. Ein Restaurant wird es nicht geben. Nach wie vor fix eingeplant ist indes eine Disco für rund 400 Besucher. „Damit wird das der Jugend gegebene Versprechen endlich eingelöst“, betont Landesrätin Martina Rüscher. Seitdem das E-Werk im Jahr 2016 wegen der Umfahrungsstraße abgerissen wurde, gibt es im Bregenzerwald bekanntlich keine jugendtaugliche Ausgehmöglichkeit mehr. Mit dem Lokal im Untergeschoss der Wälderhalle soll sich das ändern.

Die Baukosten für das Projekt belaufen sich auf knapp 13 Millionen Euro. Das Land hat den Projektbetreibern eine Förderung in Höhe von 5,1 Millionen Euro zugesagt. Das Geld stammt laut Land großteils aus dem Sportfördertopf, ein kleinerer Beitrag aus dem Tourismusfördertopf. Außerdem soll die Kostenbeteiligung der Regio Bregenzerwald von 1,6 Millionen Euro mit einer Million Euro aus Bedarfszuweisungsmitteln unterstützt werden. Der Restbetrag von rund sieben Millionen Euro wird von privaten Investoren aufgebracht.

„Ich kann mich an kein Projekt erinnern, bei dem sich eine private Investorengruppe bereiterklärt hat, einen so hohen Betrag selbst einzubringen“, unterstreicht Wallner. Warum sie das machen? „Wir leben in einer fantastischen Region und haben seit Jahrzehnten sehr viele Arbeitskräfte aus dieser Region. Wir können als Unternehmer etwas zurückgeben von den Vorteilen und Erfolgen, die wir in den letzten Jahren haben durften“, sagt Hans Metzler, der Sprecher der Investorengruppe.

Die Pläne, im Bregenzerwald eine Eis- und Mehrzweckhalle zu errichten, reichen bis in die 1990er-Jahre zurück. Im Laufe der Zeit wurden neun verschiedene Varianten in sechs Gemeinden mehr oder weniger intensiv diskutiert und wieder verworfen. Das Grundstück, auf dem die Wälderhalle jetzt gebaut werden kann, befindet sich am südlichen Ortsende von Andelsbuch zwischen der Firma Mevo und dem Müllentsorgungsunternehmen Ennemoser/Helka im künftigen Betriebsgebiet Sporenegg.


„Diese Halle steht nicht nur dem Spitzensport zur Verfügung, sondern vor allem auch dem Nachwuchs. Wir wissen aus dem letzten Vorarlberger Gesundheitsbericht, wie wenig sich Vorarlberger Kinder und junge Menschen bewegen. Wir sollten jede Gelegenheit nutzen, um Sportflächen anzubieten, damit Kinder und junge Menschen überhaupt in Bewegung kommen“, führt Landesrätin Martina Rüscher aus. Guido Flatz, Obmann der Regio Bregenzerwald und Bürgermeister von Doren, sieht in dem Projekt außerdem eine „echte Alternative für alle, die sich nicht nur im Schnee bewegen wollen”. „Mit den Mitteln der Region werden wir uns vor allem attraktive Eiszeiten sichern“, erläutert er.


Derzeit sind laut Hans Metzler acht Investoren am Start. „Aber wir hoffen, dass wir uns noch erweitern“, merkt er an. Der Baustart ist im April 2024 geplant. Die Fertigstellung könnte dann im Oktober oder November 2025 erfolgen. Der Zeitplan sei anspruchsvoll, aber machbar. Der Sprecher der Investorengruppe: „Wir sind im Hintergrund ein bisschen weiter, als vielleicht die Bilder erahnen lassen, weil wir einfach geglaubt haben, dass dieses Projekt kommen wird. Sonst wäre es nicht möglich, bis Frühling eine Bauverhandlung durchzuführen.“



Auch die Gemeinde Andelsbuch, die im Bereich Wälderhalle ein Betriebsgebiet plant, sei bereit. „An uns liegt es nicht“, sagt Bürgermeister Bernhard Kleber. Vor dem Baustart müssen unter anderem noch ein Schutzdamm bzw. Schutzzaun, eine Linksabbiegespur, eine Bushaltestelle, Wasser und Kanal sowie Erschließungsstraßen gebaut werden.


Zahlen und Fakten
Kosten 13 Millionen Euro (ohne Grundstück)
Baustart April 2024
Fertigstellung Oktober/November 2025
Bebaute Fläche 3400 m2
Gesamtkubatur Gebäude 48.000 m3
Eishalle 1200 Zuschauer
Disco 400 Besucher
Weitere Infrastruktur u.a. Fitnessraum, Wasch- und Trockenraum, Materiallager, Hallentechnik, Umkleiden, Büro-, Multifunktions-, Hallenverwaltung- und Schulungsräume, Ticket- und Verkaufstresen.