„Die Einnahmen sind stetig stabil“: Warum sich Nüziders in einer finanziell besseren Ausgangslage befindet als andere Gemeinden

Industrieunternehmen sorgen in Nüziders für stabile Kommunalsteuern. Trotz steigender Kosten investiert die Gemeinde in Kinderbetreuung, strategisch wertvolle Grundstücke und ein neues Feuerwehrhaus.
Nüziders Nüziders geht es im Vergleich zu anderen Gemeinden finanziell besser. Das verdankt die Gemeinde den Industrieunternehmen, die hier ansässig sind, unter anderem Rauch Fruchtsäfte, die derzeit dabei sind, zu expandieren. Auch die Getzner Holding baut derzeit auf dem ehemaligen Bertsch-Areal in Nüziders ein neues Werk. Allein durch diese beiden Expansionen erhält die Gemeinde Nüziders jährlich einen sechsstelligen Betrag mehr an Kommunalsteuern.


Die Walgau-Gemeinde liegt geografisch gesehen ideal und der Autobahnanschluss ist nicht weit. „Für die Industrie und das Handwerk ist der Standort lukrativ“, sagt Bürgermeister Florian Themeßl-Huber. „Die Einnahmen sind stetig stabil. Das hilft uns enorm.“ Die bestehenden Betriebe hätten „hervorragend gewirtschaftet“. Deshalb habe Nüziders finanziell „bessere Grundbedingungen“ als andere Gemeinden, doch auch hier klaffe die Schere immer weiter auseinander. Themeßl-Huber verdeutlicht: Die Ertragsanteile steigen zwar nächstes Jahr um 20.000 Euro, doch die Mehrkosten für den Sozial- und Spitalfonds betragen im selben Zeitraum 250.000 Euro. „Da muss man kein Mathegenie sein, um zu wissen, dass sich das nicht ausgeht“, so der Bürgermeister. „Es wird für sehr viele Gemeinden auf Dauer nicht finanzierbar sein. Die Gemeinden brauchen Unterstützung.“
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„Strategische Reserve“
Natürlich müsse auch Nüziders sparen, doch es tun sich gerade Türen auf, bei denen Investitionen Sinn machen, sagt Themeßl-Huber. Mit einer Metapher ausgedrückt: Es werden gerade Früchte reif, die geerntet werden müssen. 20 Millionen Euro investiert die Walgau-Gemeinde in den nächsten fünf Jahren, darunter in den Umbau der Kinderbetreuung und in Bodenankäufe. Ein Grundstück im Ortszentrum wurde bereits als „strategische Reserve“ erworben. Auch zwei Flächen in einem zukünftigen Gewerbegebiet hat die Gemeinde gekauft. „So haben wir einen Fuß in der Tür für die strategische Entwicklung.“

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Ein weiteres Großprojekt, das bereits auf Schiene ist und 2027 gebaut werden soll, ist das neue Feuerwehrhaus. Die Feuerwehr wird während der Bauphase in ein Ausweichquartier ziehen – in das Forsthaus neben dem Bauhof und dem Fußballplatz. Da das Forsthaus allein nicht ausreicht, wird zusätzlich eine Garage aufgestellt. Es sei effizienter, die Feuerwehr komplett auszusiedeln und das Feuerwehrhaus in einem Zug neu zu bauen, statt etappenweise vorzugehen. Eineinhalb Jahre Bauzeit sind eingeplant.


„Es hilft uns, stabile und konsistente Einnahmequellen zu haben“, zeigt sich Themeßl-Huber mit der Finanzlage seiner Gemeinde zufrieden. Gemeinsam mit dem Krone-Projekt, bei dem die Gemeinde prüft, das Haus 1 herauszukaufen (die VN berichteten), stehen in den nächsten Jahren somit zwei Großprojekte an. Nach den umfangreichen Investitionen werde die Gemeinde wieder auf ein „normales Maß an Investitionen zurückfahren“. Bislang wurde der Großteil der Entscheidungen in der Gemeindevertretung einstimmig oder mit großer Mehrheit getroffen. Themeßl-Huber bedankt sich deshalb bei den Fraktionen für die konstruktive Mitarbeit.