In drei Phasen in die Normalität geimpft

Vorarlberg solle gestärkt aus der Krise geführt werden, das ist die Weihnachtsbotschaft der Landesregierung.
Bregenz Das Jahr 2020 war für die Vorarlberger ein herausforderndes, dessen ist sich Landeshauptmann Markus Wallner bewusst. Zwar sind die Infektionszahlen weiterhin im Sinken begriffen, eine Überlastung des Gesundheitssystems konnte in letzter Sekunde verhindert werden. Mit 62 Neuinfektionen am Montag sei man jedoch noch nicht auf dem angestrebten Niveau, räumt Wallner ein.
Bisher hat das Land 210.000 Testungen durchgeführt, die Teststrategie habe sich bewährt. Die Schnelltest-Aktion vor Weihnachten sieht man als Erfolg. 40 Ärzte nehmen diese ehrenamtlich vor, die Termine sind trotz einer Aufstockung auf 9000 Plätze in kürzester Zeit vergeben gewesen. Man habe dieses Angebot nochmals auf 12.000 Plätze vergrößern können mit Testmöglichkeiten bei niedergelassenen Ärzten. Hinzu kommen kostenpflichtige Angebote. “Diese sind jedoch kein Freibrief”, warnt Landesrat Gantner zur Vorsicht. Ab dem 26. Dezember wird es zwei permanente kostenlose Antigen-Teststraßen für symptomlose Personen im Messequartier geben.
Gantner wirbt für die Teilnahme an den Flächentests. Wenn alle mitmachen würden, könne man der Pandemie quasi sofort einen Riegel vorschieben. Diese beginnen am 4. Jänner in 31 angemeldeten Großbetrieben. Vom 15. bis 17. Jänner finden die Flächentestungen statt, ab dem 18. Jänner gibt es spätestens Schwerpunkttestungen an 13 Schulen. Organisiert werden diese wieder in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz auf Basis der Erfahrungen der ersten Massentests. Nach dem 18. Jänner wird es in den einzelnen Regionen vier Zentren für die Berufsgruppentestungen geben. “Ich bin zuversichtlich, das neue Jahr wird ein gutes Jahr”, sieht Gantner positive Vorzeichen.
“2021 kann das Jahr werden, in dem wir Corona los werden”, hofft Wallner auf den Erfolg der Impfungen – und dass diese Möglichkeit von der Bevölkerung nach reiflicher Überlegung wahrgenommen wird. Wenn es gelinge, die Bevölkerung zu erreichen, könne man bis Ende 2021 zu normalen Verhältnissen zurückkehren können.
Das ist der Impfplan
Der Impfplan sieht laut Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher drei Phasen vor: In Jänner und Februar sollen vor allem Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie Mitarbeiter des Gesundheitsbereichs geimpft werden. Allein aus den Pflege- und Sozialheimen werde Impfstoff für knapp 10.000 Personen angefordert. Geliefert werden für diese Phase 27.000 Impfdosen, jede Person muss im Abstand von 21 Tagen zwei Mal geimpft werden. Im Februar bis April werden systemkritische Großorganisationen von Polizei bis Bildung geimpft werden können. Ab April werde es den Impfstoff für die breite Bevölkerung geben mit Fokus auf die Senioren. Diese Impfphase werde vor allem durch die niedergelassene Ärzteschaft durchgeführt werden können. Insgesamt wird Impfstoff für drei Viertel der Bevölkerung erwartet. In der dritten Phase wird es bereits mehrere Impfstoffe geben, die im Abstand von drei bis fünf Wochen in zwei Impfungen verabreicht werden müssen.
Das Land selbst favorisiert keine Impfpflicht, wie jedoch Unternehmen wie Fluglinien reagieren werden, kann man nicht vorhersagen. Rüscher betont, man werde allein schon deswegen eine gute Impfnachweisung vorbereiten. “Wir hoffen, das gute Argumente reichen”, betont Rüscher. Das gelte auch für Lehrer und andere Mitarbeiter des Landes, selbst in kritischen Bereichen. Gerade in diesen Bereichen spüre man jedoch eine große Bereitschaft für die Impfung. Hier ist eher die Gefahr, dass man anfangs nicht genug Impfstoff haben wird.
Land hinter Skigebieten
Im Bereich des Wintertourismus ist weiterhin viel unklar. Es liege weiterhin keine Verordnung vor, räumt Gantner ein, es sei vieles noch unklar. Derzeit zeichne sich jedoch ab, dass es in Skigebieten keine Gastronomie geben wird, auch nicht in Form eines Take-away. Bei der Diskussion um die FFp2-Maskenpflicht stellt sich Gantner hinter die Skigebiete: Diese sei im Vergleich zu anderen Transportmitteln eine starke Einschränkung. “Wir sind der Meinung, Skifahren ist nicht ungesund”, betont Gantner. Mit dem gemeinsam mit den Tourismusregionen erarbeiteten Winterkodex sei Vorarlberg außerdem gut aufgestellt, um einen sicheren Skibetrieb gewährleisten zu können.
Auf den Hinweis, dass nicht jedes Skigebiet öffnen wolle, betont Wallner seine Bitte, hier an die Signalwirkung an die eigene Bevölkerung zu denken. “Es ist meine große Bitte, aufzusperren”, betont er ebenfalls die Notwendigkeit, entsprechende Regeln dabei einzuhalten. Man müsse aber den Vorarlbergern die Möglichkeit geben, Sport im Freien betreiben zu können.