So läuft Fahrunterricht nach der Corona-Pause

Vorarlberg / 04.05.2020 • 17:30 Uhr
Für Thomas Mallin ist die Sicherheit seiner Kunden und Mitarbeiter zentral.
Für Thomas Mallin ist die Sicherheit seiner Kunden und Mitarbeiter zentral.

Fahrschulleiter Thomas Mallin steht mit seinem Team vor neuen Herausforderungen.

Bludenz Gestern war es soweit: Auch die Fahrschulen durften wieder ihren Betrieb aufnehmen. „Selten habe ich mich so auf einen Montag gefreut wie auf diesen“, so Thomas Mallin, Inhaber der Fahrschule Mallin in Bludenz. „Auch bei meinen neun Mitarbeitern war die Erleichterung spürbar, nach sieben Wochen wieder arbeiten zu können. Es war ja kein Urlaub, sondern eine durchaus gerechtfertigte Maßnahme der Bundesregierung im Zuge der Covid19-Krise“, erklärt der Fahrschulleiter. Eigentlich habe er mit einem späteren Zeitpunkt für die Öffnung gerechnet: „Dann ging auf einmal alles ganz rasch. Gerüchteweise war es Anfang letzter Woche schon klar, Anfang Mai doch wieder starten zu können. Die endgültige Bestätigung der Gesundheitsverordnung erfolgte dann am 29. April um 23.30 Uhr.“ Ein recht kurzfristiger Zeitrahmen, um die erforderlichen Maßnahmen auch umzusetzen.

Es musste rasch gehandelt werden. „Wir hatten uns im Vorfeld natürlich schon Gedanken gemacht, welche Segmente des Fahrschulunterrichts verändert werden müssen. Die Kleingruppenkurse für Traktor und Anhänger können unverändert angeboten werden. Das klassische Modell Pkw bildete die größere Herausforderung. Wir führen nun die dreifache Anzahl an Theoriekursen durch, damit die erforderlichen Abstandsregeln eingehalten werden können“, erläutert Mallin. Die erhöhte Anzahl der Kurse kommt auch dem Rückstau an Fahrschulkursen zugute, der sich durch den abrupten Lockdown am 16. März gebildet hatte. „Wir bieten nun auch Vormittags- und Nachmittagskurse wie in den Ferienzeiten an. Gerade für Fahrschüler, die noch bis Ende Mai keinen Regelunterricht haben, ist dies ideal. Wir rechnen damit, dass wir den Rückstau bis Anfang Juni abgebaut haben und Anfang Juni wieder der Betrieb unter normaleren Voraussetzungen geführt werden kann“, führt Mallin weiter aus.

Pausen als Herausforderung

Was aber dennoch erforderlich ist, ist die Einhaltung von Sicherheitsregeln. Gestartet wurde der Fahrschulbetrieb am Montag auch mit einer zweistündigen Hygiene-Schulung. „In unserem Lehrsaal haben wir mit punktförmigen Klebefolien auf den Stühlen die einmetrige Abstandregelung markiert. Eine große Herausforderung ist die Gestaltung der Pausen, da erfahrungsgemäß in diesen alle Fahrschüler zu den Kaffeeautomaten stürmen. Wir möchten den Sicherheitsabstand gewährleisten, indem der Warteraum und auch der große Vorplatz bei schönem Wetter genutzt werden kann.“

Geschult werden auch die Hygienemaßnahmen im Fahrschulauto: „Neben dem Tragen der Schutzmasken ist es erforderlich, dass unsere Fahrlehrer zwei Desinfektionsflaschen im Auto haben: “Eine zum Desinfizieren der Hände und eine weitere zur Desinfektion des Schaltknaufs, des Lenkrads und anderer Instrumente nach jeder Fahrstunde”, macht der Fahrschulleiter deutlich, dass ihm der Schutz seiner Schüler aber auch seiner Mitarbeiter wichtig ist: „Meine Mitarbeiter waren in Kurzarbeit, das Modell ist flexibel und bietet ausreichend Gestaltungsmöglichkeiten. Ich selber freue mich auch schon wieder sehr aufs Arbeiten!“ BI