“Der Umbau muss kommen, es geht nicht anders” – In Mellau stockt es an der Brücke

Der Achsiedlung wurde 2014 eine Brücke versprochen. Gekommen ist diese nie, eine andere Lösung ist bald herzeigbar.
Mellau “Der Umbau der Hirschlittenbrücke muss kommen, es geht gar nicht anders”, fordert Rudi Dietrich ein. Er wohnt in der Achsiedlung von Mellau, über die der gesamte Verkehr zur Talstation führt. “Am Samstag musst du vor 7 Uhr raus zum Einkaufen, wenn du nicht im Stau stehen willst. Und zwischen halb 4 und 6 Uhr musst auch nicht auf Weg.”

Angefangen hat es mit dem Zusammenschluss der Skigebiete Damüls und Mellau sowie dem damit verbundenen Umbau der Talstation. Die Gemeinde stellt den Seilbahnen hinterm Dürrenbach Parkflächen zur Verfügung, dafür sollten die Bergbahnen eine neue Brücke taleinwärts zur Entlastung der Anrainer finanzieren. “Die wurde uns hoch und heilig versprochen”, erinnert Dietrich. Dies beruhigte die Anrainer: Bei Dietrich lag schon eine Unterschriftenliste gegen die Pläne, die von beinahe allen Anrainern unterzeichnet war. Da die Brücke Abhilfe versprach, stellte man sich aber nicht quer.

Verschiedene Varianten
Ein Jahr später, 2015, wurde Tobias Bischofberger der neue Bürgermeister und bemühte sich um die notwendigen Grundstücke für den Brückenbau, während der Umbau der Bahn begann. Eine andere Meinung zum Neubau hatte jedoch das Verkehrsplanungsbüro Besch und Partner: Am Abend würde der Rückstau der Heimreisenden bis auf den Parkplatz reichen, diesen blockieren und damit zum absoluten Kollaps führen. “Um den Kollaps zu vermeiden, hätte man an starken Skitagen die Abfahrt durch die Achsiedlung trotzdem erlauben müssen”, erklärt Bischofberger.
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“Im Gemeindeblatt wurden immer wieder andere Varianten präsentiert”, erzählt Dietrich. In der Siedlung resignierten viele, man fühlte sich hingehalten. “Irgendwann war trotz aller Varianten klar, da kommt keine Brücke.”

Zu einem ähnlichen Schluss kam man im Landhaus: “Die Planungen wurden intensiv mit der Abteilung Straßenbau des Landes diskutiert und geprüft, mit dem Ergebnis, dass die verkehrliche Leistungsfähigkeit nicht gegeben ist, und es höchstwahrscheinlich zu massiven Stauerscheinungen auf der L 200 kommen wird”, erklärt das Land Vorarlberg den VN. “Dies würde eine Verschlechterung gegenüber der Bestandssituation bedeuten, somit wurde diese Variante seitens der Fachabteilung nicht befürwortet.”

Die Verkehrsplaner sahen ebenfalls keine Variante, die die Achsiedlung entlasten könnte. Insgesamt sinnvoller und auch finanziell günstiger wäre eine Adaption der Hirschlittenbrücke beim Hotel Engel, um den Verkehr wenigstens flüssiger entlang der Achsiedlung zu führen.
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“Es macht keinen Sinn, ein Projekt weiterzuverfolgen, das gerade an starken Verkehrstagen nicht funktioniert. Auch hätte die Brücke den Ortsteil Mischen näher ans Dorf gerückt”, bedauert der Bürgermeister. “Seine Kinder hätten durch die Brücke einen sichereren Schulweg gehabt”, sieht auch Dietrich im Gemeindeamt einen Verbündeten. “Aber als Bürgermeister bist du auch nur ein Rädchen im Getriebe.”
Keine Goldlösung
Dass es so nicht bleiben kann, sei allen klar. Dietrich verweist auf den zunehmenden Busverkehr, der bei der Hirschlittenbrücke kaum um die Kurve kommt. Und tatsächlich: Die Gemeinde sei in den letzten Zügen, bald den Mellauern die Pläne für die verbreiterte Brücke und Achsiedlungsstraße vorlegen zu können. “Das Projekt wird leider nicht alles lösen können, sollte aber eine Verbesserung bringen”, betont Bischofberger. Auch wird dabei wichtige Infrastruktur erneuert. “Zuerst muss aber alles wasserdicht sein, damit wir nicht etwas präsentieren, das so dann nicht kommt”, bittet der Bürgermeister noch um etwas Geduld.

“Der Verkehr bleibt uns”, weiß auch Dietrich. Die Bahn besteht seit 1972, viele kennen es nicht mehr anders. “Wir in der Achsiedlung müssen einfach von und zum Haus können.”