Keine Neuinfektionen mehr

Coronavirus vorerst erfolgreich eingedämmt.
bregenz Es tut sich was an der Coronafront, und zwar durchwegs Gutes. So gab es schon den dritten Tag in Folge keine Neuinfektionen mehr, allerdings einen weiteren Todesfall. Damit sind in Vorarlberg bislang 15 Menschen an oder mit Covid19 verstorben. Die derzeitige Entwicklung darf dennoch als positiv betrachtet werden. Diese Meinung vertritt auch Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher. “Der eingeschlagene Weg stimmt uns zuversichtlich”, bestätigte sie im Gespräch mit den VN, um aber gleichzeitig zu betonen, dass es für ein Aufatmen oder eine Entwarnung noch zu früh sei. “Wir müssen erst sehen, was die im Mai und Juni anstehenden Öffnungsschritte für Auswirkungen haben.”
Bislang gute Disziplin
Während der kommenden Wochen würden die Zahlen deshalb im Einvernehmen mit Fachleuten besonders genau verfolgt. Rüscher hofft aber, dass sich die Bevölkerung, der sie ein sehr gutes Zeugnis in Sachen Disziplin ausstellt, weiterhin an die Hygieneregeln hält. “Hände waschen, Abstand halten und Gesichtsmasken tragen”, listet sie die Notwendigkeiten sicherheitshalber noch einmal auf. Kürzlich analysierte Martina Rüscher mit den Experten auch die ursprünglichen Prognosen zur Coronapandemie, die bekanntlich von einer Spitze im April ausgegangen waren. Jeder ist froh, dass die nicht kam, sich die Kurve stattdessen nach unten verschob. “Dadurch wird aber der Zeitraum der Pandemie viel länger”, erklärt Rüscher.
Für das Gesundheitssystem bedeutet diese Entwicklung eine Entlastung: “Wir können die Covidbetten in den Spitälern weiter reduzieren und dafür die Grundversorgung langsam hinauffahren.” Das Notversorgungszentrum in der Messe Dornbirn mit 200 Betten wird trotzdem noch bis Ende Mai bestehen bleiben. Dann wird die Lage neu bewertet.
Neuer Standort gesucht
Eine Änderung gibt es definitiv bei den Infektionsordinationen. Die Standorte in Dornbirn und Bludenz werden geschlossen. Es soll einen neuen Standort ziemlich in der Landesmitte geben. Martina Rüscher nannte Röthis als eine Möglichkeit. Beim Krisenstab des Landes macht sich die günstige Entwicklung bei den Coronafallzahlen ebenfalls bemerkbar. Er tagt derzeit nur noch zwei- bis dreimal in der Woche. “Wir halten die Notbremse jedoch griffbereit, sollten die Infektionszahlen durch die vorgesehenen Öffnungen wieder nach oben gehen”, macht Rüscher deutlich. Sie betont auch, dass es Aufgabe der Medizin und der Politik sei, die Sache gut im Auge zu behalten, um negativen Tendenzen schnell vorbeugen zu können. Sie hofft, dass es nicht dazu kommt. Gespräche über eine Öffnung der Freibäder stehen übrigens heute, Montag, bei einer Videokonferenz mit dem Gesundheitsminister auf der Tagesordnung. Erste Studien haben gezeigt, dass die Übertragung von Viren im Wasser im Minimalbereich liegt. Rüscher könnte sich eine Öffnung mit Sicherheitsmaßnahmen durchaus vorstellen.
Erfreuliche Meldungen kommen auch aus dem Nachbarland Liechtenstein. Dort gab es am Wochenende ebenfalls keine neuen Infektionsfälle mehr. Bislang wurden 82 Personen, die in Liechtenstein wohnhaft sind, positiv auf Covid19 getestet.