Fast leere Kinderbetreuung: “Das Lachen der Kinder fehlt”

In der Kibe Kinderkönig in Feldkirch werden derzeit vier statt wie üblich 60 Kinder betreut.
Feldkirch Kinder gelten in der Coronakrise zwar nicht als Risikogruppe, aber als Überträger des Virus. Deshalb wird gerade auf das Abschotten der Kinder viel Wert gelegt. In den Schulen, Kindergärten und Kinderbetreuungen im Land sind deshalb nur wenige Kinder anzutreffen, deren Eltern die Betreuung meist aus beruflichen Gründen nicht übernehmen können. Das gilt auch für die Kibe Kinderkönig in Feldkirch. In der privat geführten Einrichtung tummeln sich normalerweise an die 60 Kinder. Da sich Kinderbetreuung, Kindergarten und auch eine Schülerbetreuung unter einem Dach befinden, sind die Schützlinge von knapp zwei bis etwa zehn Jahre alt. „Wir haben derzeit nur einen eingeschränkten Betrieb“, berichtet Leiterin Mary Naphegyi. Die beiden Standorte, einer in der Wichnerstraße, einer ums Eck in der Drewestraße, wurden zusammengelegt. Im Schnitt besuchen derzeit vier Kinder die Kibe.
„Unsere Abläufe sind jetzt viel spontaner“, berichtet die Leiterin aus dem Alltag. Denn die Entwicklungen sind rasch und lassen kein langfristiges Planen zu. Deshalb gibt es ein tägliches Meeting – „da achten wir auf Distanz“ -, bei dem besprochen wird, was ansteht. Die Zeit mit wenigen Kindern wird aber auch genutzt, um Liegengebliebenes zu erledigen. So wurde beispielsweise der Garten auf Vordermann gebracht. In der Arbeit mit den Kindern achtet man auf mehr Distanz und es wird fleißig mit den Kleinen Hände gewaschen. Wenn alle Kinder zu Hause sind, wird zudem flächig desinfiziert.
Vom Personal arbeitet etwa die Hälfte – ein Teil gehört zur Risikogruppe, andere haben Menschen aus dieser Gruppe im Haushalt. Bisher wurde nicht auf Kurzarbeit umgestellt, langsam muss man sich aber über Maßnahmen Gedanken machen, erzählt Naphegyi. Die Beiträge vom April wurden von den Eltern noch nicht eingezogen, hier spreche man sich mit anderen privaten Trägern ab, wie man vorgehen könne. Die Eltern werden wöchentlich mit einer Nachricht über den Stand der Dinge informiert.

Naphegyi hat ursprünglich auf einen annähernden Normalbetrieb nach Ostern gehofft. Wie sich die weitere Verlängerung der Maßnahmen auswirkt, kann sie noch nicht abschätzen. „Wir müssen einfach schauen wie es weitergeht“, sagt sie. „Das Leben und Lachen in den Räumen fehlt“, teilte sie in der letzten E-Mail den Eltern mit. Das geht wohl nicht nur dem Team, sondern auch den Kindern ähnlich.