Gericht: Millionenbetrügerin zu drei Jahren Haft verurteilt

Vorarlberg / 12.04.2019 • 16:15 Uhr
Für ihre unredlichen Machenschaften muss die Deutsche nun hinter Gitter. Eckert
Für ihre unredlichen Machenschaften muss die Deutsche nun hinter Gitter. Eckert

Deutsche prahlte mit Reichtum und prellte nicht zuletzt mit ihrem Charme zahlreiche Opfer.

Feldkirch Eine Firma in Marbella, Wohnung in Teneriffa, Ferrari, Audi R8, schicke Kleidung und selbstsicheres Auftreten. Das sind offenbar die Zutaten für eine erfolgreiche Betrugsserie. Die Anklage am Landesgericht Feldkirch bezifferte den Schaden zunächst noch mit 1,9 Millionen Euro, das Urteil kommt auf eine knappe Million. In einigen Punkten erging ein Freispruch, der Rest der Fakten genügte allerdings, der dreifach vorbestraften Frau eine unbedingte Haft von drei Jahren aufzuerlegen.

Bunte Mischung

Die Betrugsfakten sind ein Sammelsurium. Zum einen überredete die Frau vor allem Männer, ihr Geld für diverse Investitionen zu borgen oder zu überlassen. Schnelles Geld, gute Renditen, dazu der Schein einer international vernetzten Geschäftsfrau. Andererseits war die Frau geschickt darin, Leute, die Forderungen stellten, zu vertrösten. Sei es ein Friseur, dem sie über 1500 Euro für eine Haarverlängerung schuldete, seien es Kosten für die Planung eines Swimmingpools. Etliche Leute warteten vergeblich auf ihr Geld, um Ausreden war die Frau auch nicht verlegen. Einmal war ihr Geld angeblich vom Finanzamt gesperrt, dann wiederum gaukelte die Frau vor, sie erwarte Zahlungen in Millionenhöhe. Die Verteidigung hatte noch im Schlussplädoyer versucht, zu überzeugen, dass die Frau sehr wohl mit beachtlichen Provisionen rechnen konnte. Doch die Geschäfte platzten, dann wurde die Frau ernsthaft krank. Die Geldgeber ließ die Angeklagte jedenfalls in falschem Glauben, dass alles in bester Ordnung sei.

Aufwendiger Prozess

18 Zeugen wurden geladen, fünf Tage wurde verhandelt, Geschäfte rekonstruiert und Aussagen verglichen. Das Gericht erklärte mit dem Urteil einen Teil von 90.000 Euro für verfallen. Einem Teil der Geschädigten wurde Schadenersatz zugesprochen. „Die Vorgangsweise war geradezu lehrbuchhaft“, plädierte Staatsanwältin Julia Berchtold für eine angemessene Strafe. Um die auf Geld Wartenden zu täuschen, stellte die Frau einen Kontoauszug der Rothschildbank her. Dieser wies einen Kontostand von 58 Millionen auf. Doch auch dieser angebliche Reichtum war Teil des Lügengebäudes.

Haft statt Freispruch

Neben den Betrügereien wurde die Frau noch wegen Veruntreuung und einer illegalen Datenabfrage verurteilt. Letzteres wurde als Anstiftung zum Amtsmissbrauch qualifiziert. Die drei Jahre Haft liegen bei einem Rahmen von bis zu zehn Jahren im unteren Drittel, erschwerend waren unter anderem drei Vorstrafen und der hohe Schaden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der mitangeklagte und von Edgar Veith verteidigte Geschäftsmann wurde von den gegen ihn erhobenen Vorwürfen freigesprochen.