Gericht: Putzfrau wegen Diebstahls angeklagt

Vorarlberg / 27.02.2019 • 07:30 Uhr
Prozess Diebin
Prozess Diebin

24-jährige Rumänin am Landesgericht Feldkirch aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Feldkirch Die junge Frau lebt auf der Straße und übernachtet meist im Freien. Sie „pendelt“ in ihre Heimat, wo sie eine siebenjährige Tochter hat. Hier in Österreich bettelt sie und sucht angeblich auch nach Arbeit. Im September 2015 fand sie offenbar eine. In Dornbirn hatte die junge Frau einer 83-jährigen Dame ihre Putzdienste um zehn Euro pro Stunde angeboten. Die Rumänin war zwei Mal bei ihrer Arbeitsstelle, die Wohnungsbesitzerin war begeistert, alles war ordentlich und sauber. Sie empfahl sie einer Bekannten. Diese, eine 76-jährige Frau, freute sich ebenfalls über eine Haushaltshilfe.

Dinge verschwunden

Doch bald bemerkten die zwei Frauen, dass ihnen offenbar Wertgegenstände und Geld fehlten. In der einen Wohnung fehlten zwei Süßwasserperlenketten und eine leichte Stoffjacke im Wert von rund 500 Euro. Die andere Dame vermisste eine Flasche mit Blattgoldverzierung, eine Zwei-Euro-Münze, Zigaretten, eine Kette und eine Uhr. Was die Putzdienste betrifft, war auch die zweite Dame äußerst zufrieden, das Verschwinden der Sachen konnten sich beide Frauen nicht erklären. Man wartete, bis die Putzgehilfin wiederkam, da wartete bereits die Polizei auf sie. Gefunden hat man von den Wertsachen nichts.

Schwierig zu ermitteln

Der Verdacht blieb dennoch aufrecht und es kam zum Prozess. Lange suchte man die Frau, sie war zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben, am Dienstag kam sie pünktlich zum Prozess. Sie weint, beteuert ihre Unschuld. Bei der Frage nach den Vorstrafen scheint sie ihre fünf in Deutschland vergessen zu haben.„Ich spreche Sie hiermit frei, aber nicht, weil ich von Ihrer Unschuld überzeugt bin, sondern weil ich keinen Beweis habe, dass Sie die Sachen gestohlen haben“, so Richterin Angelika Prechtl-Marte.