Aus Pension Bickel wird Appartementhotel

30 Jahre nach Projektstart wird der Warther Dorfplatz mit dem letzten Mosaikstein komplett.
Warth Erst kürzlich konnten sich viele Gäste beim spektakulären “Bergfeuer” davon überzeugen, dass Warth über einen der schönsten Dorfplätze des Landes verfügt. Und sie konnten sich auch davon überzeugen, dass in Warth wieder gebaut wird: Das Projekt der Familie Bickel, die ihre in die Jahre gekommene, 2020 geschlossene Pension durch ein Appartementhotel ersetzt, schließt mit diesem letzten Mosaikstein die Lücke der Zentrumsverbauung.

Seit Jahren geplant
Mit dem Corona-Lockdown wurde die Pension Bickel Mitte März 2020 geschlossen – und ging nicht mehr in Betrieb. Stattdessen gab es Überlegungen, das Objekt zu ersetzen. Verschiedene Varianten wurden diskutiert, wobei sich die allgemeine Verunsicherung (Stichwort: Baustopp für Investorenmodelle) verzögernd auswirkte.

Jetzt erfolgte endlich der Baustart für ein Projekt, das laut Baubescheid ein Appartementhotel mit sieben Appartementwohnungen sowie zwei privat genutzten Wohnungen umfasst. Für die Vermietung der gewerblich genutzten Appartements ist eine Maximalbelegung von 32 Gästen möglich.

Es begann mit Straßenbau
Das Projekt schließt nicht nur die Lücke rund um den Dorfplatz, es ist auch die letzte Etappe der umfassenden Zentrumsgestaltung, die Mitte der 1990er-Jahre mit dem Straßenbau eingeleitet wurde: Die Kreuzung im Schnittpunkt von Bregenzerwald, Tiroler Lechtal und Arlberg wurde stark redimensioniert und umgestaltet.

2004 wurde dann das moderne Mehrzweckgebäude eröffnet, in dem neben Wohnungen wichtige Serviceeinrichtungen wie Gemeindeverwaltung, Post, Bank, Tourismusbüro und nicht zuletzt die Gendarmerie (heute Polizei) in einem modernen Haus zusammengefasst wurden.

Langer Weg zum “Biberkopf neu”
Als schwieriges Unterfangen entpuppte sich die nächste Etappe – die Erneuerung des Hotels Biberkopf, das im Herbst 2008 geschlossen wurde. Aus einem kuriosen Grund konnten notwendige Modernisierungen des Hauses nicht realisiert werden: Wegen Wassermangels hatte die Gemeinde Warth einen generellen Baustopp erlassen.

Auch nachdem dieses Problem durch eine Wasserleitung aus Lech behoben und es beim Hotel zu einem Besitzerwechsel gekommen war, liefen die Planungen schleppend. Das 1928 eröffnete Haus wurde zwar 2014 abgerissen, der Spatenstich für das neue Hotel ließ jedoch noch fünf Jahre auf sich warten. Da spielte es dann auch keine große Rolle mehr, dass die zu Saisonbeginn 2020/21 geplante Eröffnung coronabedingt noch einmal um ein paar Monate verschoben werden musste.

Zuvor konnte ein anderes wichtiges Infrastrukturprojekt realisiert werden: Rechtzeitig zum Saisonstart im Dezember 2017 ging die Dorfbahn in Betrieb. Diese ermöglicht einen direkten Zugang zum Skigebiet für die Urlaubsgäste in den Hotels und sonstigen Quartieren im Zentrum. Vom Hotel Biberkopf aus erfolgt dieser Zugang buchstäblich von Tür zu Tür – vom Skikeller direkt in die Talstation der Kabinenbahn. Diese ist ein Unikat in der Seilbahnlandschaft, denn erstmals wurde eine bestehende Bahn nach Insolvenz des Betreibers abgebaut, von Doppelmayr für den neuen Standort adaptiert und wieder aufgebaut.
Schmuckstück Dorfplatz
Herz der Zentrumsverbauung ist unbestritten der Dorfplatz, der zum echten Schmuckstück wurde: Zum einen wurde dieser zentrale Platz autofrei gestaltet, die Fahrzeuge von Hotelgästen, Personal, Anrainern usw. verschwinden in der Tiefgarage mit rund 70 Stellplätzen.
Und der Platz ist ganzjährig nutzbar – im Winter haben die Kids hier einen coolen Spielplatz, im Sommer machen mobile Bänke und Bäume aus dem Dorfplatz einen beliebten Treffpunkt. STP