Altachs Wiederauferstehung im Derby

Verdienter und klarer 3:0-Erfolg über eine Lustenauer Elf, die in jeglicher Hinsicht enttäuschte.
Altach Die Fans heizten die Stimmung schon vor dem Anpfiff an, doch auf dem Feld blieben die Akteure vieles schuldig. Dem Tabellenstand entsprechend entwickelte sich ein sportlich biederes Derby, das allein von der Dramatik, sprich vom Spielstand lebte. Und am Ende doch einen verdienten Sieger hervorbrachte. Denn der Cashpoint SCR Altach feierte auch im zweiten Saisonderby einen 3:0-Erfolg. Damit vergrößerte man den Punktevorsprung in der Tabelle auf den Ländle-Konkurrenten auf 13 Zähler.
Die Austria überraschte mit einer auf dem Papier sehr offensiven Aufstellung. Doch am Platz änderte sich dies schnell. Weil Altach rasch der Führungstreffer gelang, weil die Lustenauer nicht imstande waren, den Ball in die Spitze zu bringen. Die Konsequenz daraus war ein Minuswert von 0,0 für „expected goals“ in Halbzeit eins. Nur wenig besser (0,5) die Hausherren, dafür stellten sie mit Lukas Gugganig den besten Spieler in Hälfte eins. Nicht nur, dass der SCRA-Abwehrchef per Kopf für das 1:0 sorgte (6.), er hielt auch seine Abwehr zusammen und ließ im Verbund mit Constantin Reiner und Paul Koller gar nichts zu.
Schwächen bei hohen Bällen
Überraschend zeigte die Austria Schwächen bei hohen Bällen, vor allem bei Standards. Immer wieder verloren Kennedy Boateng und Darijo Grujcic ihre Gegenspieler aus den Augen. Wie beim Altacher Führungstreffer, als Gugganig nach einem Fadinger-Freistoß leicht zu einem Kopfball kam. Es sollte einer der wenigen Höhepunkte in Halbzeit eins bleiben. Denn ansonsten sorgte nur eine fünfminütige Unterbrechung nach Pyrogeschossen sowie ein Abseitstor von Gugganig (44.) für leichte Aufregung. Spielerisch boten beide Mannschaften eine schwer verdauliche Kost. Kaum einmal lief der Ball über mehrere Stationen, wobei die Hausherren auf dem überraschend gut zu bespielenden, aber dennoch tiefen, Platz ein wenig mehr Akzente setzten. Von der Austria kam offensiv gar nichts, vielmehr zog sich die Mannschaft mit Fortdauer der ersten Halbzeit mehr und mehr zurück.
Keine Wechsel zur Pause
Ohne personelle Veränderungen starteten beide Teams in die zweite Hälfte. Allein das änderte sich nach knapp 15 Minuten, als die Austria-Bank mit einem Dreifachwechsel neue Akzente setzen wollte. Doch nur Sekunden nach dem der Einwechslung passierte die Vorentscheidung. Denn Dominik Reiter und Gustavo Santos spielten sich durch die neu formierte Austria-Defensive, und Letzterer schloss den schönen Angriff mit dem 2:0 ab (60.). In den Jubel der SCRA-Fans schossen wieder Pyro-Geschosse aus dem Austria-Sektor in den Nachthimmel. Aus Sicherheitsgründen schickte Schiedsrichter Christopher Jäger beide Mannschaften in die Kabine. Während der achtminütigen Unterbrechung drohte der Unparteiische die Partie bei den nächsten Wurfgeschossen Richtung Platz die Partie abzubrechen.
In der Schlussphase hielten sich die Fans zurück, auf dem Platz tat sich ebenfalls nicht mehr viel. Zwar versuchten beide Trainer von der Bank mit neuen Spielern nochmals für Schwung zu sorgen. Doch in spielerischer Hinsicht blieb das Derby weiterhin viel schuldig. Allein die Hausherren untermauerten mit dem dritten Treffer ihre derzeitige Vormachtstellung im Ländle. Denn beim 3:0 durch Mike Bähre, der das Leder wunderbar ins lange Eck schlenzte, schlief die gesamte Austria-Defensive. Eine Situation, die symptomatisch für das Austria-Spiel war.
„Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung, waren fokussiert und haben verdient gewonnen.“
„Wir sind nie in die Zweikämpfe gekommen, haben die Intensität nicht angenommen.“

Das VN-Team beim Derby in Altach: Christian Adam, Markus Krautberger und Jan Natter