Der Handballakademiker schafft sich Freiräume

Sport / 13.04.2023 • 20:45 Uhr
Alexander Wassel ist mit 30 Jahren der drittälteste Bregenz-Akteur und der einzige Vater im Aufgebot der Festspielstädter. <span class="copyright">GEPA </span>
Alexander Wassel ist mit 30 Jahren der drittälteste Bregenz-Akteur und der einzige Vater im Aufgebot der Festspielstädter. GEPA

Bregenz-Routinier Alexander Wassel verkündet Karriereende.

Bregenz Gemeinsam mit Kapitän Lukas Frühstück ist Alexander Wassel jener Akteur, der im Verlauf seiner Karriere noch nie ein anderes Trikot, als jenes von Bregenz Handball getragen hat. Nach Ablauf der laufenden Saison wird der Flügelflitzer mit der Nummer 29 auf dem Rücken die Handballschuhe an den Nagel hängen. „Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Ich bin mit dem Handballsport seit meiner Jugend eng verbunden und der Handball hat den Großteil meines Lebens bestimmt und geprägt“, betont der Absolvent der Handballakademie Mehrerau. „In den letzten Jahren wurde das Jonglieren zwischen Familie, Beruf und Sport aber immer anstregender und intensiver und deshalb habe ich mich entschlossen, meiner Familie und mir mehr Freiräume zu schafffen.“

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Im Herbst 2001 begann der 30-jährige Familienvater mit dem Handballsport, durchlief alle Jugendmannschaften und feierte in der Saison 2011/12 sein Debüt in der HLA-Mannschaft. In den 13 Saisonen bestritt Wassel knapp 350 Ligaspiele und 30 Partien im Europacup und erzielte dabei exakt 528 Tore in der Liga und 34 auf der europäischen Bühne. Größte Erfolge waren die beiden Erfolge im ÖHB-Supercup 2016 und 2022 sowie der Gewinn des ÖHB-Pokals im Mai letzten Jahres. In der Handball-Liga Austria gab es drei Vizemeistertitel (2011, 2015 und 2016) sowie einen dritten Rang 2013. „Es war für mich immer eine Ehre, das Bregenzer Trikot zu tragen. Ich habe über die Jahre viele tolle Menschen kennengelernt, war immer stolz ein Bregenzer Spieler zu sein und verbinde mit Bregenz Handball viele schöne Momente. Daran wird sich auch nach Beendigung meiner aktiven Karriere nichts ändern. Ich habe die Dreifachbelastung mit Studium, später Beruf, Familie und Sport immer gerne auch mich genommen.“

Trotz der Vorfreude auf eine etwas ruhigere Zeit zeigt sich Wassel vor seinen letzten Einsätzen kampfbereit und erfolgshungrig: „Ich hoffe natürlich, dass meine letzte Saison als Aktiver noch möglichst lange dauert. Absolute Krönung wäre natürlich, wenn wir wie 2022 zum Abschluss einen Titelgewinn feiern könnten.“

Gallionsfigur auf und neben dem Spiefeld

„Mit Alex verlässt eine Gallionsfigur das Spielfeld. Es fällt schwer, aber kommt nach vielen Gesprächen in den vergangenen Monaten nicht ganz überraschend für uns”, betont Geschäftsführer Björn Tyrner. “Alex war auf und neben dem Platz immer mit ganzem Herzen für diesen Verein da und ich freue mich, dass er uns auch weiterhin in anderer Rolle zur Verfügung stehen wird. Auf dem Spielfeld werde ich Alex sehr vermissen.“

Ähnlich das Statement von Sportvorstand Gregor Günther: „Alex hat sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Leader und einer Persönlichkeit auf und abseits des Spielfelds entwickelt. Ich habe höchsten Respekt, wie Alex die letzten Jahre seine junge Familie, Handball und Job erfolgreich unter einen Hut brachte. Bei Alex ist und war Handball eine große Leidenschaft, nur so konnte er dieses Pensum erfolgreich meistern. Ganz Bregenz Handball ist ihm zu großem Dank verpflichtet, danke Alex!“

Trainer Markus Rinnerthaler: „Mit Alex verliert Bregenz Handball nicht nur einen Leistungsträger, sondern auch eine Persönlichkeit in der 1. Mannschaft. Studium, Job, Familie und Spitzensport unter einen Hut zu bringen, schafft kaum jemand. Er ist ein Beispiel dafür, was alles möglich ist, wenn man hart arbeitet und an sich glaubt. Da er immer und überall 100 Prozent geben möchte, hat er sich jetzt etwas mehr Freiraum und vielleicht auch Freizeit verdient. Seit 2004 durfte ich den Wegbegleiter von ihm in der Handball-Akademie, verschiedenen Jugendmannschaften bis hin zur 1. Mannschaft sein. Ich könnte 100 Geschichten über diese Zeit erzählen, in der sich eine Freundschaft entwickelte. Alex, ich möchte dir persönlich ‚DANKE für diese schöne Zeit‘ sagen und hoffe, dich nach einer kurzen Verschnaufpause in anderer Funktion im Verein wieder begrüßen zu dürfen. Bis dahin sehen wir uns bei diversen Spielen in der Handball-Arena.“