“Ein paar Produkte haben wir auf Mehrweg umgestellt”

Ein Jahr Einwegpfand in Österreich: 54 Millionen Rückgaben in Vorarlberg. Das halten Betriebe und Konsumenten davon.
Bregenz Die Verantwortlichen bei Recycling Pfand Österreich sind zufrieden. Im Jahr 2025 wurden insgesamt rund zwei Milliarden PET-Flaschen und Dosen in Verkehr gebracht. 1,4 Milliarden davon wurden bis 31. Dezember zurückgegeben. “Das bedeutet, dass mehr als acht von zehn Pfandgebinden den Weg zurück in den Kreislauf finden”, resümierte Monika Fiala, Geschäftsführerin von Recycling Pfand Österreich, vor wenigen Tagen bei der Bilanz-Pressekonferenz. Das Einweg-Pfandsystem in Österreich ist seit 1. Jänner 2025 in Kraft. Das Ziel, im ersten Jahr eine Sammelquote von 80 Prozent zu schaffen, konnte laut Recycling Pfand Österreich mit 81,5 Prozent erreicht werden. Nächstes Ziel ist, die Quote bis 2027 auf 90 Prozent zu steigern.

Wie aus einer aktuellen Umfrage im Auftrag von Recycling Pfand Österreich hervorgeht, befürworten rund drei Viertel der Konsumenten das Einweg-Pfandsystem, 85 Prozent fühlen sich gut informiert. Auch in Vorarlberg?

“Ein paar Anfangsschwierigkeiten mit der Anmeldung und der Rückholung gab es schon, aber jetzt klappt es eigentlich ganz gut mit dem System. Ein Thema ist bei vielen sicher nach wie vor der Platz. Wo lagere ich das alles?”, berichtet Gastronom Lukas Buttazoni. Der 41-Jährige betreibt in Bregenz gemeinsam mit Geschäftspartnern mehrere Lokale (Pier 69, Diner 69, LuSt-Bar) und ist für die Gastronomie auf den Schiffen der Vorarlberg Lines verantwortlich.

In Vorarlberg wurden im Vorjahr 54 Millionen PET-Flaschen und Dosen zurückgegeben. Aus ökologischer Sicht sei es ein positiver Aufwand, sagt Buttazoni. Aus logistischen Gründen habe man aber ein paar Produkte auf Mehrweg umgestellt. “Im Restaurant ist das sehr gut umsetzbar, auf der Schifffahrt ist es teilweise schwierig. Gerade bei Veranstaltungen wie dem Familien-Schiffletag sind wiederverschließbare PET-Flaschen sehr beliebt. Man verrechnet das Pfand zudem nicht mit, weil es an Bord konsumiert wird, aber man hat natürlich nicht im Blick, ob die Gäste die Flasche mitnehmen. Auch im Diner 69 servieren wir so gut wie alle Getränke im Limonadenbereich in Dosen. Beim To-go-Geschäft verschenken wir das Pfand sozusagen”, schildert der Gastronom.

Die Gebinde werden in den Betrieben in großen Säcken gesammelt und vom Großhändler abgeholt. Michael Mittelberger, Verkaufsleiter bei Metro in Dornbirn, zieht nach einem Jahr ebenfalls eine positive Bilanz. “Auch der große Rückgabeautomat wird von den Kunden sehr gut angenommen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und ‚Widerständen‘ ist es jetzt eigentlich ganz ruhig und es hat sich super eingespielt”, erläutert er. Tanja Bonetti, Filialleiterin bei Spar Albrecht in Schwarzach, kommt zu einem ähnlichen Schluss: “Es war eine Eingewöhnungsphase, aber mittlerweile läuft es einwandfrei. Wir hatten mit dem Automaten auch noch nie wirkliche Probleme. Es kommt doch relativ viel zurück. Ich habe einmal am Tag einen vollen Sack.”

Doch nicht jede PET-Flasche und Dose landet direkt in den Rückgabestellen. “In den Müllkübeln findet man schon noch Pfandflaschen und -dosen”, stellt Jürgen Ammon vom Bauhof in Schwarzach fest. Überbewerten könne man das Ganze allerdings nicht. “Wir finden im Sommer teilweise auch volle Sechserträger Bier. Es gibt Leute, die interessiert es einfach nicht, auch wenn es Geld dafür gibt”, veranschaulicht er. Was sehr wohl auffalle, sei, dass weniger Energydrink-Dosen und Ähnliches in der Natur entsorgt werden. “Es kommt aber trotzdem immer noch einiges zusammen, meistens nach dem Wochenende”, ergänzt Ammon.

Recycling Pfand Österreich zufolge gibt es österreichweit rund 16.300 Rückgabestellen und mehr als 6400 Automaten. Am Anfang sei es etwas ungewohnt gewesen, sagt Hannelore Nagel (63), während sie Dosen und PET-Flaschen in den Rückgabeautomaten legt. “Man hatte das Gefühl, dass man sehr viel mehr Müll im Keller hat, außerdem war man gewohnt, immer alles möglichst klein zu machen. Das war etwas gewöhnungsbedürftig, aber jetzt geht es in einem mit dem Einkaufen und es ist absolut sinnvoll”, findet die Dornbirnerin.