Im Rampenlicht stehen die anderen

Maria Müller werkelt für ihr soziales Anliegen lieber hinter den den Kulissen.
Bürs. (VN-mm) Trotz ihres umtriebigen Tuns im kulturellen Bereich steht Maria Müller kaum im Rampenlicht. Es drängt sie nicht dorthin. Auch die Familie hielt und hält sie aus der Öffentlichkeit heraus. Die große Bühne überlässt sie lieber den Künstlern, die Garanten sind, dass sie ihr soziales Anliegen weitertragen kann.
Aufgewachsen ist die neue Russ-Preis-Trägerin in einer Bauernfamilie in Alberschwende. Nach ihrer Heirat zog Maria nach Bürs, wo sie seit gut vierzig Jahren wohnt. Drei Kinder haben sie und ihr Mann großgezogen. „Alle sind wohlgeraten“, merkt die Mutter zufrieden an. Simone und Martin, die Erstgeborenen, sind Zwillinge. Georg ist der Dritte im Bunde. Mittlerweile erfüllen noch fünf Enkelkinder das Herz von Maria Müller mit Freude.
Neben der Familie spielt die Kultur eine wichtige Rolle im Leben der engagierten Frau. Sie liebt klassische Musik und kuratierte häufig Ausstellungen. Eine Ausstellung war es auch, die den Anstoß zu dem gab, für das Müller heute steht, nämlich die Veranstaltungsreihe KULTUR.LEBEN. „1991 organisierte ich eine Spielzeugausstellung im Klostertal. Sie war ein so großer Erfolg, dass sie verlängert wurde“, erzählt Maria Müller. Allerdings musste sie wegen der beginnenden Ferien auf die Schüler verzichten, die das Rahmenprogramm der Ausstellung mit ihren Projekten gestaltet hatten. Also ersann sie eine Alternative für ein Begleitprogramm. Weil dafür aber kein Geld zur Verfügung stand, machte Maria Müller aus der Not eine Tugend und erkundigte sich bei der Caritas, ob es denn Kinder zu unterstützen gäbe. „Ich dachte mir, wenn ich Musiker frage, ob sie unentgeltlich auftreten und wir Eintrittsgelder für ein Kinderprojekt lukrieren, könnte eine gute Kooperation entstehen.“
Ein Schwur fürs Leben
Gedacht. Getan. Michael Köhlmeier, Robert Schneider, Alexander Swete, Eugen Bertel und das Eos-Quartett der Wiener Symphoniker sagten spontan zu. Damit wurde zwischen Vitrinen der Grundstein für eine besondere und heute anerkannte Kulturreihe gelegt. Nutznießer waren anfangs von Aids betroffene Kinder in Rumänien. Maria Müller hat sie besucht. Was sie sah, schockierte sie nicht nur, sondern rang ihr auch einen Schwur ab: „So lange ich lebe, möchte ich mich dafür einsetzen, dass Kinder wie diese Hilfe erhalten.“ Inzwischen unterstützt KULTUR.LEBEN ein Projekt in Addis Abeba, wo rund 175 HIV-infizierte Mädchen und Buben dank „Hanna Ophan’s Home“ und Maria Müller in eine bessere Zukunft blicken können. Zudem erhalten 200 Schüler täglich ein Mittagessen.