Ein Paradies will entdeckt werden

Entspannter Bootstrip durch eines der letzten Paradiese: die Britischen Jungferninseln.
reise. (srt/Gerd Krauskopf) Cheers! Ein „Ankerschlückchen“ ist fällig in der türkisfarbenen Bucht der Trellis Bay auf Beef Island, in der wir mit unserem Motorkatamaran am späten Nachmittag vor Anker gegangen sind. Während sich die kleine Reisegruppe zuprostet, schimmert silbrig die karibische See am Horizont mit einer Inselwelt aus kleinen und größeren bewaldeten Vulkanbergen. Nur einen Steinwurf entfernt wartet hinter einer feinen weißen Sandlinie eine sattgrüne tropische Vegetation. Da ist die Frage „Schnorcheln oder hinüberschwimmen?“ schnell beantwortet. Gedanklich laufen die nackten Füße bereits auf dem feinen, gleißend hellen Sand. Das Traumziel ist erreicht: die Britischen Jungferninseln, kurz BVI für British Virgin Islands, gut 100 Kilometer östlich von Puerto Rico in der Karibik. Zwischen den, je nach Wasserstand, 50 bis 60 Inseln erstreckt sich eines der schönsten Segelreviere der Erde. Yachties aus aller Welt zieht es zum Inselhüpfen in Harmonie mit der Natur hierhin. Die BVI sind ein Geheimtipp für Individualisten, die mehr als Strand und Sonne suchen. Die meisten mieten sich wie wir ein Boot mit Skipper. Eine Woche lang steuert uns Skipper Dunbar mit seinem Motorkatamaran sicher durch die Inselwelt. Die karibischen Nächte an Bord werden wir nie vergessen. Ludger, als „Smutje“ auserkoren, zaubert ab jetzt bei jedem Sonnenuntergang gekonnt das Nationalgetränk: den „Painkiller“ – Schmerztöter – einen Cocktail auf Rumbasis. Nach Einbruch der Nacht stimmt der unendliche Sternenhimmel demütig. Wir sind mitten drin im „Caribbean feeling“. Nach dem Ankerlichten nimmt Dunbar Kurs auf die von einem ausgedehnten Riff umgebene Insel Marina Cay. Dort lebt der 80-Jährige Charles Tobis, der einst den ersten „Painkiller“ trank, das Rezept von dessen Erfinderin jedoch nie erhielt. So mixte er den Cocktail so lange, bis der ihm mit dem selbst kreierten „Pussers Rum“ noch schmackhafter gelang. Geschäftstüchtig, ließ er sich das Rezept patentieren. Heute ist der „Killer“ Nationalgetränk. Virgin Gorda, die drittgrößte Britische Jungferninsel, beeindruckt mit ihren eindrucksvollen Felsformationen „The Baths“. Dort anzulegen ist allerdings nicht gestattet. So geht es ein paar Schiffsschraubenumdrehungen weiter zum Virgin-Gorda-Jachthafen und dann per Taxi und kurzem Fußmarsch zu den gigantischen