Das sagt Dornbirns Bürgermeisterin zum umstrittenen Grundstücksgeschäft

Politik / 16.07.2020 • 20:00 Uhr
Bürgermeisterin Kaufmann stellte sich den Fragen von VN-Redakteur Matthias Rauch.
Bürgermeisterin Kaufmann stellte sich den Fragen von VN-Redakteur Matthias Rauch.

Stadtchefin nimmt beim digitalen VN-Stammtisch Stellung zur Causa.

Dornbirn Die Coronapandemie hat auch die Messestadt vor neue Herausforderungen gestellt. Bürgermeisterin Andrea Kaufmann (ÖVP) spricht unter anderem über befürchtete finanzielle Ausfälle und die Pläne für die Herbstmesse.

Welche Auswirkungen hat die Covidkrise auf Dornbirn?

Es war für uns alle eine sehr schwierige Zeit, auch in Dornbirn. Nachdem sich die Infektionszahlen etwas beruhigt haben, stehen die finanziellen Auswirkungen an, natürlich für viele Unternehmen, für viele Vereine und für uns in der Stadt Dornbirn. Wir rechnen für 2020 mit Ausfällen von bis zu 15 Millionen Euro. Nun versuchen wir, finanziell und wirtschaftlich möglichst gut über die Runden kommen. Es ist leichter, wenn man eine solide wirtschaftliche Grundausstattung hat.

Sind manche Projekte nun nicht mehr umsetzbar?

Wir sind in mehreren Runden über die Bücher gegangen. Die großen Projekte, da sind wir uns einig, sollten wir weitermachen. Wir bekommen von der Gemeindemilliarde des Bundes für die Stadt Dornbirn 6,2 Millionen Euro an Investitionsförderung. Die Volksschule Haselstauden ist fertiggestellt. Der Architekturwettbewerb für die Turn- und Veranstaltungshalle mit Tiefgarage und den neuev Kindergarten in Haselstauden sind abgeschlossen, und das Projekt wollen wir weiterführen. Dasselbe gilt für die Volksschule Forach.

Der umstrittene Grundstücksdeal im Baurecht nahe der Fachhochschule ist abgesegnet. Was ist dort konkret geplant?

Ich bitte, vom Wort „Deal“ abzusehen. Es geht um Flächenmanagement, um die Stadtentwicklung. Da ist die Stadt Dornbirn schon lange aktiv. Die besagten Grundstücke sind seit vielen Jahren im Flächenmanagement besprochen worden, da auf dem Campusareal rund um die FH künftig sehr viel entstehen soll. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass es das Zukunftsareal schlechthin, auch regional, darstellt. Schon der Vorvorgänger in der Stadtplanung war damit beschäftigt, zu schauen, ob man die beiden Grundstücke für die Entwicklung des Areals bekommen kann. Das war nicht möglich, jetzt ist es gelungen. Wir können uns die Flächen für die nächsten Jahrzehnte sichern. Die von der Opposition angeführten Kosten von 15 Millionen Euro sind völlig utopisch. Das wäre der Fall, wenn wir die Flächen im Baurecht übernehmen, dann 50 Jahre lang zahlen und nichts damit machen. Das ist nicht geplant. Es gibt konkrete Anfragen für eine Bebauung, die wir im Baurecht dann auch weitergeben.


Kann die Herbstmesse wie geplant stattfinden?

Wir stehen in intensivem Kontakt mit dem Land, den Behörden und der Geschäftsführerin. Wir müssen schauen, wie sich die Lage bis September entwickelt. Derzeit werden Sicherheitskonzepte ausgearbeitet. Sollte sich die Situation stabilisieren, wird die Messe unter den höchstmöglichen Schutzmaßnahmen auch stattfinden können.