Dornbirner Narren entführten den Stadtrat

VN / 04.02.2026 • 11:25 Uhr
Seit Dienstag ist es offiziell, Zunftmeisterin Dagmar Fenkart-Kaufmann regiert mit ihren Narren für 14 Tage Dornbirn.
Seit Dienstag ist es offiziell, Zunftmeisterin Dagmar Fenkart-Kaufmann regiert mit ihren Narren für 14 Tage Dornbirn. Carmen Thurnher

Babys und bissiger Humor auf dem Dornbirner Marktplatz.

Dornbirn Am Dienstagnachmittag war es vorbei mit der geordneten Macht im Dornbirner Rathaus. Seitdem regieren wieder die Narren – zumindest bis zum Aschermittwoch. Mit lautem Tamtam, spitzer Zunge und viel Selbstironie übernahm die Dornbirner Fasnatzunft am Nachmittag offiziell die Regierung der Messestadt. Dornbirn ist damit wieder dort, wo es im Fasching hingehört – fest in Narrenhand.

Dornbirns Rathaus-Crew bewies Humor und lachte herzlich über den spitzen Vortrag vom Schnorrawagglar.
Dornbirns Rathaus-Crew bewies Humor und lachte herzlich über den spitzen Vortrag vom Schnorrawagglar.

Der Schlüssel gehört jetzt den Narren

Kurz nach 15 Uhr zog der vollständig “entführte” Stadtrat, angeführt vom Dornbirner Fanfarenzug, auf dem Marktplatz ein. Bürgermeister Markus Fäßler, Vizebürgermeister Alexander Juen sowie die Stadträte Christoph Waibel, Barbara Röser, Juliane Alton, Johannes Zangerl, Gebhard Kröss, Judith Knabl und Valentin Sottopietra hörten sich tapfer die traditionelle Rede des Schnorrawagglars an. Humor ist, wenn man trotzdem lacht – und genau das war gefragt, bevor Fäßler den Rathausschlüssel symbolisch und offiziell an Zunftmeisterin Dagmar Fenkart-Kaufmann übergab.

Der Fanfarenzug läutete die offizielle Übergabe ein.
Der Fanfarenzug läutete die offizielle Übergabe ein.

Der Schnorrawagglar rechnet ab

Der Wert der Stadträte liege nicht in ihren Tätigkeiten, sondern schlicht in ihrer Existenz, eröffnete Schnorrawagglar Hugo Nussbaumer seine Ansprache. Danach folgte das närrische Regierungsprogramm für die nächsten 14 Tage: Das Spital wird kurzerhand dem Land geschenkt, inklusive Kosten und Schulden. Als Gegenleistung solle bitte alles so bleiben, wie es ist, denn was das Land vorhabe, sei meist “an Mioscht”. Auch der geplante Badesee wurde gelöst: Loch graben, Wasser aus der Ach hinein, fertig. Auch verkehrspolitisch gab’s Ideen: “Heat d´Stadt ou kuo Geold, tuond mir großzügiger denko, mir tuond do alto Karrosteag dom Messepark schenko. Dio künnend dean in Neubou integriero, und an Überführung zum nöuo Ikea omme konstruiero”, so der Schnorrawagglar.

Die Stadträte zeigten sich gut gelaunt.
Die Stadträte zeigten sich gut gelaunt.

Närrische Lösungen für echte Probleme

Schwammstadt-Ideen wurden ebenso kritisch beäugt wie sündteure Böden im neuen Studa-Saal. Die Lösung: Filzpantoffeln für alle – ganzjährig. Den roten Teppich gibt’s trotzdem. Nicht zuletzt, um das Bauamtschaos stilvoll zuzudecken.

Der gesamte Stadtrat wurde kurzerhand als Babys verkleidet.
Der gesamte Stadtrat wurde kurzerhand als Babys verkleidet.

Und das wichtigste Thema des Jahres durfte natürlich nicht fehlen – die geplante Verlegung der Gynäkologie nach Bregenz. Entsprechend wurden alle Stadträte als Babys verkleidet und nach der Schlüsselübergabe tanzte die Rathausabordnung zum “Babysitter-Blues” über den Platz.

Schnorrawagglar Hugo Nussbaumer verriet, wie die närrische Politik aussieht.
Schnorrawagglar Hugo Nussbaumer verriet, wie die närrische Politik aussieht.

Bissfeste Politik

Danach wurde es noch sportlich. Beim parteiübergreifenden Mohrenkuss-Wettessen ohne Hände zeigte Bürgermeister Fäßler Biss und verschlang die Süßigkeit mit einem Zug, dicht gefolgt von Waibel. Zum Abschluss ging es gemeinsam auf den Faschingswagen, lautstark durch die Innenstadt und schließlich zum gemütlichen Finale in den Mohrenkeller. Dornbirn kann Fasching und der Stadtrat lacht. Hugo Nussbaumer erinnerte die zahlreichen Schaulustigen auch noch an zwei wichtige Termine im Faschingskalender – den Kehlegger Umzug am Samstag, 14. Februar (14 bis 17 Uhr), und den Haselstauder Umzug am Dienstag, 17. Februar (14 bis 18 Uhr). cth

Bunte Vögel mischten sich unter die Schaulustigen.
Bunte Vögel mischten sich unter die Schaulustigen.
Röser, Zangerl, Waibel, Alton & Co. lauschten, was der Schnorrawagglar zu verkünden hatte.
Röser, Zangerl, Waibel, Alton & Co. lauschten, was der Schnorrawagglar zu verkünden hatte.
Bürgermeister Markus Fäßler überstand seine Fasnat-Premiere mit viel Humor.
Bürgermeister Markus Fäßler überstand seine Fasnat-Premiere mit viel Humor.
Baby-Alarm auf dem Dornbirner Marktplatz.
Baby-Alarm auf dem Dornbirner Marktplatz.
Die Gardemädchen durften den symbolischen Schlüssel verwahren.
Die Gardemädchen durften den symbolischen Schlüssel verwahren.
Die Stadträte lachten herzhaft über die bissigen Kommentare.
Die Stadträte lachten herzhaft über die bissigen Kommentare.
Es ist vollbracht - Bürgermeister Markus Fäßler übergibt symbolisch den Rathausschlüssel.
Es ist vollbracht – Bürgermeister Markus Fäßler übergibt symbolisch den Rathausschlüssel.
Stolz demonstriert die Zunftmeisterin wer die nächsten 14 Tage das Sagen in Dornbirn hat.
Stolz demonstriert die Zunftmeisterin, wer die nächsten 14 Tage das Sagen in Dornbirn hat.
Zum Babysitter-Blues wagte der Bürgermeister ein Tänzchen.
Zum Babysitter-Blues wagte der Bürgermeister ein Tänzchen.
Der Bürgermeister bewies Taktgefühl.
Der Bürgermeister bewies Taktgefühl.
Auch beim Mohrenkuss-Wettessen bewies der Bürgermeister wer die Nummer 1 in Dornbirn ist.
Auch beim Mohrenkuss-Wettessen bewies der Bürgermeister, wer die Nummer 1 in Dornbirn ist.
Die Stadträte waren sofort für den Spaß zu haben.
Die Stadträte waren sofort für den Spaß zu haben.
Voller Einsatz am Mohrentisch.
Voller Einsatz am Mohrentisch.
Gekonnt ist gekonnt!
Gekonnt ist gekonnt!