Ikonische Erbschaft, zeitgemäße Mitgift

Der Nachfolger des Defender schafft den Spagat zwischen Alltagstauglichkeit und Geländemeisterschaft.
Land Rover Zivilen Urprungs ist der Landie, im Gegensatz zu Offroadern anderer Marken. Gestartet war er 1948, als Ackergaul. Seit 1990 heißt er Defender. Ausgelaufen ist er 2016, nach mehr als zwei Millionen verkauften Exemplaren. 2018 folgte eine „Works“-Sonderedition mit 5,0-l-V8 (405 PS), als Krönung des Kult- und Ikonenstatus. An diese Erbschaft soll die Neuauflage anknüpfen. Doch geht der Defender seine Karrierefortsetzung mit neuen Eigenschaften an. Diskussionen, ob er noch ein Echter wäre, halten die Engländer die Entsprechung der aktuellen und künftigen Gesetze entgegen, ebenso die neue Globalität (gilt jetzt auch für die USA und China). Auch sein Geburtsort ist neu. Er wird in Nitra, Slowakei, gefertig.
Vier angebotene Motorisierungen
Dank dessen bereiteten die Reisehürden zwischen den Britischen Inseln und dem Festland wegen Corona keine Schranken für eine Erstbegegnung. Die Fahrpremiere ging im Land Rover Experience Center in Wülfrath bei Wuppertal, Deutschland, über die Bühne. Von den vier angebotenen Motorisierungen stand der stärkere der 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel (240 PS, 430 Nm) parat für eine Erprobung auf Asphalt sowie im ernsthaften Gelände. Das Aha-Erlebnis der neuen Geräumigkeit konnte man ja schon statisch haben. Dass die Informationsinstrumente sowie die Bedienelemente auf dem richtigen Fleck positioniert sind, auch das ist nicht neu. Ganz neu ist das Geräuschniveau. Die Türen schließen satt.
Der Diesel ist präsent, hält sich aber akustisch im Hintergrund. Eine neue Welt ist das Einlenkverhalten, gefühlt nicht allzu direkt, doch präzise, ob auf Dorfstraßen oder in Haarnadelkurven. Auf die Autobahn pfeilt er, unterstützt von der Achtgangautomatik, fast wie ein Sportler. Dort, wo‘s zulässig ist, locker bis über die 180 km/h-Marke. Genauso easy ist er wieder einzufangen, die Bremsen arbeiten prompt und progressiv.
Dass er jegliche Art von Geländeformation souverän inhaliert, war zu erwarten. Auch wenn der Aufbau nicht mehr auf einem Leiterrahmen ruht – im wahrsten Sinne des Wortes, der Federungskomfort übertrifft den Bruder Discovery V -, schlängelt er sich trotz imposanter Abmessungen behende über Stock und Stein, durch Schlamm und Schotter, über engwinkelige Pfade und knifflige Holzkonstrukte. Die ausgeklügelte Elektronik des Allradantriebssystems inklusive neuem Watmodus regelt die Traktion beim Geländegang. Die Automatik-Stufe des Offroad-Fahrprogramms agiert stets genau richtig.
Der neue Land Rover Defender ist onroad sportlich, offroad wie gewohnt versiert, hier wie dort genau richtig gefedert.



Fakten und Daten
MOTOREN/GETRIEBE/ANTRIEB Diesel: 2,0 l, 200, 240 PS, Benziner: 2,0 l, 300 PS, 3,0 l, 400 PS/Achtstufenautomatik/Allrad.
ABMESSUNGEN/KOFFERRAUM/GEWICHT L/B/H 4758 (5018)/2008/1967 mm, Radstand 3022 mm/160 – 1946 l/ab 2261 kg.
MARKTSTART/PREIS bereits erfolgt/ab 66.580 Euro.