Kinderaugen zum Leuchten bringen

Mario Bitschnau ist seit 26 Jahren der Nikolaus in Düns.
Düns Mit 18 Jahren ist Mario Bitschnau bereits in die Rolle des Nikolaus geschlüpft. “Der damalige Nikolaus bei mir im Dorf hat einen Nachfolger gesucht”, erklärt er. Dies war 1997 und wurde damals vom Frauenbund organisiert. “Meine Mutter war damals dort Mitglied. Sie hat mich gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte.” Erst ist er als Knecht Ruprecht mitgegangen. “Das hat mich sehr fasziniert und dann habe ich mich entschlossen, das Jahr darauf als Nikolaus zu gehen”, sagt er.

Mittlerweile macht er dies seit 26 Jahren. “Ich war schon sehr früh mit Nikolaus verbunden, weil ich als Kind auf das Haus, wo der Nikolaus immer herausläuft, schauen konnte. Später in diese Rolle zu schlüpfen, ist etwas Besonderes.” Brauchtumspflege ist für den Vorarlberger von größter Bedeutung, gleich ob es dabei um den Osterhasen, Nikolaus oder das Martinsfest geht. “Einfach Geschichten, die es früher gegeben hat, weiterführen”, meint er. “Für mich speziell ist der Nikolaus das Wichtigste, er ist der populärste und wichtigste Heilige. Die Kinder sehen dich, hören und können dich angreifen. Anders als beim Christkind oder Osterhasen.”

Besonders, da er als Nikolaus den Kindern einiges vermitteln kann. “Ich sehe es als Chance, Kinderaugen zum Leuchten zu bringen und wichtige Botschaften zu überbringen”, lächelt Bitschnau. “Man liest nur noch schlechte Neuigkeiten. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, andere Werte in den Vordergrund zu stellen. Ich versuche den Kindern Nächstenliebe zu vermitteln und dass der Nikolaus die Frohbotschaft überbringt, dass wir einander unterstützen sollten.”

Die Vorbereitungen auf seinen Besuch bei den Kleinen beginnen jetzt schon. “Es sind insgesamt 24 Häuser bei uns im Dorf, die ich besuche. Ich erstelle schon die Reihenfolge und verschicke sie”, erklärt er. Bitschnau macht sich auch intensiv Gedanken, welche Geschichte oder Legende er den Kindern heuer erzählen wird. Manchmal muss man es ebenfalls auf das Alter anpassen.

Geschenke dürfen dabei auch nicht fehlen, diese werden von den Eltern vor die Tür gestellt, damit er mit ihnen hineinlaufen kann. “An den drei Tagen nehme ich mir Urlaub. Ich möchte nicht gestresst von der Arbeit kommen und dann ins Nikolauskostüm schlüpfen”, meint er. “Am Vormittag geht es dann in den Kindergarten und ins Altersheim, am Abend dann zu den Kindern nach Hause.”

In den ganzen Jahren, in denen er in die Rolle des Nikolaus schlüpft, wird er eine Situation nicht vergessen. “Das war nicht unbedingt bei den Kindern. Ich war mal bei einem Seniorennachmittag. Es hat die Leute dort sehr berührt und mich auch. Sie waren dann wie Kinder und haben mir Gedichte vorgetragen und gesungen”, schildert er. “Und bei den Kindern ist es sowieso jedes Mal besonders.”

Sein Wissen sowie seine Erfahrung teilt Mario Bitschnau seit einigen Jahren ebenfalls mit anderen Nikoläusen. Auf der Abendschule für den Nikolaus ist er einer der Referenten neben Hans-Peter Sutterlüty. “Er macht den geistlichen und geschichtlichen Hintergrund”, schildert er. Der Vorarlberger erklärt den Teilnehmern das drum herum: Wie kann ich den Besuch gestalten? Wie kann ich mit den Kindern ins Gespräch kommen? Wie kann ich eine Geschichte erzählen? “Ich finde es wichtig, dass man den Hintergrund auch kennt, vor allem warum wir eigentlich das Ganze machen.”


zur Person
Mario Bitschnau
geboren 05.02.1980
Wohnort Düns
Beruf Polizeibeamter
Hobbys Nikolaus, Fischen, Familie, Singen im Chor