Ausgezeichneter Tischler mit Teamgeist

Menschen / 09.07.2023 • 12:00 Uhr
Maximilian Karg macht in Bregenz eine Lehre zum Tischler. <span class="copyright">VN/Plesch</span>
Maximilian Karg macht in Bregenz eine Lehre zum Tischler. VN/Plesch

Maximilian Karg aus Lauterach glänzt gleich in mehreren Rollen.

Bregenz, Lauterach Viel hatte er sich nicht ausgerechnet. Als Maximilian Karg (23) bei den Lehrlingswettbewerben der Tischler in Linz seine Aufgabe absolviert hatte, ging er eher resigniert von der Bühne. Umso mehr freute es den Lauteracher, als er später als Zweitplatzierter ausgezeichnet wurde. Doch damit nicht genug. Als Team holten die Vorarlberger Lehrlinge den Gesamtsieg. Und das zum ersten Mal seit 2009. Mit fünf Pokalen im Gepäck ging es für die Vorarlberger zurück ins Ländle. Einen großen Teil zu diesem Erfolg trug Maximilian Karg bei, ein Einzelkönner, der in der Teamarbeit aufgeht.

„Natürlich hatte ich eine mega Freude über meinen zweiten Platz, aber das Wichtigste ist mir der Erfolg in der Gruppe. Das, was wir als Team geschafft haben, ist schon etwas ganz Spezielles“, sagt der 23-Jährige. Und das feierten die Bundessieger anschließend natürlich ausgiebig.

Maximilian Karg, hier mit seinen Eltern, belegte beim Bundeslehrlingswettbewerb der Tischler in Linz den zweiten Platz. <span class="copyright">Privat</span>
Maximilian Karg, hier mit seinen Eltern, belegte beim Bundeslehrlingswettbewerb der Tischler in Linz den zweiten Platz. Privat
So sehen Sieger aus: Maximilian Karg bejubelt seinen Erfolg. <span class="copyright">Cityfotos/Pelzl</span>
So sehen Sieger aus: Maximilian Karg bejubelt seinen Erfolg. Cityfotos/Pelzl
Volle Konzentration hieß es bei der Aufgabe. <span class="copyright">Cityfotos/Pelzl</span>
Volle Konzentration hieß es bei der Aufgabe. Cityfotos/Pelzl

Bei dem jährlich ausgetragenen Bewerb schicken die neun Bundesländer jeweils ihre besten Lehrlinge aus den vier verschiedenen Lehrjahren. „Vorarlberg vertreten zu dürfen, war schon eine besondere Ehre“, sagt Karg. Er ist im vierten Lehrjahr im Fach Tischlereitechnik Produktion. Seine Aufgabe bei dem Contest: die Produktionsplanung und Programmierung der CNC-Maschine für eine Anrichte in Dreiecksform mit Schublade und Schriftzug.

Intensive Vorbereitung

Der Erfolg war der Lohn für eine zeitintensive Vorbereitung. Seinen Dank richtet Karg an seinen Berufsschullehrer Günter Vögel, der die Lehrlinge unterstützte, bestens vorbereitete und ihnen viel Zeit zum Üben einräumte. Doch auch in ihrer Freizeit bereiteten sich die angehenden Tischler auf den Wettbewerb vor. „Die Vorarlberger Mentalität lässt es nicht zu, einfach nur dabei zu sein. Wenn man schon die Chance hat, sollte man auch etwas erreichen“, stellt Karg klar.

Zuspruch bekam der angehende Tischler – auch in Linz – von seiner Familie. Sein Vater Harald ist gleichzeitig sein Chef bei der zum Bregenzer Kloster Mehrerau gehörigen k_m-Tischlerei. Und der ist freilich richtig stolz auf seinen Sohn: „Es ist ja nicht so, dass es für den Sohn immer einfacher ist, wenn er beim Vater lernt“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Maximilian Karg mit seinem Vater und Chef, Harald Karg, in der k_m-Tischlerei Bregenz. <span class="copyright">VN/Plesch</span>
Maximilian Karg mit seinem Vater und Chef, Harald Karg, in der k_m-Tischlerei Bregenz. VN/Plesch
Im Betrieb ist er vor allem für das Bedienen der CNC-Maschine verantwortlich. <span class="copyright">VN/Plesch</span>
Im Betrieb ist er vor allem für das Bedienen der CNC-Maschine verantwortlich. VN/Plesch
Karg platziert eine Platte auf der Maschine. <span class="copyright">VN/Plesch</span>
Karg platziert eine Platte auf der Maschine. VN/Plesch

Dabei war gar nicht immer klar, dass Maximilian Karg einmal in die Fußstapfen seines Vaters tritt. Klar, die Tischlerei begleitete ihn von klein auf. „Ich bin quasi in der Firma aufgewachsen.“ Ein grundlegendes Interesse bestand also schon einmal. Doch Karg schlug einen anderen Weg ein, der nicht geradlinig verlief.

Über Umwege zum Tischler

Auf dem Gymnasium merkte er, das sei nicht seins. Also wollte er auf die bautechnische HTL, doch das klappte nicht. Karg wechselte auf die polytechnische Schule. „Ich habe dann extrem viel geschnuppert und mir verschiedene Firmen angeschaut.“ Eine Zeit, die er nicht missen möchte. Schließlich konnte er zwischen zahlreichen Lehrstellen frei auswählen. Er ging zur Alpla und absolvierte in der Konstruktion eine Maschinenbaulehre. „Ich bin froh, dass ich das gemacht habe, weil mir meine Ausbilder auch für den Lebensweg sehr viel mitgegeben haben“, erzählt der Lauteracher.

Zur Person

Maximilian Karg

Geboren: 4. Juni 2000

Wohnort: Lauterach

Ausbildung: 2010 bis 2014 Gymnasium Blumenstraße in Bregenz; 2014 bis 2015 Polytechnische Schule; 2015 bis 2019 Lehre bei Alpla, anschließend Bundesheer, ab 2020 Lehre bei der k_m-Tischlerei

Hobbys: Feuerwehr und Schalmeienzug

Lieblingslied bei Auftritten: Ein Kompliment von Sportfreunde Stiller

Anschließend ging es ins Bundesheer. Die Vorliebe für Handwerkliches blieb, und schließlich reifte der Entschluss, eine Tischler-Lehre dranzuhängen, die im Oktober ihr Ende findet. „Die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.“ Auch, wenn ihn anfangs viele blöd angeschaut hätten. Die Kombination aus beiden Lehren bringe ihm persönlich sehr viel und gebe ein gutes Gesamtpaket ab. Warum die Lehre so einen schlechten Ruf hat, versteht er ohnehin nicht. Viele erfolgreiche Vorarlberger seien so einmal gestartet.

In seiner Freizeit ist er für die Lauteracher Feuerwehr im Einsatz. <span class="copyright">Privat</span>
In seiner Freizeit ist er für die Lauteracher Feuerwehr im Einsatz. Privat

Schwer zu glauben, aber neben all der Arbeit, der Leidenschaft für den Job und der Vorbereitung auf den Wettbewerb hat Maximilian Karg auch noch Zeit für anderes. Bei der Lauteracher Feuerwehr kümmert er sich unter anderem um die Nachwuchsförderung. Er ist aber auch bei Einsätzen im Atemschutztrupp dabei. Zudem spielt er den Bariton beim Schalmeienzug Lauterach. Für ihn der perfekte Ausgleich.

Zudem spielt Karg den Bariton beim Schalmeienzug Lauterach.<span class="copyright"> Privat</span>
Zudem spielt Karg den Bariton beim Schalmeienzug Lauterach. Privat

Und wie im Job gilt auch in seiner Freizeit: Maximilian Karg liebt, was er tut. Und wenn er etwas anpackt, dann mit Herzblut. Ein Grund für sein Können, das in Linz besonders ausgezeichnet wurde.

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