„Ich bin ein Tüftler“

Künstler Markus Khüny beschäftigt sich mit der Herstellung von Intarsien.
BLUDENZ Markus Khüny hat sich vor einigen Jahren intensiv mit den philosophischen Fragen auseinandergesetzt: Was bleibt von dir? Was hinterlässt du auf dieser Welt? Schlussendlich fand er für sich eine schlüssige Antwort, indem er sich intensiv mit der Herstellung von Intarsien beschäftigt: „Das ist ein altes Handwerk, das mittlerweile vom Aussterben bedroht ist. Früher wurde auch von den Tischlern viel Zeit für solche Arbeiten aufgewendet, wie beispielsweise bei den Einlegearbeiten der alten Montafonertische. Die Technik wird zwar noch gelehrt, aber kaum noch angewendet.“ Der 51-Jährige habe in der Grundschule noch im Werkunterricht einfache Intarsien hergestellt, was ihm viel Freude bereitet habe.
Familiäre Vorbilder
Intarsien haben im Leben des agilen Bludenzers schon immer eine Rolle gespielt: „Mein Uropa war Nebenerwerbslandwirt. Die Winterzeit hat er jeweils genützt, um mit der Laubsägetechnik Schatullen und Bilder anzufertigen. Mein Großonkel Robert Khüny hat es in diesem Bereich in Bludenz sogar zu einer Berühmtheit gebracht. Bei ihm und meinem Vater habe ich bereits mit zwölf Jahren die nötige Technik erlernt. Doch als Jugendlicher hatte ich einfach zu wenig Geduld, die für eine fachgerechte Umsetzung nötig ist.“ Ursprünglich bestand die Technik darin, aus Holzfurnier geschnittene Teile aneinanderzulegen, doch der innovative Künstler hat eine eigene Technik entwickelt: „Nachdem ich die einzelnen Teile aufgepaust habe, werden diese herausgeschnitten. Eine Schwierigkeit besteht darin, dass ich diese seitenverkehrt anfertige. Die jeweiligen Elemente fixiere ich sodann auf einem Furnierklebeblatt, anschließend werden diese auf eine Trägerplatte geleimt und zum Schluss abgeschliffen und gerahmt.“ Eine aufwendige Herangehensweise, denn für ein Intarsien-Porträt benötigt er rund 80 Stunden.
Geduld und Genauigkeit
Für die Herstellung von Intarsien sind Geduld, Kreativität und auch Genauigkeit beim Arbeiten die wichtigsten Voraussetzungen: „Im Grund genommen bin ich ein Perfektionist und stehe mir dadurch oft selbst im Weg. Aber ich bin gleichzeitig auch mit Leib und Seele ein Tüftler – wenn ich mich mit einer Sache auseinandersetze, dann auch gründlich.“ Vor drei Jahren stellte er seine Kunstwerke erstmals im Rahmen eines kleinen Weihnachtsmarktes aus. Die Resonanz war enorm: „Ich war völlig überrascht, wie viele Leute sich für dieses Kunstgenre interessieren. Im Prinzip haftet Intarsien ein altertümlicher Touch an, aber die Technik kann natürlich auch für moderne, eigenwillige Kreationen genützt werden.“ Den weltoffenen Kunstschaffenden reizt bei den Intarsien vor allem die Verbindung von Handwerk mit Kunst: „Von den Farben her bin ich beim Holz natürlich begrenzt, die Struktur ist jedoch äußerst vielseitig. Wie beim Malen und Zeichnen sind Porträts etwas vom Schwierigsten. Mit der Intarsien-Technik kann ich jedoch eine besondere Ausdruckskraft finden.“
Damit das Wissen um diese spezielle Technik nicht ausstirbt, wird Markus Khüny in Zukunft auch Kurse anbieten. Seine aktuellen Arbeiten sind ab 30. September in einer Gemeinschaftsausstellung mit der Lichtkünstlerin Birgit Sargant in der Bludenzer Galerie Kukuphi zu sehen: „Ich habe zwar eine große Klappe, aber bin nun doch ganz schön aufgeregt, wie die Ausstellung ankommt.“ BI
„Wie beim Malen und Zeichnen sind Porträts etwas vom Schwierigsten. Mit der Intarsien-Technik kann ich jedoch eine besondere Ausdruckskraft finden.“

Zur Person
MARKUS KHÜNY
Geboren 24. Dezember 1969
Familie Verheiratet
Wohnort Bludenz
Berufe Bauspengler, Metallfacharbeiter, Künstler
Hobbys in der Natur unterwegs sein, Biken