Auf die Spitze getrieben

Menschen / 09.06.2021 • 21:04 Uhr

Heike Bechtold veröffentlicht großes Vorarlberger Gipfelbuch mit 101 Gipfeln.

Rankweil 101 Gipfel und mehr bestieg Heike Bechtold zwischen 2018 und 2020 – und das nicht ohne Grund. Herausgekommen ist das große Vorarlberger Gipfelbuch „101 x hoch hinaus“. 101 Touren sind dort beschrieben mit genauso vielen Karten und 425 Bildern. Das 240 Seiten dicke Buch vom Tyrolia Verlag ist ab sofort im Handel erhältlich.

Drei Jahre lang ist Heike Bechtold gewandert, auf kleine Berge wie den Kapf im Rheintal bis auf den höchsten Berg Vorarlbergs, den Piz Buin. Im September 2020 hat sie die letzten Gipfel der namhaftesten und bekanntesten Berge in Vorarlberg hinter sich gelassen und mit der Beschreibung der Touren begonnen. Ihr war es wichtig, dass in ihrem Buch nur Wanderungen vorkommen, keine Kletter­eien oder Gletscherüberquerungen (außer Zimba und Piz Buin, bei denen ein Bergführer empfehlenswert ist). So ist für jeden Wandertyp etwas dabei, für Familien wie auch für ambitionierte Bergsteiger. Dennoch sei bei jeder Tour Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und die richtige Ausrüstung Voraussetzung. Im Vorarlberger Gipfelbuch sind etwa 30 schwierige Bergtouren beschrieben und circa genauso viele leichtere und mittlere Touren. Eine Besonderheit ist der QR-Code auf jeder Karte. Scannt man diesen mit dem Handy ein, öffnet sich Google Maps mit den GPS-Koordinaten des jeweiligen Ausgangspunktes.

Gipfelkreuz wichtig

Warum es nicht exakt 100 Gipfel sind? „Ich mag ungerade Zahlen“, lacht Heike Bechtold. Was ihr außerdem wichtig war: Auf jedem Gipfel muss ein Gipfelkreuz stehen. In jeder Region hat sie in etwa gleich viele Berge erklommen, meistens zusammen mit ihrem Mann Christian, teilweise aber auch mit ihren Freunden. Ungefähr 40 Gipfel waren es pro Wandersaison. Heike Bechtold geht erst seit ihrem Buchprojekt intensiver in die Berge. Als Vorarlbergerin habe sie zwar schon einige Gipfel davor gekannt, doch sie erlebte auch die ein oder andere Überraschung am Berg: „Der Augstenberg zum Beispiel ist ein total schöner Berg. Den kannte ich davor gar nicht.“ Mit dem Wandern angefangen hat sie in ihren 20er Jahren, damals angetrieben von ihrem jetzigen Mann. „Christian war die treibende Kraft“, sagt die Autorin. Jetzt sei es umgekehrt: „Mittlerweile will ich mehr in die Berge gehen.“

Mit der Zeit und der Routine ist Heike Bechtold trittsicherer geworden. „Je öfters du gehst, desto besser und sicherer wirst du“, weiß auch Christian Bechtold. Doch sie kamen auch schon einmal in die Bredouille. „Auf den Hohen Köpfen ging es nicht mehr vor und zurück. Wir haben uns im Gelände verstiegen, befanden uns irgendwo in den Latschen“, erzählt die Rankweilerin. Danach brauchte sie erst einmal eine Wanderpause.

Ein Berg mit vielen Pluspunkten

Ihr Lieblingsberg ist der Große Widderstein im Bregenzerwald. „Das ist reine Kraxelei, das mag ich. Da brauchst du deine Hände“, ist Heike Bechtold begeistert. Trotzdem sei der Berg nicht so ausgesetzt und schwierig. Auch sei der Große Widderstein nicht weit weg, die Wanderung nicht allzu lang und die Aussicht dafür ein Traum. „Es gibt ganz viele Punkte, die für den Widderstein sprechen.“ Ihre Lieblingsregion ist aber die Silvretta und der Arlberg. Zwar seien viele Leute am Arlberg unterwegs, aber eher im Tal und weniger auf den Gipfeln. Das „schönste Bergerlebnis“ hatte Heike Bechtold auf ihrem Weg zur Schesaplana. Nach der Übernachtung auf der Totalp­hütte erwartete sie am nächsten Morgen ein fantastischer Sonnenaufgang. Den sonst so überlaufenen Gipfel hatte sie für sich allein. Manche Touren wie die auf die Valüla seien aber auch sehr fordernd gewesen. „Da bin ich froh, wenn ich wieder unten bin.“ Als das Ehepaar 2018 mit einem Bergführer auf den Piz Buin stieg, entstand die Idee zum Gipfelbuch. „Schon vor dem Piz Buin bin ich einige Touren zur Vorbereitung gegangen. Dann war ich so begeistert vom Piz Buin, dass ich weitermachte.“ Doch Christian Bechtold warnt: „Normale Wanderer haben dort nichts verloren. Viele unterschätzen die Gletscherspalten und die Routenfindung.“ Als Heike Bechtold dann einige Verlage anschrieb, zeigte der Tyrolia Verlag Interesse und so wurde ihr Wunsch wahr, ihre Gipfelmomente mit der Welt da draußen zu teilen. VN-JUN

„Nach dem Piz Buin war ich so begeistert, dass ich weiter in die Berge gehen wollte.“

Zur Person

Heike Bechtold

Autorin von „Das große Vorarlberger Gipfelbuch – 101 x hoch hinaus“

Geboren 10.11.1966

Wohnort Rankweil

Familie verheiratet, zwei Kinder

Beruf Selbstständige Naturheiltherapeutin

Hobby Wandern, Reisen, Lesen