Von Tischtennis bis Thomas Bernhard – der VN-Überblick für die kommenden Tage

Vorarlberg / 17.04.2026 • 10:11 Uhr
Von Tischtennis bis Thomas Bernhard – der VN-Überblick für die kommenden Tage

Was es dieses Wochenende (und darüber hinaus) in Vorarlberg alles zu erleben gibt.

In Vorarlberg passiert viel. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Daher gehen die VN jeden Freitag weit über das Format der bloßen Event-Ankündigung hinaus. Persönlich und kompetent geben Redakteurinnen und Redakteure ihre Empfehlungen für Familienunternehmungen, Sport, Kultur, Events, Gastronomie, Bücher, Musik und mehr ab.

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Kurt trifft Elvis

Von Tischtennis bis Thomas Bernhard – der VN-Überblick für die kommenden Tage
Michael Prock ist Politik-Leiter bei den VN, Vater einer sechsjährigen Tochter, Fußballer und ein großer Freund der Popkultur. Seinen jeden Freitag erscheinenden Newsletter kann man unter https://www.vol.at/newsletter abonnieren.

Er gilt als „King of Rock ’n’ Roll“, heißt es. Hoch erfolgreich, eine spannende Lebensgeschichte. Doch diese schmalzige Stimme, diese teils kitschigen Songs – Sie merken es: Elvis hat mich nie überzeugt. Ganz anders Nirvana. Kurt Cobains Texte, seine rauen Töne, dieser unverwechselbare Grunge. Ich liebe sie.
Aber was passiert, wenn man Elvis und Nirvana kombiniert? Die Antwort gibt es am Freitagabend im Conrad Sohm. Elvana nennt sich das Projekt – „Elvis Fronted Nirvana“. Bereits vor einem Jahr war die Band in Dornbirn zu Gast. Berichten zufolge war es ein regelrechtes Spektakel. Ein Blick auf YouTube lohnt sich zur Einstimmung.

Und dann gilt: ab ins Grunge-Outfit, gern mit Elvis-Perücke. „Rape Me“ trifft auf „Love Me Tender“. Quasi die musikalische Quadratur des Kreises.

Das ganze Land im Flohmarkt-Fieber

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Franziska Eckert ist Redakteurin für VOL.AT und die VN. In ihrer Freizeit ist sie gern aktiv in den Bergen unterwegs. Genauso gern mag sie Kultur, Theater und Flohmärkte zum Stöbern.

Am Wochenende ist wieder Flohmarktzeit! Neben einigen größeren, kleineren und privaten Flohmärkten finden am Samstag, dem 18. April, in Bregenz und in Bludenz zwei lohnenswerte Märkte statt. Bei beiden gibt es über 50 Stände von privaten Verkäuferinnen und Verkäufern. Einige davon sind richtige „Stammverkäufer“, die alljährlich wieder anzutreffen sind.

Die Wetterprognose für Samstag schaut super aus. Daher schaut es auch super aus für den Outdoor-Flohmarkt beim Camping Mexico in Bregenz. Seit Jahren organisiert von der Faschingsgruppe Pipelines, ist er ein optimales Ziel für einen Fahrradausflug am See – sofern genug Platz im Rucksack ist. Von 9 bis 15 Uhr können Geschirr, Spiele, Spielzeug, Kleidung und vieles mehr an den Ständen erstanden werden. Für das leibliche Wohl wird mit Würsten, Kuchen und Getränken gesorgt.

Im Bludenzer Stadtsaal in der Untersteinstraße 6 findet der Preloved Bazar ganz wetterunabhängig statt. Wo sonst alle möglichen Veranstaltungen von Konzerten bis privaten Geburtstagsfeiern stattfinden, werden am Samstag von 9 bis 17 Uhr Dinge feilgeboten, die auf jeden Fall „schon mal geliebt“ worden sind. Es gibt auch hier ein umfangreiches Angebot von Geschirr und Spielzeug bis Abendgarderobe und Badeschlappen.

Topspins und Titelträume

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Simon Bitriol ist Sportchef bei VOL.AT. Neben dem Fußball schlägt sein Herz vor allem für Randsportarten.

Am Samstag wird die Oberauhalle in Feldkirch wieder zum Treffpunkt für Tischtennis auf höchstem Niveau. Beim großen Finalturnier der Vorarlberger Mannschaftsmeisterschaft geht es um Titel, Prestige und jede Menge Spannung. Ab 10 Uhr starten die Halbfinals: Titelverteidiger Kennelbach trifft auf Altach, während Hörbranz gegen die Spielgemeinschaft Feldkirch Gisingen antritt. Parallel dazu sorgen auch die Relegationsspiele für zusätzliche Brisanz und intensive Duelle an den Tischen.
Schon am Vormittag ist für Tempo und hochklassige Ballwechsel gesorgt, wenn die besten Spieler des Landes ihr Können zeigen. Präzise Aufschläge, schnelle Topspins und spektakuläre Rallyes prägen das Geschehen.

Gegen 13.30 Uhr folgt schließlich das große Finale, in dem der neue Landesmeister gekürt wird. Wer Tischtennis hautnah erleben will, bekommt in Feldkirch die perfekte Gelegenheit dazu. Ein sportlicher Pflichttermin für alle, die Spitzenleistung und echte Wettkampfatmosphäre schätzen

Ein Prost auf die Unabhängigkeit

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Andreas Scalet ist Leiter der VN-Wirtschaftsredaktion VN-Wirtschaftsredaktion und und trinkt in der Wirtschaft auch gerne ein kühles Blondes – natürlich aus Vorarlberg.

Die österreichischen Privatbrauereien feiern am Wochenende zum vierten Mal ihren Unabhängigkeitstag. Dafür öffnet genossenschaftliche Brauerei Frastanz am Samstag von 8 bis 12 Uhr ihre Türen. Zum Feiern gibt es einen Rampenverkauf mit offenem Ausschank und bierigen Aktionen. Die Besucher können sich durch das gesamte Sortiment verkosten. Außerdem wartet ein Gewinnspiel. Auch in Dornbirn wird natürlich auf die Unabhängigkeit angestoßen. Von Donnerstag, 16., bis Samstag, 18. April, öffnet die Mohrenbräu Museumsbar erstmals auch abends ihre Türen. Besucherinnen und Besucher können die Biervielfalt probieren und exklusive Produkte im Lädele entdecken, die nur vor Ort erhältlich sind. Am Samstag, 18. April, um 15 Uhr bietet eine öffentliche Führung durch das Museum die Gelegenheit, mehr über die Geschichte der Brauerei zu erfahren. Die Brauerei Egg feiert eine Woche später, am Samstag, 25. April von 9 bis 12 Uhr. In der Brauerei wird noch heute handwerklich gebraut – ohne Kurzzeiterhitzung, mit schonender Filtration und ausschließlich in Mehrweg-Flaschen. Zum Unabhängigkeitstag erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm mit Leberkäsewagen und 1er-Menü an der Rampe, Verkostungen von Bier- und Limonadespezialitäten sowie musikalischer Unterhaltung.

Breinschmid und Tschaikowsky im Reichshofsaal

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Andreas Marte leitet die Kulturredaktion der VN, wo er seine größte Leidenschaft – neben seiner Familie – zu seinem Beruf gemacht hat. Seinen jeden Donnerstag erscheinenden Newsletter kann man unter https://www.vol.at/newsletter abonnieren.

Am 21. April um 19 Uhr ist die Sinfonietta Vorarlberg im Lustenauer Reichshofsaal zu Gast. Das 1989 gegründete Ensemble hat sich nicht nur der reinen Orchesterliteratur verschrieben, sondern widmet sich mit besonderer Intensität auch großen Chorwerken mit Orchesterbegleitung; ebenso gehört die Oper zum künstlerischen Wirkungsfeld. Das Programm spannt einen Bogen zwischen klassischer Tradition und stilistischer Offenheit: Zur Aufführung gelangen die Sinfonia Concertante für Violine, Kontrabass und Streichorchester von Georg Breinschmid sowie die Serenade für Streicher in C-Dur von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky. Breinschmid, ein virtuoser Grenzgänger am Kontrabass, verbindet in seinem Schaffen eine klassische Ausbildung – mit frühen Stationen bei den Wiener Philharmonikern – mit einer ausgeprägt individuellen, vom Jazz geprägten Klangsprache, die sich spielerisch in unterschiedlichste musikalische Räume verzweigt. Seine 2021 entstandene Sinfonia Concertante entfaltet ein farbenreiches Geflecht aus rhythmischer Raffinesse und stilistischen Anspielungen. An Breinschmids Seite steht als Solist Kirill Kobantschenko, Konzertmeister der Wiener Philharmoniker, der im zweiten Teil des Abends auch die Leitung von Tschaikowskys Serenade übernimmt, einem Werk von leuchtender Eleganz und inniger Kantabilität.

Es kommt zusammen, was zusammengehört

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Felix Holzer ist Artdirector bei den VN. Seine Interessen gelten dem Spannungsfeld zwischen der Sub- und der Hochkultur – und der Geschichte, speziell der lokalen.

Ich kann kaum mehr schlafen vor lauter Vorfreude. Endlich geschieht, was überfällig war: Das Ensemble für unpopuläre Freizeitgestaltung wirft sich auf Thomas Bernhard – und zwar nicht halbherzig, sondern mit Lust an der Zumutung.

„Alte Meister“ ist ein 1985 erschienener Prosatext aus Bernhards Spätwerk, der weniger als Roman im klassischen Sinn funktioniert, sondern als kunstvoll komponiertes Sprachstück: ein Geflecht aus indirekter Rede, Wiederholung und gedanklicher Zuspitzung, das sich konsequent jeder linearen Handlung verweigert. Im Zentrum steht die radikale Auseinandersetzung mit Kunst, Staat und Gesellschaft – zugleich aber auch mit den eigenen Denkbewegungen. Stephan Kasimir macht daraus ein Solo für Maria Fliri im Bregenzer Magazin 4, wo sich Bühne und Ausstellung ineinander verkeilen. Und mittendrin: das kluge Raumkonzept von Caro Stark, die den Ausstellungsraum nicht nur bespielt, sondern ihn zum eigentlichen Ereignis macht – lebendig, wandelbar, eigensinnig. Während gesprochen wird, entsteht Kunst, die bleibt. Und weiterarbeitet.

Premiere ist am Donnerstag, 23. April um 20 Uhr, weitere Vorstellungen am 25. April sowie am 2., 9., 13. und 21. Mai. Man sollte hingehen. Schon aus Trotz gegen die eigene Bequemlichkeit.