Vorarlbergs jüngster Betriebsleiter

VN / 15.04.2026 • 16:31 Uhr
Seit November 2025 arbeitet er als Betriebsleiter bei der Silvretta Montafon.
Seit November 2025 arbeitet er als Betriebsleiter bei der Silvretta Montafon.Strolz

Mit 22 Jahren ist Lukas Strolz Betriebsleiter und lebt seine Leidenschaft für Berge und Technik.

Nenzing Aufgewachsen ist Lukas Strolz in Nenzing. Sein Interesse an der Seilbahntechnik zeigte sich schon früh: “Ich war als Kind immer ganz begeistert davon, wenn sich die Türen bei der Gondel automatisch öffneten.” Auch seine Leidenschaft für die Berge entstand bereits in seiner Kindheit: “Meine Familie war immer viel in den Bergen unterwegs. Egal ob Wandern, Radfahren oder Skifahren, wir haben immer etwas unternommen.”

Mit 15 Jahren startete seine Karriere bei Silvretta Montafon. “Ich war mir unsicher, was ich machen möchte, und habe mich deshalb als Saisonarbeiter beworben”, erzählt der 22-Jährige. Da er schnell Gefallen an der Arbeit am Berg fand, entschied er sich nach der Saison für eine Lehre als Seilbahntechniker. Im Rahmen der Ausbildung entdeckte er auch seine Leidenschaft für die Pistenrettung, weshalb seine Tätigkeiten zwischen den Bahnarbeiten und der Erste-Hilfe-Leistung wechselten. Mittlerweile hat er auch die Ausbildung für den Sprengmeister, den Betriebsleiterkurs wie auch den Lehrlingsausbilderkurs absolviert. Außerdem ist er seit Kurzem im Prüferkomitee der Lehrlinge für Seilbahntechnik.

Auch seine Freizeit verbringt Strolz in den Bergen.
Auch seine Freizeit verbringt Strolz in den Bergen.

Die Chance, Betriebsleiter zu werden, ergab sich spontan: “Die Stelle wurde gerade erst frei und dann hat man mich gefragt, ob ich es machen möchte.” Der damals 21-Jährige war darüber sehr erfreut.  “Ich hätte nicht gedacht, dass man mir das mit meinem jungen Alter zutrauen würde.” Seit November 2025 ist Strolz mit seinen 22 Jahren wahrscheinlich der jüngste Betriebsleiter Vorarlbergs – ein Jüngerer ist derzeit nicht bekannt.

Heute umfasst sein Aufgabenbereich unter anderem die Beaufsichtigung und Mitarbeit bei den Revisionsarbeiten im Sommer und die Personaleinteilung und das Lawinensprengen im Winter. Auch bei der Pistenrettung hilft er regelmäßig aus. Seine Haupttätigkeit als Betriebsleiter ist aber die Gewährleistung des Betriebs, wodurch er viel Verantwortung trägt.  “So viel Verantwortung zu haben, ist zwar eine große Herausforderung, aber es gibt mir auch ein gutes Gefühl.”

Für Einsätze muss er immer bereit sein.
Für Einsätze muss er immer bereit sein.

Aber nicht nur die Verantwortung gefällt ihm an seinem Job. “Jeden Tag in den Bergen an der frischen Luft zu arbeiten, ist für mich ein großes Privileg.” Zudem schätzt er den abwechslungsreichen Alltag und die Arbeit mit den Gästen. “Mir gefällt, dass jeder Tag anders ist. Es gibt immer andere Herausforderungen.”

Zwischen den vielen älteren Arbeitskollegen musste der 22-Jährige sich als Betriebsleiter trotzdem erst beweisen und zeigen, “wer er ist und was er kann”. Mittlerweile aber sieht er sein erfahreneres Umfeld als Vorteil und bekommt viel Unterstützung.

Trotz Verantwortung bereitet Strolz die Arbeit viel Spaß.
Trotz Verantwortung bereitet Strolz die Arbeit viel Spaß.

Eine andere Herausforderung sind für Strolz die verschiedensten Risiken bei seinen Tätigkeiten, wie zum Beispiel bestimmte Gefahrenstoffe oder Absturzgefahr. “Wenn die Sicherheitsausrüstung fehlt oder man nicht voll bei der Sache ist, kann schnell etwas passieren”, erzählt er. Angst jedoch hat er keine, stattdessen ist es ihm wichtig, immer mit Respekt an die Gefahren heranzugehen.

Seine Energie schöpft Strolz ebenfalls in der Natur. Inzwischen hat er viele Berge Vorarlbergs wie den Piz Buin bewandert. Sein größter Erfolg war aber das Besteigen des Großglockners. Auch das Klettern ist in den letzten Jahren eines seiner Hobbys geworden: “Bei einer richtigen Wanderung ist immer ein Klettersteig dabei.” Ansonsten ist er auch viel auf dem Fahrrad oder im Winter auf der Skipiste anzutreffen.

In Zukunft möchte er noch mehr Fort- und Weiterbildungen absolvieren und weitere Aufstiegschancen ergreifen. “Am Ende meiner Berufslaufbahn bin ich noch lange nicht”, schmunzelt der 22-Jährige. Sein nächstes Ziel ist das Aufbaucollege zum Seilbahn- und Wirtschaftsingenieur. MRS

Zur Person

LUKAS STROLZ

GEBOREN 3. September 2003

WOHNORT Nenzing

HOBBYS Wandern, Klettern, Radfahren und Skifahren