Bei Verpackungsspezialist Flatz zieht die Nachfrage an

Lauteracher Unternehmen profitiert in der Coronakrise von der Vielfalt im Produktportfolio.
LAuterach „Wir hatten keinen Coronafall“, sind Geschäftsführer Stefan Flatz und Vertriebsleiter Stefan Spiegel froh, dass bislang alle 320 Mitarbeiter gesund durch die Pandemie gekommen sind. Waren Hygienemaßnahmen im Verpackungsbetrieb schon zuvor Alltag, wurden mit Kurzarbeit und Homeoffice weitere Maßnahmen gesetzt. „Bei den Lieferketten war es anspruchsvoll, aber dank verschiedener Lieferanten in verschiedenen Ländern hatten wir keinen Engpass und konnten produzieren.“
Bei der Auslastung habe man zunächst nichts gespürt. Im ersten Quartal verzeichnete man sogar ein Plus zum Vorjahresquartal. „Im April und im Mai hatten wir dann einen Rückgang um 15 Prozent. Aktuell sehen wir aber wieder eine anziehende Nachfrage“, berichtet Flatz von einer positiven Tendenz. Stand heute sei man in etwa auf dem Niveau des Vorjahresmonats.
Verstärkte Kundennachfrage
Flatz produziert in seinen Werken in Lauterach Wellpappe-Verpackungen, Ziehdosen, Dämmmaterialien aus Styropor sowie verschiedene Formteile. Dass es im Verpackungsbereich trotz Krise gut gelaufen ist, liege vor allem an großen Kunden, die in der Coronakrise eine verstärkte Nachfrage spürten. Auch im Dämmbereich habe es keinen Einbruch gegeben. „Aktuell werden am Bau alle Projekte fertiggestellt. Eine Delle vermuten wir wenn dann erst später im Herbst beziehungsweise im ersten Quartal 2021“, so Flatz. Bis dato liege man in dem Bereich auf Vorjahresniveau.
Insgesamt erwartet er für die kommenden Monate ein Auf und Ab. Das Bestellverhalten sei schwankend. Es gebe Wochen mit sehr viel und Wochen mit sehr wenig Aufträgen. Vieles hänge nun davon ab, wie sich die Wirtschaft international entwickle und wie die Menschen reagieren. So könne der Nachholbedarf zu einem Aufschwung führen oder die Angst auch das Gegenteil erzeugen. „Es ist also ein Hin- und Herschwingen“. Da man im Unternehmen aber ein so unterschiedliches Portfolio an Produkten, Kunden und Ländern habe, mache man sie sich wenig Sorgen um die Zukunft.
Zehn Prozent in Kurzarbeit
Stolz ist man bei Flatz auch, dass der Beschäftigtenstand gehalten werden konnte. „Aktuell sind nicht mehr als zehn Prozent der Mitarbeiter wirklich in Kurzarbeit. Wir haben monatlich reduziert“, so Flatz. Die Verlängerung der Kurzarbeit werde man nur noch für einzelne Abteilungen in Anspruch nehmen.
In der Firma spüre man momentan viel Euphorie, sagt Spiegel. Der Zusammenhalt sei sensationell. Auch weil man während der Krise sehr intensiv und klar kommuniziert habe. Bereits vor Corona habe man das Leitbild „begeisterte Mitarbeiter, revolutionäre Lösungen und wirtschaftlichen Erfolg“ in den Mittelpunkt gerückt. Nun zeige sich die Relevanz. „Beispielsweise sind die technischen Formteile genau jene Lösungen, die jetzt stark nachgefragt sind. Und wir investieren weiter. Vier Millionen Euro flossen gerade in die Faserguss-Technologie. Diese Formteile werden mittels Stanzabschnitten unserer Wellpappeproduktion hergestellt“, verweist Spiegel auf den Umweltgedanken.
Weitere Investition
Zudem soll der Wareneingang im Wellpappewerk vergrößert werden. Start ist im Juli. „Wir haben in der Krise gesehen, dass in ihr immer auch viele Chancen liegen“, sagen Flatz und Spiegel. „Anstatt in eine Angststarre zu verfallen, haben wir an neuen Produkten und Tools gearbeitet. So können wir gestärkt in die Zukunft gehen.“