Eine, die genau weiß, wie es geht

Eileen Campbell bei Deutschland-Doppel zurück im österreichischen Nationalteam.
Wien Nach zwei Zu-Null-Niederlagen – jeweils 0:1 gegen Norwegen und Slowenien – wartet nun auf Österreichs Frauen-Nationalmannschaft das Doppel gegen Gruppenfavorit Deutschland. Wieder zurück im Kreis des rot-weiß-roten Teams ist Eileen Campbell. Vorarlbergs Fußballerin des Jahres 2024/25 verpasste die ersten beiden Spiele aufgrund einer Muskelverletzung. Jetzt ist sie wieder fit.

Mit ihr kehrt auch mehr Torgefahr ins Team zurück. Denn die Angreiferin zeichnet Abschlussstärke aus und sie gehört zu jenem kleinen Kreis an Teamspielerinnen, die gegen Deutschland schon getroffen haben. Es war im vierten Aufeinandertreffen der beiden Nationen, als das ÖFB-Team in Linz nur knapp mit 2:3 verlor – und Campbell einen Doppelpack erzielte.

Aktuell trafen Österreich und Deutschland siebenmal aufeinander, alle Spiele wurden aus rot-weiß-roter Sicht verloren. So auch in den letzten beiden Duellen im Rahmen der Nations League, als man in Nürnberg und Wien zwei Niederlagen (1:4, 0:6) kassierte. Nun wartet das Doppel im Rahmen der WM-Qualifikation mit den Spielen in Nürnberg (14. April) sowie in Ried (18. April).

Die Favoritenrolle ist also klar vergeben und Campbell weiß um die Schwere der Aufgabe. “Auf uns wird viel Arbeit warten, sowohl gegen den Ball als auch im Spiel ohne Ball. Da werden wir viel investieren müssen”, erzählt die 25-jährige Stürmerin. Daneben gelte es, den Fokus auf das Spiel mit dem Ball nicht zu verlieren. Nur so könne man für Entlastung sorgen. Und mit einem Lächeln fügt die Feldkircherin eine alte Fußballerweisheit hinzu: “Wenn ein Gegner den Ball nicht hat, dann kann er auch kein Tor erzielen.” Campbell ist zudem überzeugt, dass man gegen den erklärten Gruppenfavoriten eine gute Rolle spielen kann – denn: “Wir haben gerade an den Themen, von denen ich zuvor gesprochen habe, immer wieder gearbeitet und uns verbessert.”

Leistungsträgerin bei Union Berlin
Persönlich fühlt sie sich gut, sportlich wie privat. Sie schätzt die Stadt Berlin und auch das Umfeld (“Der Verein ist top, die Infrastruktur und die Fankultur ebenfalls”) bei Union. Als erfahrene Spielerin geht sie voran, bringt sie sich vermehrt ein und weiß um ihre Rolle als Torjägerin und Assistgeberin. “Ich habe mich bestens eingelebt. Die Entwicklung stimmt, die Formkurve bei mir und innerhalb des Vereins zeigt nach oben.”

Fix ist der Wechsel auf dem Trainerstuhl bei Union: So wird Ailien Poese (41) im Sommer zu den Juniorinnen wechseln, dafür steigt Marie-Louise Eta (41), die als Interimstrainerin schon bei den Männern Erfahrung sammelte, zur neuen Cheftrainerin bei den Union-Frauen auf.
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Jetzt üben einmal mehr die beiden Duelle gegen Deutschland ihren Reiz auf sie aus. “Im Team spürst du richtig den Hunger, sich beweisen zu wollen”, so Campbell. “Wenn alle an einem Strang ziehen, tut sich jeder Gegner schwer gegen uns.” Nun gelte es in den Tagen vor dem ersten von zwei Aufeinandertreffen, sich fußballerisch Lösungen zu erarbeiten.