Tiere als Lebewesen
Herr Sauermoser gemahnt in seinem Leserbrief die wieder steigende Zahl der Kälbertransporte und fordert ein Gesetz, das Tiere als Lebewesen und nicht als Ware behandelt. Ja, dem ist vollumfänglich zuzustimmen! Denn würden Menschen bzw. die zuständigen Vertreter der Politik einen Rechtsrahmen konstruieren, der andere Lebewesen in ihrem Eigenwert und ihrer Souveränität achtet und ihnen ihr Recht auf Integrität, Freiheit und Selbstbestimmung zuspricht, dann hätten andere Tiere ein Recht auf moralische Berücksichtigung. Sie wären geschützt vor menschlicher Verfügung und hätten uneingeschränkte Rechte auf Leben, auf körperliche Unversehrtheit (z. B. durch Defektzucht), auf Nicht-Instrumentalisierung (z. B. durch Forschung oder zur Unterhaltung), auf Fortpflanzungsautonomie (z. B. durch Geburtenkontrolle) sowie auf Lebensraum (z. B. durch Fragmentierung der Infrastruktur). De facto ist es so, dass die Interessen unzähliger Lebewesen ständig und gnadenlos missachtet werden und diese unzähligen Lebewesen ihr Leben in verschiedenen Kontexten wie Jagd und Fischerei, Tierversuchen, Zoos und Unterhaltung, Tierzucht, Tierhaltung und -transporten verlieren oder dazu gezwungen sind, ein verkürztes Leben zu führen, das oft mit anhaltenden Schmerzen und Leiden verbunden ist. Für die Durchsetzung von Tierrechten (analog zu Kinderrechten) müssten Menschen ihre Lebensweise grundlegend ändern. Derzeit sieht es aber eher so aus, als siege die Gier nach Fleisch über die Vernunft. Von Empathie ganz zu schweigen.
Ulrike Schmid, PhD,
Götzis