Kulturelle Vielfalt und historische Reflexion

Das vorarlberg museum präsentiert sein Programm für 2024.
Bregenz Das vorarlberg museum präsentiert seinen Besuchern im Jahr 2024 eine abwechslungsreiche kulturhistorische Palette. Mit einer Reihe von Sonder- und Dauerausstellungen bietet das Museum ein breites Themenspektrum von Handwerkstraditionen über Blasmusik bis hin zu archäologischen Funden.

Die Sonderausstellung „Mythos Handwerk. Zwischen Ideal und Alltag” geht der emotionalen und kulturellen Bedeutung des Handwerks in der modernen Gesellschaft nach. In Kooperation mit dem Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main, und dem Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, beleuchtet die Ausstellung die Werte Ehrlichkeit, Regionalität und Qualität, die häufig mit dem Handwerk in Verbindung gebracht werden, und stellt die Frage nach der Zukunft des Handwerks im digitalen Zeitalter.

Musikliebhaber können sich auf die Ausstellung „tuten & blasen! Blasmusik in Vorarlberg” freuen. Die in Kooperation mit dem Vorarlberger Blasmusikverband organisierte Ausstellung feiert das 100-jährige Bestehen des Verbandes und würdigt die reiche Tradition der Blasmusik in der Region. vorarlberg-museum- Direktor Andreas Rudigier: „Feldforschung ist für uns unerlässlich, um die verschiedenen Gemeinschaften zu erreichen. Eine zweijährige Nichtbesucherforschung, die von der Fachhochschule und dem Land unterstützt wurde, hat erwartete, aber klare Ergebnisse gebracht. Mit zusätzlichen Führungen oder Begleitungen können wir nun ein ‚Fastpublikum‘ besser ansprechen. Die Blasmusik als landesweites Thema ermöglicht es uns, ein breites Publikum unabhängig von Alter und Geschlecht zu erreichen und damit auch Menschen anzusprechen, die bisher nicht zu uns gekommen sind.“

Eine fotografische Zeitreise bietet weiterhin die Ausstellung „Hiller. Das fotografische Gedächtnis des Bregenzerwaldes” (bis April 2025). Durch die Linse der Familie Hiller, die fast ein Jahrhundert lang das Leben im Bregenzerwald dokumentiert hat, erlaubt die Ausstellung einen intimen Einblick in die Veränderungen der Region über die Jahre.

Im Atrium des Museums sind verschiedene Ausstellungen zu sehen, darunter „Unter Strom – 100 Jahre Energie aus Vorarlberg”, die die Entwicklung der Stromerzeugung aus Wasserkraft in Vorarlberg und ihre Auswirkungen auf die Region beleuchtet. „Im Sommer widmen wir unsere Hauptaktion Carmen Panner. Wir präsentieren ihr Werk ‚Das Kraftwerk’, das vom Land angekauft wurde und in Teilen bereits in der Kunstangriff-Remise zu sehen war.“

Die künstlerische Bandbreite Hasso Gehrmanns, der in den 1950er-Jahren mit seinen abstrakten „Zeichentafeln” in Kunstforen wie dem Salon des Réalités Nouvelles in Paris vertreten war, wird im vorarlberg museum in einer umfassenden Schau gewürdigt. In den 1960er-Jahren schuf Gehrmann für Elektra Bregenz die „Erste vollautomatische Küche der Welt”, die ihren Platz im Deutschen Museum in München gefunden hat. Neben seinen technischen Errungenschaften entwickelte Gehrmann das philosophische Konzept der „Meta-Kunst”, das lange Zeit nur einem kleinen Kreis von Kennern bekannt war. Zum 100. Geburtstag des multidisziplinären Künstlers und Erfinders zeigt das vorarlberg museum erstmals eine umfassende Retrospektive seines vielseitigen Schaffens.

Rudigier: „Wir haben bereits einige Porträts präsentiert, diesmal steht Gernot Riedmann im Mittelpunkt. Ursprünglich aus der Textilindustrie stammend, entwickelte sich der in Barcelona geborene Riedmann zu einem kunstsinnigen Menschen mit großer Sammelleidenschaft. Er initiierte ein bemerkenswertes Projekt, bei dem er ein Objekt an mehr als 60 Künstler in aller Welt schickte und sie aufforderte, es zu verändern oder zu vervollständigen. Dieser Ahnenzyklus, ausgehend von der Figur der Mutter, konnte im Frühjahr von uns präsentiert werden.”

Die Dauerausstellung „buchstäblich vorarlberg. Einblicke in die Sammlung” bietet einen alphabetisch geordneten Überblick über die vielfältige Sammlung des Museums, und „Weltstadt oder so?” lädt dazu ein, sich über das antike Bregenz, seine Bewohner und Besucher zu erkundigen.

Für Andreas Rudigier markierte dieses Programm das Ende einer Ära: Nach zwölf erfüllten Jahren in Bregenz übernimmt er ab dem 1. Dezember 2023 die Leitung der Tiroler Landesmuseen. Mit berechtigtem Stolz reflektierte er die Entwicklung des Hauses: eine inhaltliche Ausrichtung, die sich stark an aktuellen Fragestellungen orientiert, sowie die hohe Priorität, die der Forschung eingeräumt wird, was sich in beeindruckenden 180 Publikationen niederschlägt.

Die breite Anerkennung des Hauses in der deutschsprachigen Museumswelt und bei den Besuchern zählt zu den weiteren Erfolgsmerkmalen seiner Amtszeit. Sein Nachfolger, Michael Kasper, derzeit Direktor der Montafoner Museen, wird ab dem 1. Februar 2024 die Leitung übernehmen.