„Spinnerin“ kommt in die Remise

HE_Blude / 20.10.2021 • 14:13 Uhr
Julia Lacherstorfer spielt unter dem Titel „Spinnerin“ in der Remise.Veranstalter
Julia Lacherstorfer spielt unter dem Titel „Spinnerin“ in der Remise.Veranstalter

Female Voices: Julia Lacherstorfer spielt heute in Bludenz.

Bludenz Die Reihe Female Voices des Kulturvereins allerArt findet am heutigen Freitag, 22. Oktober, mit dem Konzert von Julia Lacherstorfer unter dem Titel „Spinnerin“ in der Remise ihre Fortsetzung. Schon von Kindesbeinen an erfährt Julia Lacherstorfer Musik in ihren mannigfaltigsten Ausprägungen eingeflochten in die Selbstverständlichkeit des Alltäglichen. Im Traunviertler Elternhaus wurden seltsam anmutende Klänge wie das Schnarren der Drehleier des Vaters, das Klackern des Spinnrades der Mutter oder das aus dem Obergeschoß dringende Akkordeonspiel des Großvaters zu vertrauten Klängen und Geräuschen, die ihre Kinderohren prägten. Beide Elternteile sind volksmusikantisch aktiv, so wurden Tanzboden und Bühne zu vertrautem Terrain und der Austausch mit anderen Musikgruppen über Landesgrenzen gepflegt.

Mit der Gründung des Ensembles ALMA und des Duos Ramsch und Rosen erfüllt sich Julia Lacherstorfer einen langjährigen Wunsch, nämlich, sich an der Seite jener Partner künstlerisch zu professionalisieren, denen sie sich musikalisch und menschlich am nächsten fühlt. Mit ihnen gemeinsam widmet sie sich der Verwertung traditioneller Aspekte in der österreichischen und europäischen Volksmusik und achtet dabei stets auf die Transportierbarkeit in die heutige Zeit.

Traditionell und unberechenbar

Als Komponistin lotet Julia Lachers­torfer die Grenzen zwischen Vertrautem und Unerwartbarem aus, zwischen der Eingängigkeit traditioneller Melodien und der Unberechenbarkeit, die improvisierter Musik innewohnt. Als Performerin legt sie besonderen Stellenwert auf den Bezug zum Publikum, lässt Bilder und Assoziationen zu, um ihre Musik nachvollziehbar und erlebbar zu machen.

„Spinnerin“ ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit den Lebens- und Leidensgeschichten von Frauen und dem sozio-kulturellen Erbe, das sie uns hinterlassen. Es ist mehr als nur ein Album mit neuen Volksliedern – es spinnt ein narratives Netz, verbunden durch Ungesagtes und Ungesehenes.