Gemeinsam für seelische Gesundheit

Jahresbericht der pro mente Vorarlberg widmet sich dem Thema Identitätsfindung.
Bregenz. Im vergangenen Jahr hat pro mente Vorarlberg knapp 3000 Menschen in verschiedensten Bereichen des Rehabilitationsprozesses unterstützt und begleitet. Der Jahresbericht widmet sich im Speziellen der Identitätsfindung und Persönlichkeitsentwicklung. Vielfältige Zugänge versprechen aufschlussreiche Information und lassen neue Perspektiven zu.
Seelische Gesundheit im Kontext der eigenen Identität wirft neue Denkansätze und das Überdenken von gewohnten Normen und Mustern auf. „In Zeiten Bruce Jenners, Conchita Wursts oder Rachel Dolezals scheint in Bezug auf Identitätsfindung alles möglich“, behauptet Petra Steger-Adami, Fachärztin für Psychiatrie, treffend. Ein spannendes und höchst aktuelles Thema in der Sozialpsychiatrie Vorarlberg und daher Fokusthema des diesjährigen Jahresberichts.
Was bestimmt die Identität?
Dies war die zentrale Frage, welche einige Antworten in der Auseinandersetzung mit Persönlichkeitsentwicklung, notwendigen Rahmenbedingungen, Transsexualität und kreativ künstlerischer Identität gefunden hat. In dieser Vielschichtigkeit und Vielfalt bringen es unter anderen Sabrina Kraxner und Stefan Hagleitner, Beratungsstelle „omnibus“, auf den Punkt:
„ . . . Identität ist das Zuhause der Seele . . .“ und regen an, damit die eigene Identität zu beleuchten, zu hinterfragen, zu ihr zurückzufinden, gegebenenfalls sie neu zu definieren und nicht zuletzt gestärkt daraus hervorzugehen. Bianca Tschaikner, eine junge Vorarlberger Illustratorin, hat dem diesjährigen Thema mit ihrer einzigartigen Bildsprache großen Ausdruck verliehen, den verschiedenen Aspekten und Zugängen noch mehr Kraft, Offenheit und Perspektive gegeben.
Eine Stimme für Betroffene
Über die umfassende therapeutische Arbeit hinaus geht es pro mente Vorarlberg aber auch darum, für Betroffene die Stimme zu erheben, psychische Erkrankungen aus ihrem immer noch vorhandenen Schattendasein zu holen und damit der Stigmatisierung entgegenzuwirken sowie soziale Teilhabe nicht nur im Bereich Arbeit und Beschäftigung zu forcieren. Die jährliche Filmreihe „Hingeschaut“ in Kooperation mit dem Spielboden Dornbirn, die Vortragsreihe „Auf die Seele schauen“ in Zusammenarbeit mit dem Bildungshaus St. Arbogast oder Veranstaltungen rund um den Welttag der seelischen Gesundheit leisten dazu einen wichtigen Beitrag.
Blick in die Zukunft
Eine durchwegs positive Bilanz zum vergangenen Geschäftsjahr ziehen auch Geschäftsführung und Gesellschafter der pro mente Vorarlberg GmbH und pro mente Vorarlberg Werkstätten GmbH, denn Zahlen, Fakten, die tägliche Arbeit und die Beobachtung und Berücksichtigung von gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen sowie daraus resultierenden echten Bedürfnissen bestätigen und bestärken, dass pro mente zusammen mit ihren Systempartnern den richtigen Weg geht. Es ist für alle Beteiligten offensichtlich und erkennbar, dass die Notwendigkeit zur fest verankerten sozialpsychiatrischen Versorgung Vorarlbergs maßgeblich gegeben ist, fortgeführt und entsprechend weiterentwickelt werden muss.
Zahlen 2015
» Beratungsstellen Bregenz, Dornbirn, Feldkirch:
Betreuungsstunden : 55.246; Anzahl Klienten: 2176
» Klienten in Werkstätten:
Arbeitstrainingsprojekte: 49
Beschäftigungsprogramm: 99
» Klienten in Tageszenten:
Bregenz: 217
Dornbirn: 208
Feldkirch: 224
» Jugend:
Klienten Beratungsstelle Dornbirn und Nenzing: 641
Klienten Ju-on-Job: 44
Klienten JuMeGa: 18
» Filmreihe: Besucher: 247
» Vortragsreihe „Auf die Seele schauen“: 204 Besucher
» Lesung Tag der seelischen Gesundheit: ca. 100 Besucher