Gemeinsam gegen Lebensmittelmüll

Bildungstag im Kolpinghaus Dornbirn setzte Impulse für bewussten Konsum.
Dornbirn Rund 56 Teilnehmer aus dem gesamten Bodenseeraum kamen kürzlich im Kolpinghaus Dornbirn zum Bildungstag der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) zusammen. Im Mittelpunkt stand dabei ein Thema, das aktueller kaum sein könnte: der bewusste Umgang mit Lebensmitteln und der Kampf gegen Verschwendung.

Nach einem gemeinsamen Frühstück wurden die Gäste von Daniela Lutzmayer sowie Michael Moser begrüßt. Beide verwiesen auf die Verantwortung jedes Einzelnen im Umgang mit den Ressourcen. Auch die Gedanken aus der Enzyklika Laudato si’ von Papst Franziskus bildeten den inhaltlichen Rahmen: Ein achtsamer Umgang mit Nahrung sei nicht nur eine Frage des Konsums, sondern auch des Gemeinwohls.
In mehreren Impulsvorträgen wurde das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Jürgen Mathis sprach über globale Zusammenhänge und die Verantwortung im Alltag, während Eugen Wenin Einblicke in die Weitergabe überschüssiger Lebensmittel gab. Ergänzend dazu zeigte Ingrid Benedikt auf, welchen Wert Nahrung über ihre reine Funktion hinaus besitzt.

Besonders eindrücklich waren die Zahlen zur Lebensmittelverschwendung. In Vorarlberg landen jährlich rund elf Kilogramm pro Kopf im Müll – mit erheblichen finanziellen und ökologischen Folgen. Initiativen wie „Tischlein deck dich“ oder das Projekt Offener Kühlschrank setzen hier bewusst Gegenakzente und zeigen, wie Lebensmittel sinnvoll weiterverwendet werden können.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen folgte ein praxisnaher Teil. Josef Rosenzopf gab Einblicke in die Arbeit eines landwirtschaftlichen Betriebs. Anschließend besuchten die Teilnehmer den Hof Gstach sowie den Zangerlhof, wo Produktion und Kreisläufe erlebbar wurden.
Den Abschluss bildete ein gemeinsames Beisammensein bei Kaffee und Kuchen. Neben dem fachlichen Input blieb vor allem ein Gedanke hängen: Schon kleine Schritte im Alltag können dazu beitragen, Lebensmittel bewusster zu nutzen. Oder, wie es ein afrikanisches Sprichwort formuliert: Viele kleine Menschen, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern. cth