Hans Concin

Kommentar

Hans Concin

Lautlose Gefahr

Gesund / 25.07.2014 • 13:45 Uhr

Das Herz pumpt mit jedem Schlag unter Druck das Blut in unsere Adern. Wir nennen das den systolischen Blutdruck. Zwischen zwei Herzschlägen fällt der Blutdruck ab, wir nennen das den diastolischen Druck. Mit diesen zwei Zahlen ist der Blutdruck definiert und liegt mit 119/79 oder darunter im Normbereich, 140/90 oder darüber ist ein Bluthochdruck. Als Vorstufe zum Bluthochdruck gelten systolische Werte zwischen 120 und 139 bzw. diastolisch von 80 bis 89.

Neben Blutzucker und Cholesterin ist der erhöhte Blutdruck wahrscheinlich der gefährlichste messbare Einzelfaktor für die Langzeitgesundheit. Die Möglichkeit, schon in sehr jungen Jahren mit automatischen Geräten eine Blutdruckerhöhung frühzeitig zu erkennen und relativ einfach dieser Entwicklung entgegenzuwirken, ist eine große Chance für die Erhaltung der persönlichen Gesundheit und birgt zusätzlich für das Gesundheitswesen ein großes Einsparungspotenzial.

Eine leichtgradige Blutdruckerhöhung ist in den meisten Fällen mit einfachen Maßnahmen korrigierbar. Arzt und Ernährungsberaterin unterstützen Sie gerne. Häufig besteht eine familiäre Neigung. An erster Stelle der Therapie stehen diätetische Maßnahmen, vor allem eine drastische Reduktion der Kochsalzaufnahme. Unterstützend wirkt eine gesunde Ernährung, die arm ist an gesättigten Fettsäuren, Cholesterin und Gesamtfett und viel Obst, Gemüse sowie fettarme Milchprodukte beinhaltet. Günstig sind auch Vollkornprodukte, Fisch, Geflügel und Nüsse, reduziert werden sollten rotes Fleisch, Süßigkeiten und gesüßte Getränke. Bewegung hat ebenfalls einen günstigen Einfluss auf den Blutdruck. Rauchen ist ungünstig, und Alkohol sollte nur mäßig genossen werden.

Ein hoher Blutdruck wirkt sich auf alle Arterien im Körper ungünstig aus. Je früher der Bluthochdruck beginnt, umso gefährlicher ist er, im höchsten Alter hat er nur noch eine geringe Bedeutung. Fragen Sie Ihre Eltern, wenn möglich auch alle vier Großeltern, ob bei ihnen ein Bluthochdruck bekannt oder ein Hirnschlag aufgetreten ist. Diese häufigste und schrecklichste Komplikation hat oft verheerende Langzeitfolgen. Auch das Herz leidet unter dem hohen Blutdruck, es muss mit erhöhtem Druck pumpen, was häufig zu Herzschwäche und Herzinfarkt führt. Viele andere Organe werden durch einen Bluthochdruck geschädigt, von der Niere über die Augen bis hin zu Potenzproblemen bei Männern.

Eine besondere Situation ist bei Frauen gegeben. Nach Jahrzehnten mit niedrigem Blutdruck steigt um den Wechsel der Blutdruck häufig völlig überraschend an. Neben hormonellen Veränderungen spielt bei 50- bis 64-Jährigen auch die Akzeptanz im engeren sozialen Netz eine Rolle.

redaktion@vorarlbergernachrichten.at
Prim. a. D. Dr. Hans Concin, Leiter Stabstelle Datenmanagement,
Wissenschaft und Vorarlberger Krebsregister aks gesundheit GmbH.
Die VN geben Gastkommentatoren Raum, ihre persönliche Meinung zu äußern.
Sie muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.