Wald des Friedens feierlich eröffnet

Großer Andrang bei Eröffnung der Naturruhestätte “Wald des Friedens” am Gebhardsberg.
Bregenz Die Eröffnung der neuen Naturruhestätte “Wald des Friedens” am Gebhardsberg stieß am Donnerstagvormittag auf reges Interesse. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von dem besonderen Bestattungsangebot zu machen. Auch Vertreter der Bestatter waren anwesend und zeigten sich dankbar, dass die Politik den Weg für diese alternative Ruhestätte geebnet hat. “In den vergangenen Jahren haben uns immer wieder Anfragen nach dieser Bestattungsform erreicht”, erklärte Patrick Nuck, Vizeinnungsmeister der Vorarlberger Bestatter. Der neue Waldfriedhof entstand in Zusammenarbeit mit der Stadt Bregenz, dem Ethik & Umwelt Krematorium Hohenems sowie den Vorarlberger Bestattern. Es handelt sich bereits um den zweiten “Wald des Friedens” in der Region.

Wunsch nach alternativer Bestattungsform
Claus Kergel, Geschäftsführer des Ethik & Umwelt Krematoriums und Betreiber des “Wald des Friedens”, betonte bei der Eröffnung, dass die Naturbestattung im Wald keine Konkurrenz zum klassischen Friedhof darstelle. “Die Gesellschaft verändert sich, und wer hier seine letzte Ruhestätte finden möchte, kann dies nun tun. Der Wald des Friedens ist ein Zusatzangebot für die Menschen”, so Kergel. Auch Pfarrer Manfred Fink war zur Eröffnung gekommen und dankte den Initiatoren für ihr Engagement: “Auch hier sollen Menschen ihre letzte irdische Ruhestätte finden können”, sagte er.

Persönliche Beweggründe für den Wald
Christa Drabosenik (67) hat sich bereits einen Baum im neuen Wald des Friedens reservieren lassen. “Da ich alleinstehend bin und sehr naturverbunden, möchte ich hier bestattet werden”, sagt sie. Auch Erika und Peter Grabher aus Bregenz können sich eine Bestattung im Wald gut vorstellen: “Wir möchten niemanden mit der Grabpflege belasten und fühlen uns der Natur verbunden.” Rudolf Greussing (83) aus Bregenz sieht das ähnlich: “Ich bin hier geboren und möchte hier meine letzte Ruhe finden. Für mich kommt nur eine Bestattung im Wald infrage, denn ein Kind lebt in Hongkong, das andere in Düsseldorf.” Im Anschluss an die feierliche Eröffnung nutzten viele Besucher die Gelegenheit, durch den Mischwald zu spazieren und die besondere Atmosphäre zu erleben. Für Menschen, denen der Weg zu den einzelnen Bäumen zu steil ist, steht künftig ein Waldgleiter – ein Golfwagen – zur Verfügung, der Trauernde direkt zum gewünschten Baum bringt.

So funktioniert eine Naturbestattung
Verstorbene werden nach der Kremation in einer biologisch abbaubaren Urne beigesetzt. Die Urne wird an den Wurzeln eines ausgewählten Baumes in die Erde eingebracht. Der Baum übernimmt dabei die Funktion von Grab und Gedenkstätte. Nach der Beisetzung wird ein kleines Namensschild am Baum angebracht. Auf klassischen Grabschmuck, Kerzen oder individuelle Grabgestaltung wird bewusst verzichtet, die Natur übernimmt die Grabpflege. Auf dem Gedenkplatz können Abschiedsfeiern individuell – weltlich oder religiös – gestaltet werden.
Ein Angebot, das den Bedürfnissen der Menschen entspricht
“Wir als Bestatter stehen hinter dem Wald des Friedens und schätzen die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Krematorium”, betonte Patrick Nuck. Auch Claus Kergel unterstrich: “Der Mensch kehrt im Wald zu den Wurzeln eines Baums zurück, als Teil des Kreislaufs des Lebens, der mit dem Tod nicht endet.” Mit dem neuen “Wald des Friedens” wird den Wünschen vieler Menschen nach einer naturnahen und würdevollen Bestattungsform entsprochen. BVS











