Übergewicht aus dem Weg gehen

Gesund / 02.08.2013 • 10:08 Uhr
Arbeiten im Garten sind nicht nur abwechslungsreich, sie helfen auch, die schlanke Linie zu bewahren. Foto: fotolia
Arbeiten im Garten sind nicht nur abwechslungsreich, sie helfen auch, die schlanke Linie zu bewahren. Foto: fotolia

Auch kleine Kalorieneinsparungen können zum Gewichtsverlust oder -erhalt beitragen.

Unbedenklich. Gertenschlank muss nicht jeder sein. Vielmehr soll sich das Körpergewicht auf einem Niveau einpendeln, bei dem man sich wohlfühlt und das gesundheitlich unbedenklich ist. Auf dem Weg dorthin helfen offenbar schon kleine „Energielücken“, wie aktuelle Forschungsergebnisse zeigen. „Übergewicht und Adipositas auf einen einzigen Auslöser zurückzuführen ist banal“, argumentiert Prof. James Hill bei einem Vortrag in Liverpool.

Denn weder ein Zuviel an Energie noch zu wenig Bewegung alleine lassen das Körpergewicht ansteigen. Vielmehr ist es eine Kombination daraus. Daher lohnt es sich, die alltäglichen Gewohnheiten zu reflektieren und auch zu beobachten, wie sich das Ess- und Bewegungsverhalten bei Stress oder Stimmungstiefs verändern.

Diäten sind kontraproduktiv

Zwar versprechen viele Wunderdiäten anderes: Doch Abnehmen braucht viel Geduld und Frustrationstoleranz. „Es ist schwierig, eine kalorienarme Diät über einen längeren Zeitraum durchzuhalten, ohne etwas zu vermissen“, erklärt Hill. Daher wirken Diäten kontraproduktiv. Bei vielen steigt nach diesen flüchtigen Hauruck-Aktionen das Körpergewicht wieder schnell an. Zu einem neuen Lebensstil, der auch langfristig ein Wohlfühlgewicht garantiert, geht es daher nur schrittweise.

Beiläufiger Ausgleich

Forschungsarbeiten zum Energiegleichgewicht zeigen, dass bereits kleine Kalorien-einsparungen („Energielücken“) zum Gewichtserhalt oder -verlust beitragen können. Wer etwa pro Tag circa 100 kcal einspart oder mehr verbraucht, dem fällt es bedeutend leichter, sein Körpergewicht auf lange Zeit zu halten. Dabei geht es nur um kleine Modifikationen beim Essen oder bei der Alltagsbewegung. Gerade beiläufige Bewegungsmuster können das eine oder andere „Goodie“ leicht ausgleichen: Steht man zum Beispiel einmal pro Stunde auf und geht ca. drei Minuten mit normaler Geschwindigkeit, verbrennt der Körper bei einer achtstündigen Bürotätigkeit etwa 60 bis 130 Kalorien. Das entspricht der Energie einer Rippe Schokolade, zwei Achterl Wein oder ein bis zwei Äpfeln.

Risikominimierend

Schon allein sitzende Tätigkeiten (Büro, Fernsehen, Computer spielen, lesen etc.) zu reduzieren, regt den Stoffwechsel gegenüber dem Ruhezustand im Liegen deutlich an und steigert daher auch den Energieverbrauch etwas. Zudem senkt ein Bewegungsplus (bei mittlerer Intensität) das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Frauen, die mehr als zwei Stunden in der Woche flott spazieren gehen, haben ein um mehr als die Hälfte geringeres relatives Risiko für Herzinfarkte und Thrombosen, als jene, die inaktiv sind. Auch das Diabetesrisiko kann mit 30 „sportlichen“ Minuten pro Tag um 25 bis 36 Prozent gedrosselt werden. Beispiele für körperliche Aktivitäten mit mittlerer Intensität sind: zügiges Gehen, Wandern, Nordic Walking, Wassergymnastik oder Tanzen. Auch bei Getränken lohnt es sich, genau hinzusehen und situationsbedingt zu entscheiden:

Decken Sie Ihren Grundflüssigkeitsbedarf am besten mit (Mineral-)Wasser, ungesüßtem Tee und anderen kalorienfreien Getränken. Geht es um Gusto, Abwechslung und darum, die Trinkmenge zu erhöhen, spritzen Sie Fruchtsäfte mit Wasser auf oder greifen Sie zu kalorienfreien Erfrischungsgetränken. Soll der kleine Hunger gestillt werden, bieten sich Buttermilch, Molke, Fruchtsäfte oder Smoothies an.

Bewegungs- und Ernährungstipps

» Nehmen Sie die Treppe, statt mit dem Lift zu fahren.

» Machen Sie in den Mittagspausen einen kleinen Spaziergang im Freien.

» Stehen Sie vom Schreibtisch öfter auf.

» Telefonieren Sie im Stehen oder arbeiten Sie zwischendurch an einem Stehtisch.

» Je nach Saison bringt auch „Garteln“ oder Schneeschaufeln mehr Bewegung in den Alltag.

» Fahren Sie mit dem Fahrrad in die Arbeit.

» Steigen Sie eine Busstation früher aus und gehen Sie zu Fuß.

Greifen Sie zum Beispiel statt zu . . .

. . . Buttercroissants zu mürben Kipferln

. . . Sahnetorte zu Obstkuchen

. . . Mayonnaise-Dips zu mageren Joghurtdressings als Salatmarinade oder Grillsoße

. . . Schokomüsli zu Getreideflocken

. . . Wurstaufschnitt zu magerem Schinken

. . . fettreichen Käsesorten (ab 40 % Fett i. Tr.) wie Brie, Camembert, Doppelrahmfrischkäse oder Butterkäse zu mageren Käsesorten (≤ 30 % Fett i. Tr.) wie Quargel, Tilsiter oder Gouda als Brotbelag