Hochwürden plauderte aus dem Nähkästchen

Als Partner von Hanskaspas Enkeln begeisterte Msgr. Rudl Bischof das Arbogaster Publikum.
Götzis, Bezau Ob als Stemmeisen & Zündschnur, als Zündschnur & Bänd, mit den Kleaborar Bahnteifln, den Bagger Boys oder aktuell als Hanskaspas Enkel – Ulli Troy ist seit nunmehr 50 Jahren ein Fixstern am Vorarlberger Musikhimmel. Hunderte Konzerte hat er mit hochkarätigen Bandmitgliedern – unter anderem Rolf Aberer oder Evelyn Fink-Mennel – und “externen Partnern” wie Otto Hofer, Gotthard Bilgeri, Kräutler & Lins oder Georg Nussbaumer – die Listen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit –, im ganzen Land gegeben, von Hohenweiler bis ins Hochmontafon, von Höchst bis in den Hinterwald, er wagte sich aber auch auf ungewöhnliches Terrain: So hat er etwa bei der Ma-hilft-Gala schon mehrfach in unterschiedlichen Besetzungen das Publikum begeistert, stellt sich immer wieder für andere Benefizkonzerte zur Verfügung. Er trat in Wien im Vindobona auf oder im Mozarthaus in St. Gilgen, Abstecher nach Südtirol standen ebenso in seinem Terminkalender wie 2011 ein exklusives Gastspiel in der Feldkircher Justizvollzugsanstalt. Auch diese Liste ist beliebig verlängerbar.

Wieder eine neue Erfahrung
Und er wird nicht müde, neue Herausforderungen zu suchen – was gleichermaßen für die Location als auch den Partner betrifft. Zum Start in sein Jubiläumsjahr, das Ende Oktober mit zwei Konzerten im Dornbirner Kulturhaus seinen krönenden Höhepunkt erfährt, hat sich der Egger wieder etwas Neues einfallen lassen: Er spielte mit seinen Cousins Rich und Jos im Bildungshaus St. Arbogast und wurde dabei nach dem Motto des Abends “Und ewig singen – und erzählen – die Wälder” von einem prominenten “Erzähler” begleitet: Msgr. Rudl Bischof plauderte aus dem Nähkästchen, gab fast unglaubliche Episoden aus seinem fast 60-jährigen Seelsorgerleben preis und brachte damit das Publikum immer wieder zum Lachen.

Der Herr sei mit euch – Muh!
Man hätte ihm noch stundenlang zuhören können, wenn er davon berichtete, was er so alles erlebte. Schon der Start war für sein weiteres Priesterleben prägend: “Nach der Priesterweihe im Juli 1967 schien der Obrigkeit in Feldkirch die Zeit bis zum Dienstantritt im September viel zu lang, also schickte man mich als Aushilfe nach Bildstein, weil der Pfarrer für einige Zeit ins Krankenhaus musste.” Also führte er die Prozession von Bildstein auf den Gebhardsberg – und musste erstaunt feststellen, dass die Gläubigen in Wolfurt den Postbus bestiegen, um die Prozession fahrend fortzusetzen. Als er dann seine erste Trauung hielt und der Bräutigam ein reichliches Trinkgeld gab, schnappte sich der früher als geplant aus dem Spital zurückgekehrte Pfarrer den Hunderter und Rudl, der sich den Hunderter redlich verdient hätte, schaute durch die Finger.


Während seiner Dienstzeit in Frastanz hielt er auch Gottesdienste in der Kapelle Amerlügen, und als er gerade den Gläubigen verkündete “Der Herr sei mit euch”, antwortete eine Kuh, die neugierig zur Kapellentür hereinschaute, laut und deutlich mit “Muh!”
In Lustenau wiederum musste er zur Kenntnis nehmen, dass ein bekannter Gemüsehändler seine Messbesuche einstellte, weil Rudl ihm Konkurrenz machte und selbst Tomaten anbaute.

Von seiner Tätigkeit als Dompfarrer in Feldkirch ist ihm nachdrücklich in Erinnerung, wie er im Zuge der Kirchenrestaurierung die Fresken ergänzt: mit einem Osterhasen, der heute noch zu bestaunen ist.

Wen wundert’s, dass Hanskaspas Enkeln fast die Show gestohlen wurde. Dessen ungeachtet boten sie ein mitreißendes Programm mit “religiösem Touch”: Sie eröffneten mit Hascht du tong und schlossen mit Mesmars Bündt und Aus, Amen, fertig, Schluss! STP






