„Gutes Kabarett muss politisch sein“

Wohin / 12.01.2017 • 10:21 Uhr
Christoph Spörk.  Foto: Spörk
Christoph Spörk. Foto: Spörk

Musikkabarettist Christoph Spörk präsentiert sein Programm „Am Ende des Tages“.

schwarzach. Mit Keyboard, Ziehharmonika und Klarinette im Gepäck gastiert der Musikkabarettist demnächst in der Kammgarn und im Theater am Saumarkt. Der preisgekrönte Künstler im VN-Interview.

Sie waren mehr als zwei Jahrzehnte als Musiker tätig. Unter anderem auch viele Jahre mit den Global Krynern unterwegs; vermissen Sie die Bandzeiten manchmal?

Spörk: Lustigerweise verbringe ich heute mehr Zeit mit Musik als zu Bandzeiten. Damals war ich mehr Checker und Reiseleiter als Musiker. Aber ja, gemeinsam musizieren ist schon was sehr Schönes. Derzeit tu ich das eher zuhause mit meiner Frau und meinen Kindern.

Vor gut fünf Jahren haben Sie ins Musikkabarettfach gewechselt, was war ausschlaggebend dafür?

Spörk: Es ist wie beim Bergsteigen. Wenn Du einen Berg bezwungen hast, willst Du den nächsthöheren Berg bezwingen. Alleine auf der Bühne zu stehen, ist die größere Herausforderung. Außerdem muss ich mehr schlafen und gesünder leben als früher. Mein Körper und meine Ärztin finden das beide gut so.

Sie konnten schon einige Auszeichnungen, wie etwa den österreichischen Kabarettpreis, einheimsen. Was bedeuten Ihnen solche Auszeichnungen?

Spörk: Über meine bisherigen Kabarettpreise hat sich vor allem mein Installateur gefreut. Er hat aus ihnen eine kleine Solaranlage gemacht. Allerdings auf unserem Dach. Aber ja, Preise sind natürlich ein Stück Bestätigung, dass man als Kabarettist nicht komplett neben der Spur ist.

Demnächst gastieren Sie mit Ihrem aktuellen Programm „Am Ende des Tages“ in Vorarlberg, was assoziieren Sie mit unserem Ländle?

Spörk: Ich mag den Menschenschlag. Die Nähe zu See und Bergen. Die Architektur. Die moderne Lebensweise. Wenn man als Ostösterreicher durchs Ländle fährt, hat man oft das Gefühl, Urlaub in der Zukunft zu machen. Hab vor Jahren ernsthaft überlegt, ins Ländle zu ziehen. Aber meine kubanische Frau hat aus Liebe zu mir schon Deutsch gelernt. Noch eine Fremdsprache kann ich ihr nicht zumuten (lacht).

Was können wir uns unter „Am Ende des Tages“ vorstellen? Um was geht’s in Ihrem Programm?

Spörk: Es geht ums Leben. Das hat einen Anfang und ein Ende. So wie der Tag. Also ist der rote Faden des Programms einfach ein Tag in meinem Leben. Und der ist natürlich geprägt von meiner Rolle als berufstätiger Vater, meinen alltäglichen Tätigkeiten von A wie Aufstehen bis Z wie Zuspätkommen, vom Lernen mit meinen Großen und Singen mit den Kleinen bis hin zu meinem Ärger über Brexit, Bruttoinlandsprodukt und Gewerbeparks.

Ihre Kabaretts beinhalten oft politische Themen. Gehören Kabarett und Politik für Sie zusammen?

Spörk: Da bin ich stockkonservativ. Gutes Kabarett muss sogar politisch sein! Nicht unbedingt tagespolitisch. Aber im weiteren Sinne politisch relevant. Sonst wäre es ja nicht Kabarett, sondern Witzeerzählen.

Wenn Sie in Österreich politisch das Sagen hätten, was wäre das Erste, das Sie umsetzen würden?

Spörk: Ich finde, wir setzen schon genügend um. Wir sollten uns eher einmal hinsetzen. In aller Ruhe und vor allem gemeinsam. Ohne Fernsehkameras und Live-Stream im Internet. Einfach nachdenken, was wir eigentlich wollen. Wie wir leben wollen. Wo wir in zehn, 20, 30 Jahren sein wollen. Da wäre sehr schnell sehr vieles klarer. Und manch ein Geraunze würde dann schnell verstummen.

Welche künstlerischen Pläne haben Sie in näherer Zukunft?

Spörk: Ich würde gerne ein Buch schreiben. Eines, das von Herzen kommt.

Zur Person

Christof Spörk

Geboren: 16. April 1972

Wohnort: Henndorf im Burgenland

Familienstand: verheiratet, vier Kinder

Lebensmotto: Träum dein Leben und leb deine Träume

Christoph Spörk „Am Ende des Tages“: 2. Februar, Kammgarn Hard. Karten: www.kammgarn.at; 18. Februar, Theater am Saumarkt Feldkirch. Karten: www.tas.at