Musik kennt keine Grenzen

Wetter / 09.03.2021 • 18:17 Uhr
Brian O’Leary zog es vor 29 Jahren von Irland nach Vorarlberg.. BI
Brian O’Leary zog es vor 29 Jahren von Irland nach Vorarlberg.. BI

Brian O’Leary zählt zu den Feldkircher Originalen.

Feldkirch Brian O’Leary ist seit vielen Jahren fest im Stadtbild von Feldkirch verankert. Der gebürtige Ire spielt auf seinem Akkordeon immer auf dem gleichen Platz neben dem Musikladen. Unerschütterlich bietet er dort irische Musik dar und strahlt dabei viel Lebensfreude und Optimismus aus. Der 64-Jährige zählt sicherlich zu den Feldkircher Originalen. Jeder kennt den stets gut gelaunten Musiker, der für sämtliche Situationen immer einen lockeren Spruch parat hat. „Ich komme ursprünglich aus Dublin. Am 1. Jänner 1977 habe ich erstmals auf der Straße gespielt. Nicht gerade ein idealer Zeitpunkt, wenn man die Nässe und Kälte bedenkt“, erinnert sich O’Leary. Trotzdem wusste er zu diesem Zeitpunkt genau, dass er nunmehr seinen idealen Beruf gefunden hatte. Akkordeon-Unterricht erhielt er schon sehr früh: „Ein Kollege meines Vaters  hat 20 Akkordeonspieler im Alter von sechs bis zehn Jahren unterrichtet. So habe ich bereits im Alter von sechs Jahren mit irischer Dance-Music begonnen.“ Die Faszination für dieses Instrument bleibt bis zum heutigen Tag ungebrochen. „Musik ist für mich alles. Sie ist ein verbindendes Element – zwischen den Menschen und auch den Nationen. Musik macht die Menschen glücklich“, zeigt sich der begeisterte Musiker überzeugt.

„The Dubliners“ als Inspiration

Von seinem Weg ließ er sich auch niemals abbringen. Den damaligen Umständen geschuldet, beendete er seine Schullaufbahn bereits  mit 14 Jahren: „Ich begann sogleich zu arbeiten. In sechs Jahren habe ich in 14 unterschiedlichen Jobs gearbeitet.“ Dies waren prägende Erfahrungen für den jungen Mann. Seinen Musikstil fand er nach einem Auftritt einer bekannten irischen Band: „Ich habe ‚The Dubliners‘ in einer Kneipe in Dublin gehört, da war ich 16 Jahre alt – und ich wusste genau, das ist die Art von Musik, die ich von nun an machen wollte: Pop-Drinking-Sounds.“ Nach seinem ersten Auftritt auf der Straße und der Entscheidung, nunmehr von der Straßenmusik zu leben, bereiste er in den ersten beiden Jahren Irland: „Ich wollte zwar die Welt sehen, doch vorerst wollte ich meine Heimat genauer kennenlernen. In den beiden Jahren bin ich in allen Städten Irlands aufgetreten. Ich hatte sehr schöne Erlebnisse, die mich darin bestärkt haben, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.“ Zu dieser Zeit war das Spielen auf der Straße zwar noch illegal: „Einem Dekret von Königin Victoria zufolge, galt Straßenmusik als Bettelei und konnte mit drei Monaten Gefängnis bestraft werden. Dies änderte sich erst im Jahr 1987. Die Straßenkunst-Szene war dennoch sehr vielfältig und bunt.“

Über einen Freund gelangte der begabte Akkordeonist 1979 erstmals nach München: „Das war eine super Zeit, denn wir brauchten keine Genehmigungen.“ Eine weitere Station bildete Antwerpen, ebenfalls über die Aufforderung eines Freundes. Es folgten Auftritte in zahlreichen Städten, rund zwanzig Länder lernte der Musiker auf diese Weise kennen. Neben Auftritten auf der Straße, spielte er auch mit unterschiedlichsten Formationen auf der Bühne: „In Breda in den Niederlanden habe ich bei einem Open Air vor 20.000 Leuten gespielt.“ Ein anderer Auftritt fand sogar in einem U-Boot statt.

In Feldkirch der Liebe wegen

Vor 28 Jahren spielte er in Lindau. Eine Frau unter den Zusehern fiel ihm dabei besonders auf. Auch beim nächsten Konzert war sie wieder dabei und bot ihm an, ein Konzert in Bregenz zu organisieren: „Acht Monate später war ich dann mit Ingrid verheiratet und lebe seither in Feldkirch.“ Das war ein Schritt, den er nie bereut hat: „In Feldkirch leben die freundlichsten Menschen der Welt. Es fühlt sich an, wie eine große Familie – und ich bin ein Teil davon!“ BI

Zur Person

Brian O‘Leary

folgte seiner Berufung als Straßenmusiker.

Geboren 6. Juli 1956

Familie verheiratet mit Ingrid, zwei Stiefkinder, ein Enkelkind

Beruf Musiker

Hobbys Dart, Malen, Wandern